Microsoft: Die Neuerungen von Windows 10

Die Neuerungen von Windows 10 beschränken sich nicht auf das Startmenü und sichtbare Veränderungen am Desktop, die die alltägliche Arbeit erleichtern sollen. Auch im Hintergrund wurde das Betriebssystem überarbeitet - in gewissen Grenzen. Teilnehmer von Microsofts Vorschauprogramm können bereits jetzt mit dem finalen 240er-Build die augenscheinlichen Unterschiede ausprobieren, mit denen wir uns in kommenden Tests beschäftigen werden. Wir wollen aber auch gerade die Änderungen betrachten, die sich für Anwender nicht sofort erschließen und daher auch schwer testen lassen.

Deren Auswirkungen werden Nutzer erst im Laufe des Produktzyklus von Windows 10 zu spüren bekommen - nach einigen Tagen, Wochen oder sogar Monaten bis Jahren. Abhängig ist das insbesondere von der Akzeptanz der Partner, also der unabhängigen Softwareentwickler, der Kunden und auch der Hardwarepartner. Die Geschwindigkeit dieses Prozesses wird die Bedeutung einzelner Neuerungen bestimmen.
Das neue Windows Update for Business wird einer der Bereiche sein, den vorsichtige Unternehmen vor einem Wechsel erst monatelang mit Testinstallationen prüfen werden. Bei DirectX 12 mit seinen vielen Neuerungen in der Komponente Direct3D wird es vermutlich Jahre brauchen, bis sich auch mittelgroße Studios angepasst haben. Das gilt auch für viele andere APIs, die wir in diesem Artikel berücksichtigen. Entwickler müssen sich erst einmal einlesen, mit dem gerade erst fertiggestellten Windows 10 ihre Produkte testen und sie anschließend zur Verfügung stellen. Und das gilt nicht nur für herkömmliche Programme und Apps, sondern auch für Webentwicklungen des neuen Browsers, der Edge heißt, viele Neuerungen bietet und den Internet Explorer ergänzt, vorerst aber nicht ablöst.
Für Hardwarehersteller gibt es durch das neue Authentifizierungskonzept Windows Hello neue Gelegenheiten, Hardware mit Biometrie für jedermann zu verkaufen. Zudem müssen Softwareentwickler wie Hardwareentwickler neue Gerätekategorien beachten. Kernstück auf Softwareseite ist Microsofts neue Universal Windows Platform, die es den Entwicklern ermöglicht, sich zumindest auf Geräte wie Hololens, Surface Hub oder später im Jahr 2015 auf Windows 10 Mobile vorzubereiten.
Was zwischen Windows 7 und Windows 10 passierte
Gerade aus der Sicht eines Windows-7-Nutzers sind die vielen Änderungen interessant, die bereits mit Windows 8 eingeführt wurden. Wer den Vorgänger von Windows 10 übersprungen hat, der kann in unserem 14-seitigen Artikel Windows 8: Die Neuerungen unter der Haube aus dem Jahr 2012 diese noch einmal nachlesen. Denn mit Windows 8 gab es zahlreiche Veränderungen an der Systemarchitektur des Betriebssystems.
Damit wiederholt sich die Geschichte, denn auch mit Vista (interne Versionsnummer 6.0) wurden erhebliche Veränderungen an den Systeminterna vorgenommen, die vom breiten Publikum erst vom späteren Windows 7 (interne Versionsnummer 6.1) angenommen wurden.
Natürlich sind nicht alle Neuerungen von Windows 8 noch für Windows 10 von unbedingter Relevanz. Ein Beispiel dafür, das ebenfalls die Systemarchitektur betrifft: Microsoft hat den gesamten Miracast-Bereich für Windows 10 noch einmal neu entwickelt. Das war offenbar notwendig, um die neuen Möglichkeiten in Windows 10 zu verwenden und auch ein paar Abhängigkeiten zur alten Charms-Leiste zu lösen, die eher verwirrten. Das Abspiel-Charm gibt es nicht mehr. Dafür können Entwickler von Casting-Apps ihre eigene Oberfläche gestalten.
Das hat für Entwickler den Nachteil, dass sie ihre Miracast-Anwendungen noch einmal überarbeiten müssen, wie uns Microsoft schon auf der Entwicklerkonferenz Build 2015 mitteilte. Es ist gleichzeitig auch ein Beispiel dafür, dass Microsoft nicht davor zurückschreckt, Kompatibilität aufzugeben, obwohl erst mit Windows 8.1 natives Miracast aufwendig eingebaut wurde . Windows 10 ist damit mehr als nur ein einfaches Update von Windows 8.1.
