Microsoft: LinkedIn migriert gesamte Infrastruktur in die Azure-Cloud
Das soziale Netzwerk LinkedIn migriert sämtliche Daten in die Azure-Cloud. Damit gibt die Microsoft-Tochter das eigene On-Premises-Rechenzentrum auf. Der Prozess soll sich über mindestens drei Jahre hinziehen, um möglichst keine Offline-Zeiten der Dienste zu verursachen und die Nutzer keine Änderungen spüren zu lassen. Das berichtet das IT-Businessmagazin Venturebeat(öffnet im neuen Fenster) im Gespräch mit LinkedIn-Chefentwickler Mohak Shroff.
Demnach sei die Migration eigentlich nicht zu diesem Zeitpunkt geplant gewesen, obwohl sie nach der Übernahme durch Microsoft für 26,2 Milliarden US-Dollar unvermeidlich erscheint. Schlussendlich sei der Schritt die Entscheidung des LinkedIn-Teams und nicht vom Mutterkonzern gewesen. "Microsoft hat uns wirklich Unabhängigkeit bei Entscheidungsfindungen eingeräumt" , sagt Shroff. Die jetzt umgesetzten Pläne seien schon seit einigen Jahren intern diskutiert und bisher nicht durchgeführt worden. 645 Millionen Mitglieder und deren Daten müssen auf Azure-Rechenzentren migriert werden.
Auch ohne Infrastruktur von Azure nutzt LinkedIn bereits einige Dienste der Plattform, darunter Azure Media Services für das schnelle Hochladen und Abspielen von Videoinhalten, die Microsoft-Text-Analytics-API und Azure Cognitive Service für Maschinenübersetzung und den Content Moderator, der unerwünschte Inhalte filtert. Diese Dienste seien bereits Argumente für die Microsoft-Cloud gewesen, meint Shroff.
Auch andere Anbieter waren im Gespräch
Dabei habe sich LinkedIn vorerst auch andere Cloud-Anbieter angeschaut. "Wir halten uns für einen ziemlich komplexen Anwendungsfall für die Public Cloud und haben einige besondere Anforderungen" , sagt Shroff. Aus diesem Grund habe sich das Team für Azure entschieden. Shroff besteht darauf, in dieser Entscheidung nicht von Microsoft beeinflusst worden zu sein.
Die fünf bestehenden Rechenzentren der Plattform in den USA und in Singapur werden für die Migration nach und nach aufgegeben. "Der exakte Endstatus für diese Rechenzentren ist unklar" , sagt Shroff. Einige könnten eingestellt werden, während das Unternehmen andere für verschiedene, nicht genannte Anwendungszwecke nutzen kann. Diese werden allerdings mit den momentanen Kerndiensten nichts zu tun haben.
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