Microsoft: Investition in Entwickler von Gesichtserkennung soll enden

Das Startup Anyvision bekommt kein Geld mehr. Das zeigt, dass Microsoft bei der Überwachung von Bürgern tatsächlich die Grenze zieht.

Artikel veröffentlicht am ,
Microsoft will nicht weiter in Gesichtserkennungssoftware investieren, die Bürger überwacht.
Microsoft will nicht weiter in Gesichtserkennungssoftware investieren, die Bürger überwacht. (Bild: Pixabay.com/CC0 1.0)

Microsoft will in Zukunft nicht weiter in Drittunternehmen investieren, die Gesichtserkennungssoftware entwickeln und diese für die Überwachung von Bürgern einsetzen. Der Konzern hat das zusammen mit dem israelischen Unternehmen Anyvision in einer Stellungnahme bestätigt. Das Startup habe eben solche Programme entwickelt und sei laut einem Bericht des US-Nachrichtensenders NBC im vergangenen Jahr mit Aktivitäten im Westjordanland in Verbindung gebracht worden. Dort wurden wohl palästinensische Bürger im Rahmen eines militärischen Projekts überwacht.

Stellenmarkt
  1. IT-Systemmanagerin/IT-System- manager, Systemadministratorin / Systemadministrator, Informatikerin ... (m/w/d)
    Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
  2. Sales Management Support (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Dresden, Berlin, Frankfurt am Main, Wolfsburg, Zwickau
Detailsuche

"Anyvision wird an Grenzkontrollpunkten zwischen dem Westjordanland und Israel verwendet", bestätigt der Anwalt Eric Holder dem Klienten Microsoft. Allerdings gebe es keine ausreichenden Hinweise darauf, dass Anyvision seine Produkte wirklich für Massenüberwachung eingesetzt habe. Trotzdem will Microsoft aus diesem Geschäft aussteigen, zumindest wenn der Konzern keine Entscheidungsgewalt über Prozesse hat. Das bestätigt das US-Magazin The Verge. "Der Untersuchungsprozess hat die Herausforderungen für Microsoft verstärkt, ein Minderheitsinvestor einer Firma zu sein, die solch sensible Technik verkauft", schreibt Microsoft in der Stellungnahme.

Keine Zivilüberwachung, dafür Militärtechnik

Microsoft-Präsident Brad Smith hatte bereits Ende 2018 einige Richtlinien aufgestellt, wie das Unternehmen mit Gesichtserkennung künftig umgehen möchte. "Die weit verbreitete Nutzung von Gesichtserkennung kann zu weiterem Eindringen in die Privatsphäre von Leuten führen", sagte er in einem Blogpost. Außerdem sei es wichtig, dass demokratische Freiheiten und Menschenrechte mit solchen Programmen nicht verletzt würden. Daher sei die Nutzung von Gesichtserkennung für Staatsüberwachung für Microsoft eine Verbotszone. Offensichtlich bleibt Smith auch anderthalb Jahre später diesem Prinzip treu.

Die Abkehr von Anyvision bedeutet für Microsoft allerdings nicht die Abkehr von der Technik an sich. Gesichtserkennung wird sogar sehr prominent in Windows 10 verwendet - etwa als biometrische Anmeldemethode Windows Hello, bei der das Gesicht der Nutzer als Authentifizierungs-Token verwendet wird.

Golem Akademie
  1. Microsoft Teams effizient nutzen
    19. November 2021, online
  2. Mobile Device Management mit Microsoft Intune
    22.-23. November 2021, online
  3. PowerShell Praxisworkshop
    20.-23. Dezember 2021, online
Weitere IT-Trainings

Microsoft ist auch in Militärtechnik der US-Streitkräfte involviert. So ist nach letztem Stand das Unternehmen Hauptfavorit für das Cloud-Projekt Jedi, das Teile der Infrastruktur des Militärs hosten soll. Das Augmented-Reality-Headset Hololens 2 dient als Hilfssystem für Infanteriesoldaten der US Army und soll deren Kampfkraft steigern.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kooperation
Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt

Während der ADAC seine Kunden bereits informiert hat, schweigt Amazon Deutschland noch zum Ende der Kooperation mit der Landesbank Berlin.

Kooperation: Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt
Artikel
  1. Newton-Messagepad-Nachfolger: Apples Videopad-Prototyp wird versteigert
    Newton-Messagepad-Nachfolger
    Apples Videopad-Prototyp wird versteigert

    Apples Videopad ist nie in den Verkauf gekommen: Ein Prototyp des Nachfolgers vom Newton Messagepad wird bald versteigert.

  2. Linux: Vom einfachen Speicherfehler zur Systemübernahme
    Linux
    Vom einfachen Speicherfehler zur Systemübernahme

    Ein häufig vorkommender Fehler in C-Code hat einen Google-Entwickler motiviert, über Gegenmaßnahmen nachzudenken.

  3. Nintendo Switch: Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien
    Nintendo Switch
    Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien

    Das frisch für die Switch veröffentlichte Dying Light ist in Europa und in Australien nicht erhältlich - wegen des deutschen Jugendschutzes.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Samsung-Monitore (u. a. 24" FHD 144Hz 169€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • Sandisk Ultra 3D 500GB 47,99€ • Google Pixel 6 vorbestellbar ab 649€ + Bose Headphones als Geschenk [Werbung]
    •  /