Die Windows-10-Hardware: Windows Hello mit komfortablen Biometrie-Funktionen
Einige der Neuerungen von Windows 10 sind vor allem für Hardware-, teils aber auch für Softwareproduzenten von Relevanz. Mit dem neuen Betriebssystem will Microsoft die Art der Authentifizierung zumindest für Privatanwender ändern. Bereits jetzt sieht das der Nutzer, wenn er einen alten Rechner mit Windows 10 bespielt. Statt eines kontenbasierten Passworts möchte Microsoft, dass eine PIN eingerichtet wird. Das ist vor allem von Vorteil, wenn der Nutzer sein Microsoft-Konto auf mehreren Geräten verwendet. So hat ein Angreifer nicht mehr Zugriff auf sämtliche Geräte und gegebenenfalls auch sämtliche Cloud-Daten, wenn er sich zum Beispiel Zugang zum Passwort für das Microsoft-Konto verschafft.
Die PINs arbeiten geräteabhängig: Wird die PIN von einem Notebook abgeschaut, kann der Angreifer sich nicht auch auf dem Smartphone anmelden oder sich an den Cloud-Daten zu schaffen machen. Es ist dennoch immer im Interesse des Nutzers, seine besonders wichtigen Passwörter möglichst selten in der Öffentlichkeit zu verwenden.
Funktioniert Windows Hello?
Zusätzlich dazu will sich Microsoft von Passwörtern und PINs in Teilen verabschieden . Windows Hello heißt die neue Funktion, die allerdings laut Microsoft moderne Authentifizierungshardware erfordert. Die Authentifizierung verlagert sich hierbei auf biometrische Merkmale. Der Vorteil: Ein heimlicher Schulterblick auf ein eingegebenes Passwort reicht hier nicht mehr. Der Nachteil: Absolute Sicherheit bietet bisher auch Biometrie nicht. Die meisten Systeme sind etwa vom Chaos Computer Club mit einfachen Mitteln längst überlistet worden . Darunter fällt auch der hochauflösende Fingerabdruckleser des iPhones - nicht aber Systeme von Fujitsu. Sowohl der Venenscanner als auch der Irisscanner , der sogar schon in Smartphones zu finden ist , zeigen viel Potenzial. Doch ob diese in Windows-Geräte verbaut werden, ist noch unbekannt. Auch Microsoft wird mit seinem Know-how sicher einiges beisteuern. Intels Realsense-3D-Technik gibt es zudem bereits in einigen Hardwareprodukten.

Nach dem derzeitigen Zeitplan wird dafür vor allem die Messe Ifa in Berlin Anfang September 2015 eine wichtige Veranstaltung. Dort will Microsoft zusammen mit Partnern zahlreiche neue Windows-Geräte vorstellen - natürlich mit Windows 10.
Gerade für diese neuen Geräte dürfte ein frisch veröffentlichtes Windows-10-ISO von Vorteil sein. Denn nach langer Zeit sind die Betriebssystemdaten wieder aktuell. Lästig lange Windows-Updates und Treibersuchereien werden zumindest vorerst nicht mehr nötig sein. Und es soll immer wieder eine neue Windows-10-Version geben - gewissermaßen als erweitertes Service Pack inklusive Treiber und neuer Funktionen. Ob Microsoft dieses Versprechen hält, wird sich allerdings erst im Laufe des Jahres zeigen.
Hardwareseitig werden vor allem aktuelle Treiber in das System integriert, die die alten Windows-Versionen nicht mehr haben. Für USB 3.1 soll die Installation von Treibern entfallen , dementsprechend kann moderne Hardware nun direkt nach einer Neuinstallation genutzt werden. Die Treiberunterstützung ist insbesondere für den USB-C-Stecker notwendig, denn darüber wird der Alternate-Mode möglich, um etwa Displayport-Signale per USB zu transportieren .
Touchpads bekommen mit Windows 10 zudem neue Gesten - auch in Teilen eine Frage des Treibers. Dies ist jedoch auch stark von der eingesetzten Hardware abhängig. Nicht jedes Touchpad lässt sich mit drei Fingern steuern.
