Bots sind wohl schuld an Konten-Sperrungen

Nach Sichtung der Fälle deutet sich an, dass die willkürlichen Kontensperren bei Microsoft durch Bots erfolgen, die Kontenaktivitäten überwachen sollen. Dort kann es immer zu Fehlern kommen. Das Problem ist aber, dass der angebliche Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen nicht wirklich benannt wird. Es gibt lediglich Vermutungen, was zu Problemen führen könnte.

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In einigen Fällen wurde bekannt, dass Betroffene über VPN auf Inhalte von Microsoft-Konten zugegriffen haben - möglicherweise von Microsoft als ein Verstoß gegen 3 Verhaltenskodex, Abschnitt vi der Nutzungsbedingungen interpretiert, den der Bot bei der Überwachung mitbekommen und das Konto gesperrt hat.

In weiteren Fällen könnten Fotos auf dem Onedrive-Laufwerk des Kontos die Ursache sein. Schnell ist ein Bild der badenden Kinder oder Ähnliches mit hochgeladen und wird als "Darstellung mit nackter Haut" inkriminiert. Selbst wer peinlich darauf achtet, nichts Derartiges auf Onedrive hochzuladen, läuft möglicherweise in diese Falle - nämlich immer dann, wenn Fotos aus Apps (auch Onedrive) und Messengern automatisch in der Cloud gesichert werden. Es ist bekannt, dass Microsoft Onedrive-Konten aktiv auf kritische Inhalte scannt.

Zum Problem wird es dadurch, dass es bei Microsoft keinen funktionierenden Weg für Betroffene gibt, gegen diese Entscheidung erfolgreich Einspruch zu erheben. Ob ein Konto wieder freigeschaltet wird, ist Glückssache.

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So werden digitale Identitäten vernichtet und es können mehrere Tausend Euro Schaden entstehen, zum Beispiel durch über ein Konto gekaufte und diesem zugeordnete Apps oder Spiele.

Zusammengefasst ist das Dilemma folgendes:

  • Ein Microsoft-Konto kann jederzeit ohne Begründung (Verweis auf die Nutzungsbedingungen reicht) gesperrt werden.
  • Einen Grund für die Sperre erfahren die Betroffenen nicht.
  • Einen funktionierenden Weg zur Konfliktlösung und Reaktivierung des Kontos gibt es nicht.
  • Auf Inhalte, die auf den betreffenden Diensten abgelegt sind, kann nicht mehr zugegriffen werden.
  • Besteht ein kostenpflichtiges Abo, können Betroffene dieses, mangels Zugriffs auf ihr Konto, nicht kündigen - das Abo läuft in der Regel weiter.

Der deutschsprachige Microsoft-Support hat keinen Einfluss auf diese Kontensperrungen - alle Entscheidungen werden von einer abgeschotteten Gruppe in Redmond getroffen. Wer von einer Kontosperre betroffen ist, hat kaum eine Chance, sein Konto wiederzubekommen. Alle dort abgelegten Inhalte sind damit verloren.

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Juristisch knifflig

Juristisch ist der Fall ebenfalls knifflig. Niemand wird für ein Abo unter 100 Euro pro Jahr vor Gericht ziehen. Kritisch wird auch die Beweislast - den Betroffenen ist kein Grund bekannt, gegen den sie wegen der Sperre klagen könnten. Zudem haben sie die Vertragsbedingungen beim Anlegen des Microsoft-Kontos akzeptiert.

Wie hoch die Fehlerquote bei automatischen Kontosperrungen ist, lässt sich kaum abschätzen. Angesichts der obigen Erfahrungsberichte und unter Berücksichtigung des Interpretationsspielraums, etwa was Nacktfotos aus juristischer Sicht in Deutschland und in den USA sind, lässt sich privaten Nutzern nur raten, auf ein lokales Benutzerkonto zu setzen und einen weiten Bogen um Microsoft-Konten, auch unter Windows 10, zu machen.

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 Kuriose Fallbeispiele
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AC_Prole 25. Aug 2020

Exakt das selbe passiert mir auch ständig. Konto eröffnet und innerhalb von 24h Stunden...

dbettac 25. Aug 2020

Mit dem Unterschied, dass Du bei Facebook nichts verlierst. Am Microsoft-Account hängen...

zilti 24. Aug 2020

Ist es standardmässig. Nichts, worum sich ein Anwender heutzutage kümmern muss. Na...

XHess 21. Aug 2020

Da bin ich voll bei Dir! Das deckt sich mit meiner Konfiguration und ich vermisse auch...

Darkmalvet 20. Aug 2020

Das ändert nichts daran, dass ein deutsches Gericht geurteilt hat, dass der Zugang...



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