Microsoft: Keine schnelle EU-Freigabe für Activision-Blizzard-Deal

Die Anwälte von Microsoft wollen offenbar eine wichtige Frist bei der Übernahme von Activision Blizzard verstreichen lassen, was zu einer gründlicheren Prüfung des Deals durch die EU-Kommission führen wird.
Konkret: Noch bis zum 8. November 2022 könnten die Vertreter von Microsoft theoretisch versuchen, die Zustimmung der EU-Kommission für die 68,7 Milliarden US-Dollar teure Akquisition zu erreichen.
Dazu müssten etwa Belege eingereicht werden, aus denen hervorgeht, dass der Wettbewerb im Spielemarkt nicht beeinträchtigt wird. Solche Nachweise sind auf einer offiziellen Webseite der Kommission(öffnet im neuen Fenster) nicht zu finden, und das wird nach Informationen von Politico(öffnet im neuen Fenster) auch nicht mehr passieren.
Grund ist laut dem Magazin, dass sowieso absehbar ist, dass die Übernahme in einer sogenannten Phase-2-Untersuchung unter die Lupe genommen wird. Da sei es üblich, diese Frist ohne Stellungnahme einfach verstreichen zu lassen, heißt es.
Microsoft hofft auf weltweite Freigaben bis Mitte 2023
Die Übernahme wird derzeit von Kartellbehörden in aller Welt analysiert. Eine Zustimmung ohne Auflagen haben bislang nur Brasilien und Saudi-Arabien erteilt. In Großbritannien wurden weitere Untersuchungen beschlossen, in den anderen Ländern laufen noch die Vorbereitungen. Microsoft selbst erklärte mehrfach, man gehe davon aus, dass der Kauf bis Mitte 2023 vollzogen werden könne.

Besonders im Mittelpunkt steht Call of Duty, weil die seit Jahren enorm erfolgreiche Serie von Activision als möglicher Systemseller gilt. Microsoft könnte nach der Akquisition versuchen, sich damit unfaire Vorteile für die hauseigene Xbox gegenüber Sony und der Playstation zu verschaffen.
Momentan ist die Lage allerdings genau andersherum: Sony hat noch einen älteren Vertrag mit Activision, der Call of Duty eng an die Playstation bindet. Derzeit haben Besitzer der Konsole im Multiplayer von Modern Warfare 2 durchaus spürbare Vorteile gegenüber denen mit einer Xbox, etwa bei der Ausstattung mit virtuellen Waffen sowie beim Sammeln von Erfahrungspunkten.