Die Windows-10-Hardware: schneller durch Direct3D 12
Zu den größten technischen Neuerungen von Windows 10 - auch und vor allem für Spieler - gehören das Windows Display Driver Model (WDDM) 2.0 und die darauf basierende Grafikschnittstelle Direct3D 12 (D3D12). Diese haben viele Vorteile: Die Videospeicherverwaltung wurde stark überarbeitet, Prozessoren werden besser ausgelastet oder sparsamer bei gleicher Leistung und Grafikkarten können neue Effekte darstellen. Allerdings funktionieren manche Neuerungen nur mit bestimmter Hardware.

Um grundlegend die Vorteile der D3D12-Schnittstelle zu nutzen, muss eine Grafikkarte verbaut oder eine in einem Prozessor integrierte Grafikeinheit vorhanden sein, die mindestens D3D11 unterstützt. Bei AMD sind das alle Radeon-Modelle mit GCN-Architektur, also die HD-7000-Serie oder neuere Modelle. Den älteren DX11-Karten der HD-5000- und 6000-Serie fehlt die Treiberunterstützung für das WDDM 2.0 unter Windows 10.
Nvidia-Besitzer benötigen mindestens eine Grafikkarte aus der Fermi-Generation, also eine Geforce der GT/GTS/GTX-400/500-Reihe. Die neueren Modelle mit den Architekturen Kepler (Geforce GT/GTX 600/700) und Maxwell v1 (Geforce GTX 750 und 750 Ti) unterstützen D3D12 prinzipiell ebenfalls. Intels Grafikeinheiten beherrschen den Umgang mit der Grafikschnittstelle seit der Haswell-Generation, die aktuellen Broadwell-Modelle sind auf dem gleichen technologischen Stand. Die Voraussetzung sind passende Treiber, genauer der Catalyst 15.7, der Geforce 352.84 und Intels 10.18.15.4248 oder neuere Versionen.
Höhere CPU-Geschwindigkeit durch mehr Render-Aufrufe
Alle genannten Grafikkarten und Grafikeinheiten eignen sich für eine wesentliche Verbesserung von D3D12 verglichen mit D3D11: den verringerten Overhead. Die neue Grafikschnittstelle ähnelt in ihrer Arbeitsweise den Treibern einer Spielekonsole oder AMDs bereits verfügbarer Mantle -API. Um Objekte zu berechnen, muss die GPU einen Render-Aufruf an den Prozessor schicken. Unter D3D11 sind diese sogenannten Draw-Calls schlecht parallelisiert, in den meisten Fällen arbeitet sie nur ein CPU-Kern ab.
Je komplexer die Szene, desto mehr wird das System dadurch ausgebremst. Ein Beispiel: Fährt in einem Rennspiel kein Wagen vor dem Spieler, sind die Render-Aufrufe sehr viel geringer als mit zwei Dutzend Fahrzeugen. Ähnlich verhalten sich Strategietitel: Zu Beginn läuft die Partie flüssig, je mehr Einheiten und Gebäude berechnet werden, desto geringer wird die Bildrate - denn die Grafikkarte wartet auf Daten von der CPU.
Unter D3D12 kann die Grafikkarte viel mehr Draw-Calls zugleich versenden und alle Kerne arbeiten diese ab. Dadurch steigt die Ausführungsgeschwindigkeit pro CPU-Kern, und das Multithreading wird verbessert. Wie sehr durch diese Veränderung des Treibermodells die Bildrate in Spielen steigt, hängt davon ab, wie viele Szenen in welchem Maße prozessorlimitiert sind. Die Slightly Mad Studios gehen für Project Cars beispielsweise von einem Leistungsplus von 30 bis 40 Prozent aus, wenn das Spiel unter D3D12 statt unter D3D11 läuft.
Der geringere Overhead hat abseits höherer Bildraten noch einen weiteren Vorteil: Statt die Leistung zu steigern, besteht auch die Option, die bisherige Geschwindigkeit bei einem geringeren Energiebedarf zu erreichen. Muss der Prozessor etwa ein paar Tausend Draw-Calls abarbeiten, geschieht dies unter D3D12 deutlich schneller und die CPU-Kerne können früher heruntertakten.
Bei einem Notebookchip mit integrierter Grafikeinheit und gedeckelter Leistungsaufnahme kann die GPU eine höhere Turbofrequenz nutzen, die Geschwindigkeit des Systems steigt, ohne den Energiebedarf zu erhöhen. Mit fixer Bildrate hält zudem der Akku länger durch, da D3D12 die gleiche Leistung mit einer besseren Effizienz erreicht.
