Microsoft: Excel bringt endlich das Ende von VBA

Dass Excel jetzt Turing-vollständig ist, ist deutlich weniger verrückt, als es klingt. Denn es hilft Nutzern und der Security.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Doom oder Half-Life werden trotz der Turing-vollständigen Lambdafunktionen wohl nie in Excel laufen.
Doom oder Half-Life werden trotz der Turing-vollständigen Lambdafunktionen wohl nie in Excel laufen. (Bild: David Drexler, flickr.com/CC-BY 2.0)

Microsofts Tabellenkalkulation Excel gilt vielen als überkomplexes Hassobjekt der Office-Welt. Und dass Excel-Formeln die meistgenutzte Programmiersprache weltweit sein sollen, bezeichnet das Magazin The Register gar als Alptraum - wir finden das übrigens auch. Die angekündigte Turing-Vollständigkeit von Excel sollte uns also eigentlich schlaflose Nächte bereiten. Bei genauerer Betrachtung ist sie aber eine geniale Idee.

Zwar ist Excel ein absolutes Monster an Komplexität, trotzdem kommt es technisch schnell an seine Grenzen. Das hat auch Microsoft schon vor rund 30 Jahren erkannt und deshalb Visual Basic for Applications (VBA) erstellt, mit dem sich die Office-Anwendung erweitern und steuern lässt.

VBA gehört aber zu jenen Sprachen, die nahezu jedem den Verstand rauben und mit denen fast niemand freiwillig programmiert. Wer es dennoch muss und dafür bezahlt wird, wird die Bezahlung eher als Schmerzensgeld betrachten. Um die externe Programmierung zu vereinfachen, wird neben VBA inzwischen Javascript in Excel unterstützt.

Genau hier setzt nun die Einführung der Lambdafunktionen in Excel an, die den Umweg über VBA unnötig machen sollen. Dabei wirkt die damit verbundene Turing-Vollständigkeit zunächst wie eine nicht mehr kontrollierbare Blackbox. Immerhin kann so theoretisch jedes beliebige Programm in Excel selbst erstellt werden - inklusive dem obligatorischen Doom-Port oder auch Malware. Rein praktisch dürften die Auswirkungen aber deutlich anders aussehen.

Kein Doom, aber mehr Sicherheit

So ist es zunächst einmal eher unwahrscheinlich, dass böse Hacker damit beginnen, Malware mit Hilfe von Logikkalkülen und der Lambdafunktion zu bauen. Dafür gibt es wohl deutlich einfachere Wege. Und auch der Doom-Port wird so wohl nicht umgesetzt. Schwierig bis unmöglich wird aber auch das einfache Nachladen von DLLs oder weiterem externen Code. Das ist bisher mit VBA ohne Weiteres möglich und damit ein Einfallstor für Malware.

Da aber mit den Lambdafunktionen in Excel selbst kein Code nachgeladen werden kann, könnten solche Angriffe mittelfristig unterbunden werden, vorausgesetzt die neue Funktion findet ausreichend Verbreitung. Und das ist durchaus wahrscheinlich. Denn während die Anzahl der VBA-Entwickler unter der Gesamtzahl der Excel-Nutzer wohl verschwindend gering ist, gibt es vermutlich sehr viele Nutzer, die die Excel-Formeln benutzen, aber hier bisher an die Grenzen der Formelsprache gestoßen sind.

Die Lambdafunktionen machen die Nutzung von Excel somit ein kleines Stück einfacher und helfen, auf VBA zu verzichten. Ein Gewinn für Anwender und die Sicherheit.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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dejanmilo 09. Dez 2020

mit einem Exploit. So war es ja schon seit Generationen von Excel. Da brauchts weder VBA...

matzems 09. Dez 2020

Also ich habe selber vba-Grundkenntnisse und programmiere mir gelegentlich die ein oder...

Steinie 09. Dez 2020

Ich habe das Problem vor Jahren so gelöst: Vor dem Import, in jede Spalte in der ersten...

Cerdo 08. Dez 2020

Bei nicht-statischen Methoden, also objektgebundenen Funktionen, ist das in der Regel...



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