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Microsoft: KI lernt von Menschen, nicht von rohen Daten

Project Bonsai ist eine Software, die selbstständig Maschinen steuern kann. Das Verhalten hat sie von Ingenieuren gelernt, nicht von Daten.

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Normalerweise lernen KI-Systeme aus Daten.
Normalerweise lernen KI-Systeme aus Daten. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de/CC0 1.0)

Mit dem auf der Build 2020 angekündigten Project Bonsai dreht Microsoft das Prinzip von Machine Learning um. Statt aus einer großen Anzahl an Daten Muster und Entscheidungswege selbstständig zu generieren, handelt es sich hier um ein Machine-Teaching-Programm. Menschen, die wenig oder kein Wissen über KI-Systeme haben, können der Software einzelne fachliche Schritte beibringen, die dann auf ein bestimmtes System angewendet werden kann. Während des Modelltrainings wird das Programm angepasst - wieder nach Parametern der trainierenden Personen.

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Project Bonsai soll konkret für die Automatisierung von Maschinen und ganzen Anlagen genutzt werden. Das können Fertigungsstraßen oder Fabriken sein. Ingenieur-Fachleute können so etwa Maschinen feinjustieren, einstellen oder je nach Anwendungsfall programmieren. Dabei will Microsoft das typische Black-Box-Verhalten von KI-Systemen vermeiden, bei denen Entwicklerteams Entscheidungsschritte oft gar nicht oder nur schwer nachvollziehen können.

Das Training der Software soll zunächst in virtuellen Umgebungen stattfinden, bis verantwortliche Fachleute damit zufrieden sind. Dabei kann sie Szenarien laut Bonsai-Kunden wie SCG etwa 100.000 Mal täglich durchspielen. Das System findet selbstständig alternative Lösungen für simulierte Probleme und kann diese dem verantwortlichen Ingenieurteam vorführen.

Teil des Projektes ist die Partnerschaft von Microsoft mit anderen Unternehmen, die Bonsai im Testlauf einsetzen. Sie stellen Dokumentationen, Tutorials und Vorlagen zur Verfügung. Interessierte können sich so einen schnellen Überblick über das Machine-Teaching-System verschaffen. "Wir machen das System öffentlich, sodass jeder Mensch, der es einmal ausprobieren möchte, dies auch tun kann", sagt John Hammond, Microsoft-Chef für automatisierte Systeme.

Ein Roboter als Trainingspartner

Für weitere Hilfestellung wird Microsoft Project Moab einsetzen. Dabei handelt es sich um einen Roboter, der Interessierten das Konzept von Bonsai beibringen soll. Moab behandelt ein relativ simples ingenieurtechnisches Problem und versucht, selbstständig einen Tischtennisball auf einer beweglichen Plattform zu balancieren. Entwickler- und Ingenieurteams können daran Tests durchführen, eigene Lösungen implementieren und nachvollziehen, welche Schritte das KI-System dabei unternimmt.

Moab wird derzeit als virtuelle Version in Simulink und Python angeboten. Microsoft will aber in den kommenden Monaten noch einen kompletten Bausatz veröffentlichen.

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