Neue Rendering-Features und Multi-Adapter
Abseits des unter D3D12 verringerten Treiber-Overheads bringt die neue Grafikschnittstelle weitere sogenannte Rendering Funktionen mit sich. Das sind fest verdrahtete Hardwarefunktionen, mit denen teils neue Effekte möglich werden, für die bisher die Geschwindigkeit nicht ausreichend war. Welche Grafikkarte welche Rendering Funktionen unterstützt, bestimmen die verpflichtenden und die optionalen Feature Levels - leider ein komplexes Thema.
Microsoft unterscheidet das Feature Level 12_0 und das Feature Level 12_1. Ersteres unterstützen AMDs GCN-Chips Bonaire (Radeon HD 7790, Radeon R7 260/260X), Hawaii (Radeon R9 290/290X), Tonga (Radeon R9 285/380) und Fiji (Radeon R9 Fury/Fury X) sowie Intels kommende Skylake-Generation. Zum Feature Level 12_1 sind bisher einzig Nvidias Maxwell-v2-Chips (Geforce GTX 900/Titan X) kompatibel, was aber nur bedingt etwas aussagt.
In der Praxis entscheiden die Spielestudios, welche Rendering Features sie unterstützen und einsetzen möchten, unabhängig vom nominellen Feature Level. Das von Intel in Haswell eingebaute Pixelsync etwa entspricht den Rasterizer Ordered Views von 12_1 und wurde in Race Driver Grid schon 2013 für die Rauchdarstellung und in Rome 2 für die Laubberechnung verwendet.
AMDs wie Nvidias Grafikkarten unterstützen zudem Rendering Features, die über das Feature Level 12_1 hinausgehen, beispielsweise die Volume Tiled Ressources für bessere Raucheffekte oder Resource Binding Tier 3 für eine höhere Geschwindigkeit. Wir erwarten allerdings, dass in kommenden Spielen tendenziell Rendering Features eingesetzt werden, die Radeon-Karten mehr liegen, da deren Architektur auch in den aktuellen Konsolen steckt.
Bei einigen PC-Titeln könnte Nvidia via Gameworks zusätzliche Effekte einbauen, die per exklusiv von Geforce-Grafikkarten unterstütztem Conservative Rasterization Tier 1 gerendert werden - bessere Schatten etwa.
Grafikkarten unterschiedlicher Hersteller koppeln
Zu den weiteren Verbesserungen von WDDM 2.0 und D3D12 gehört die bessere Speicherverwaltung: Grafikchips können auf einen virtuellen Speicher zugreifen, statt einzig logische Bereiche zu adressieren. Das reduziert die Arbeit des Video-Memory-Managers und dürfte die Leistung vor allem bei integrierten Grafikeinheiten steigern. Die können zudem unter Windows 10 auf bis knapp die Hälfte des Arbeitsspeichers zugreifen. Intel plädiert daher dafür, dass Spielestudios keine D3D12-Titel mit 32-Bit-Ausführungsdatei entwickeln sollten, sondern nur noch 64-Bit-Anwendungen. Letzteres ist durch die aktuellen Konsolen bei den meisten Cross-Plattform-Titeln schon der Fall.

Eine neue, sehr interessante Funktion von D3D12 ist Multi-Adapter: Statt zwei dedizierte Grafikkarten gemeinsam rechnen zu lassen, hilft die interne Grafikeinheit im Prozessor dem gesteckten Modell. Das klappt auch bei Modellen unterschiedlicher Hersteller, beispielsweise einer integrierten Intel-GPU und einer dedizierten Geforce-Karte. Microsoft zeigte eine Unreal-Engine-4-Demo, bei der einige Nachbearbeitungseffekte auf die Intel-Grafikeinheit ausgelagert werden, wodurch die Bildrate steigt. Wie sich Multi-Adapter auf die Frametimes (Anzahl der Millisekunden, für die Berechnung eines Bildes) auswirkt, ist nicht bekannt. Bei bisherigen Multi-GPU-Lösungen variieren die Frametimes oft, was zu Mikrorucklern führt. Die Funktion muss zudem von den Entwicklern händisch in deren Spiele implementiert werden.
