Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Microsoft: Eine ChatGPT-Anfrage kostet bis zu 100 Milliliter Wasser

KI-Tools wie ChatGPT kosten deren Anbieter nicht nur viel Energie , sondern auch eine Menge Wasser – zum Beispiel für die Kühlung von Servern.
/ Marc Stöckel
55 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Durch ChatGPT ist der Wasserverbrauch in Iowa zuletzt massiv angestiegen. (Bild: OLIVIER MORIN/AFP via Getty Images)
Durch ChatGPT ist der Wasserverbrauch in Iowa zuletzt massiv angestiegen. Bild: OLIVIER MORIN/AFP via Getty Images

Schon fünf ChatGPT-Anfragen können im Rechenzentrum von Microsoft sowie in damit verbundener Infrastruktur wie beispielsweise Kraftwerken einen Wasserverbrauch von zusammengerechnet etwa einem halben Liter zur Folge haben. Das geht einem Bericht der Associated Press(öffnet im neuen Fenster) (AP) zufolge aus einer vorläufigen Studie hervor, in der Forscher der Universität von Kalifornien die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Umwelt untersuchen.

Im Zentrum der Untersuchungen steht dabei Microsofts Rechenzentrum im US-Bundesstaat Iowa, das die für den von OpenAI entwickelten KI-Chatbot ChatGPT erforderliche Rechenleistung bereitstellt. Dort kommen einem Bericht von Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster) zufolge mehr als 285.000 AMD-Infiniband-CPU-Kerne und 10.000 Grafikprozessoren zum Einsatz, die vornehmlich OpenAIs neustes Sprachmodell GPT-4 antreiben sollen.

Schon von 2021 auf 2022 soll der Wasserverbrauch dort um 34 Prozent auf fast 1,7 Milliarden Gallonen (etwa 6,4 Milliarden Liter) angestiegen sein, wobei die Forscher diese Entwicklung auf die zunehmende Verbreitung von KI zurückführen. Da der KI-Boom aber erst Ende 2022 mit der Veröffentlichung von ChatGPT so richtig losging, dürfte der Verbrauch in diesem Jahr noch weitaus höher steigen.

Den Berechnungen der Forscher zufolge sollen zwischen 5 und 50 ChatGPT-Anfragen vor allem für die Kühlung der Server oder anderer elektronischer Komponenten einen Wasserverbrauch von 500 Millilitern nach sich ziehen. Der tatsächliche Verbrauch hängt dabei vom jeweiligen Serverstandort sowie der dortigen Wetterlage ab – einen eher naheliegenden Zusammenhang mit der Komplexität der Anfragen erwähnt der AP-Bericht allerdings nicht.

Googles Wasserbedarf steigt ebenfalls

Auch Google soll aufgrund des zunehmenden Einsatzes künstlicher Intelligenz im gleichen Betrachtungszeitraum insgesamt 20 Prozent mehr Wasser verbraucht haben. In Oregon, wo Aufsichtsbehörden den hohen Wasserverbrauch des Konzerns schon zuvor untersucht hatten, soll dieser stabil geblieben sein. In der Nähe von Las Vegas soll Google hingegen 2022 doppelt so viel Wasser verbraucht haben wie noch im Jahr 2021. Den höchsten Verbrauch verzeichnete das Unternehmen allerdings ebenfalls in Iowa.


Relevante Themen