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Microsoft: Digitale Amnesie durch willkürliche Kontensperrungen

Viele Microsoft-Dienste lassen sich nur mit einem Microsoft-Konto verwenden. Sperrt Microsoft ein Konto, wird die digitale Identität, die daran hängt, ausradiert. Für die Betroffenen gibt es keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen.

Artikel von Günter Born veröffentlicht am
Wenn Microsoft ein Nutzerkonto sperrt, ist es offenbar schwer, da wieder dranzukommen.
Wenn Microsoft ein Nutzerkonto sperrt, ist es offenbar schwer, da wieder dranzukommen. (Bild: Gerard Julien/AFP via Getty Images)

Um Onedrive, Office 365, Xbox, Skype, Teams, den Microsoft Store oder viele weitere Microsoft-Dienste zu verwenden, wird ein Microsoft Konto benötigt. Selbst bei Windows 10 versucht Microsoft, den Nutzern beim Einrichten Microsoft-Konten unterzuschieben, das Anlegen lokaler Nutzerkonten wird neuerdings immer mehr erschwert.

Inhalt:
  1. Microsoft: Digitale Amnesie durch willkürliche Kontensperrungen
  2. Kuriose Fallbeispiele
  3. Bots sind wohl schuld an Konten-Sperrungen

Der Weg ist offenbar: Alles soll möglichst in die Cloud und zu Microsofts Abo-Lösungen à la Microsoft Office 365 geschoben werden. Spätestens 2025 wird das Unternehmen nach bisherigen Planungen viele On-Premises-Produkte wie Microsoft Office 2019 auslaufen lassen.

Normalerweise ist das - speziell für Endverbraucher, um die es in diesem Artikel geht - kein Problem. Ein Microsoft-Konto ist kostenlos und mit wenigen Mausklicks eingerichtet. Anschließend stehen digitale Dienste wie Mail über outlook.de, der Online-Speicher Onedrive, Kommunikationsdienste wie Skype oder Teams und Ähnliches zur Verfügung. Ein Problem entsteht jedoch, wenn der Zugriff auf das Microsoft-Konto verlorengeht.

Was passiert bei einer Microsoft-Kontensperre?

Verlorene Zugangsdaten sind das geringere Problem, hat Microsoft doch einige Mechanismen etabliert, die ein Zurücksetzen ermöglichen. Kritischer ist die Sperre eines Microsoft-Kontos durch den Anbieter Microsoft. Betroffene Benutzer erhalten dann eine Benachrichtigung, die über die Sperre "wegen Verstoßes gegen den Service-Vertrag" informiert.

  • Kontensperrung (Bild: Dr. Windows/Screenshot: Golem.de)
  • Einspruchserwiderung (Bild: Dr. Windows/Screenshot: Golem.de)
  • Fallbeispiel (Bild: Linkedin/Screenshot: Golem.de)
Kontensperrung (Bild: Dr. Windows/Screenshot: Golem.de)
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Ein Betroffener sagte Golem.de dazu: "Plötzlich und ohne Vorwarnung wurde mein seit Jahrzehnten bestehender Account gesperrt. Daran hängt aber meine ganze digitale Existenz: Ich habe Onedrive nicht nur für diverse Käufe, sondern auch als Bilderarchiv genutzt. Das trifft mich am härtesten."

Microsoft hat zwar für gesperrte Konten eine Informationsseite eingerichtet, auf der Betroffene Hilfe erhalten sollen und auf die auch in der Sperrmitteilung verwiesen wird. Über ein Webformular können sie sogar Einspruch gegen die Sperre des Benutzerkontos einlegen. Allerdings erhalten sie von Microsoft keinerlei Information über die Art des Verstoßes, sondern nur eine nichtssagende, aber rigorose Antwort auf ihren Einspruch.

  • Kontensperrung (Bild: Dr. Windows/Screenshot: Golem.de)
  • Einspruchserwiderung (Bild: Dr. Windows/Screenshot: Golem.de)
  • Fallbeispiel (Bild: Linkedin/Screenshot: Golem.de)
Einspruchserwiderung (Bild: Dr. Windows/Screenshot: Golem.de)

Die Botschaft: Wegen eines Verstoßes gegen den Service-Vertrag werde das Microsoft Konto gesperrt. Betroffene haben dann keinerlei Möglichkeiten mehr, auf die mit diesem Microsoft-Konto zugeordneten digitalen Dienste und Inhalte zuzugreifen. Die Entscheidung ist final, alle weiteren Versuche, mit Microsoft in Kontakt zu treten, laufen ins Leere.

Der Autor dieses Artikels sowie der Betreiber von Dr. Windows, beides langjährige Microsoft-Windows-Insider-MVPs, haben seit 2019 um die 40 Fälle von Benutzern zusammengetragen, deren Microsoft-Konten von jetzt auf gleich und ohne Vorwarnung mit dem Verweis auf den Service-Vertrag gesperrt wurden.

Mehrere Nutzer meldeten sich, weil ihre Skype-Konten mutmaßlich wegen einer nicht hinterlegten Telefonnummer gesperrt wurden. Den meisten anderen Fällen ist gemeinsam, dass die Betroffenen sich keiner Vertragsverletzung bewusst sind und von Microsoft über die Art des Verstoßes im Unklaren gelassen wurden.

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Kuriose Fallbeispiele 
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AC_Prole 25. Aug 2020

Exakt das selbe passiert mir auch ständig. Konto eröffnet und innerhalb von 24h Stunden...

dbettac 25. Aug 2020

Mit dem Unterschied, dass Du bei Facebook nichts verlierst. Am Microsoft-Account hängen...

zilti 24. Aug 2020

Ist es standardmässig. Nichts, worum sich ein Anwender heutzutage kümmern muss. Na...

XHess 21. Aug 2020

Da bin ich voll bei Dir! Das deckt sich mit meiner Konfiguration und ich vermisse auch...

Darkmalvet 20. Aug 2020

Das ändert nichts daran, dass ein deutsches Gericht geurteilt hat, dass der Zugang...


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