Viele D3D12-Spiele und Updatezwang
Zu den kommenden D3D12-Spielen zählen die Tanoa-Erweiterung von Armed Assault 3, Deus Ex Mankind Divided, Fable Legends, die Ultimate Edition von Gears of War und King of Wushu. Cloud Imperium Games möchte eine spätere Version Star Citizen mit D3D12 aktualisieren, die aktuelle Alpha v1.1.4 unterstützt einzig D3D11. Die Early-Access-Spiele Ark Survival Evolved und Ashes of the Singularity(öffnet im neuen Fenster) erhalten ihren Entwicklern zufolge bis Ende Juli 2015 Updates mit D3D12-Support, also in den nächsten Tagen. Für die Vorabversion von DayZ und das regulär veröffentlichte Project Cars sind in den nächsten Monaten Patches geplant, welche D3D12 integrieren.

Die neue Grafikschnittstelle wird viel besser von den Studios angenommen als vor knapp sechs Jahren der Vorgänger D3D11; große Engines wie die Cryengine, die Frostbite und die Unity unterstützen D3D12 bereits. Der weit verbreiteten Basis an DX11-fähiger Hardware inklusive der aktuellen Spielekonsolen kommt dabei eine wichtige Rolle zu: Da der Prozessor entlastet ist, dürften Titel wie Arma 3 oder Project Cars stark von der API profitieren, was auch und gerade Spielern mit älteren Rechnern zugutekommt. Spannend wird zudem, welche kommenden Titel welche neuen Rendering Features nutzen werden.
Künstlicher Updatezwang dürfte vor allem Spieler zum Wechsel bewegen
All die Verbesserungen und Neuerungen rund um das Windows Display Driver Model 2.0 und die Grafikschnittstelle Direct3D 12 haben einen Haken: Microsoft hat sich dazu entschlossen, das WDDM 2.0 einzig in Windows 10 zu integrieren - Nutzer älterer Windows-Betriebssysteme haben daher keinen Zugriff auf D3D12.
Das ist ein schlauer Schachzug: Wer vom geringen Overhead, den Rendering Features, der besseren Speicherverwaltung und den weiteren Neuerungen profitieren möchte, muss das Betriebssystem wechseln oder upgraden. Unserer Ansicht nach ist das Potenzial von Direct3D 12 groß genug, um für Spieler einen Umstieg zu rechtfertigen.
Edge: das große Aufräumen im Browserbereich
Typischerweise hätten Webentwickler in der Vergangenheit separat für den Internet Explorer programmiert, schreibt selbst Microsoft(öffnet im neuen Fenster) . Mit dem neuen Standardbrowser für Windows 10, Edge, soll diese Aufspaltung des Webs endlich überwunden werden. An diesem Ziel arbeiten die Entwickler seit über eineinhalb Jahren.
Bereits Anfang 2014 ist die bisherige Rendering-Engine des Internet Explorer, Trident, geforkt worden. Seitdem wird Edge konsequent auf Interoperabilität hin entwickelt. Der wohl größte Schritt dabei war das Entfernen der proprietären Insellösungen von Microsoft , deren Anfänge teils fast 20 Jahre zurückreichen.
So kommt Edge nun etwa ohne ActiveX und VBScript aus. Ebenso sind die Browser Helper Objects (BHO) abgeschafft worden. Über die BHO konnten binäre Erweiterungen wie Toolbars für den Browser erstellt werden. Den Angaben von Microsoft zufolge sind mehr als 300 veraltete Schnittstellen und damit etwas mehr als 220.000 Zeilen Quellcode aus der Engine verschwunden. Zurzeit soll aber nicht geplant sein(öffnet im neuen Fenster) , Edge oder auch nur Bestandteile wie die Engine quelloffen zu veröffentlichen.
Browser mit neuer Oberfläche
Nutzern, die auf Windows 10 wechseln, wird aber zuerst die neu gestaltete Oberfläche des Browsers auffallen. So zeigt Edge beim ersten Start einen Newsfeed von MSN samt Wetterbericht sowie ein Eingabefeld, das Bing-Suche und URL-Leiste vereint. Auf der Übersichtsseite für einen neuen Tab werden einige "Top-Websites" mit Icons in Kacheln dargestellt. Diese Seite kann zudem um den Newsfeed erweitert werden.
Die Darstellung kann allerdings angepasst werden. So ist auch eine leere Seite möglich. Ebenso kann die Themenauswahl des Newsfeeds den Interessen des Nutzers angepasst werden. Sowohl auf der Startseite mit dem Newsfeed als auch bei der Neue-Tab-Übersicht fehlt augenscheinlich die klassische URL-Leiste am oberen Fensterrand neben den anderen Steuerungselementen. Ein Klick in diesen Bereich lässt jedoch die URL-Zeile erscheinen und die eher zentral dargestellte Suchleiste verschwinden.
Darüber hinaus folgt das Design des Browsers nun einem flachen Konzept. So werden die Einstellungen nicht mehr wie im Internet Explorer in einer Art Pop-up angezeigt, sondern von rechts in das Bild eingeblendet - ohne 3D-Hervorhebung. Um etwas Platz zu sparen, befinden sich außerdem die Tabs ähnlich wie bei Chrome in der Leiste mit den Knöpfen zum Schließen und Minimieren des Fensters.
Über einen Hamburger-Button(öffnet im neuen Fenster) erhalten Nutzer Zugriff auf die Downloads, den Verlauf, die Leseliste sowie die Favoriten. Ein Klick auf den Stern ermöglicht das Markieren einer Webseite als Favorit oder das Hinzufügen auf die Leseliste, um später schnell auf die Seite zurückkehren zu können. Webseiten können geteilt werden und Anwender können sich Notizen im Browser anfertigen.
Edge: Browsersuche mit Cortana und ein moderner Kern
Falls Cortana auf dem System aktiviert ist, kann Edge auch auf den persönlichen Assistenten zugreifen, sofern dies gewünscht ist. Ansonsten kann die Verknüpfung des Dienstes mit dem Browser auch deaktiviert werden. Cortana ist aber nicht nur dazu gedacht, Edge per Spracheingaben zu steuern.
Vielmehr kann damit im Web nach weiterführenden Informationen gesucht werden, während Nutzer browsen. Dazu reicht es aus, Text auf einer Seite zu markieren, um dann Cortana zu befragen. Die Ergebnisse werden in einer Seitenleiste dargestellt, die etwa Inhalte aus der Wikipedia anzeigt.
Edge für das modernere Web
Wie erwähnt haben die Entwickler sehr viele veraltete APIs entfernt. Ersatz dafür sollen vor allem aktuelle Webstandards bieten, die übergreifend von allen Browsern unterstützt werden. Sehr gut sichtbar wird das etwa beim nicht mehr installierten Silverlight. Edge setzt stattdessen auf die Media Source Extensions sowie die Encrypted Media Extensions von HTML5, so dass nun zum Beispiel Filme auf Netflix auch ohne Zusatzsoftware gesehen werden können. Bei Amazons Instant Video wird noch Flash verwendet.
Einen Überblick über die neuen Webfunktionen bietet Microsoft selbst in einem Statusbericht(öffnet im neuen Fenster) . Dort lässt sich der Fortschritt bei der Implementierung einzelner APIs auch mit den anderen Browsern vergleichen. Neben Neuerungen aus Ecmascript 6 unterstützt Edge demnach unter anderem Schnittstellen für Webaudio oder Gamepads, das Attribut srcset für Bilder oder auch CSS-Gradienten.
Mit Hilfe der Übersicht lässt sich auch die Entwicklung von Edge gut verfolgen. So sind dort Funktionen gelistet, über deren Umsetzung noch nicht entschieden worden ist, wie Fetch API, Push API, HTML-Imports oder Benachrichtigungen. Derzeit überhaupt nicht implementieren möchte Microsoft etwa die Midi-API, WebP oder auch WebRTC.
Insbesondere für Letzteres gibt es aber einen guten Grund. Microsoft forciert mit ORTC einen Nachfolgestandard, der auch als WebRTC 1.1 bezeichnet wird. Dieser könnte später als Grundlage dafür dienen, Skype vollständig ins Web zu bringen. Einige der experimentellen Funktionen lassen sich in einem Menü aktivieren, das über die Eingabe von about:flags in der URL-Leiste erreichbar ist.
Die modernen Fähigkeiten von Edge zeigt Microsoft beispielhaft auf einer gesonderten Webseite mit diversen Demos(öffnet im neuen Fenster) , die natürlich auch als Referenz für andere Browser genutzt werden können. Der Quellcode der gezeigten Demos findet sich unter der Apache-Lizenz auf Github(öffnet im neuen Fenster) .
Zwar können Webentwickler mit Edge bereits auf wesentlich mehr Funktionen zugreifen, als dies mit dem Internet Explorer möglich ist. Doch im Vergleich mit aktuellen Versionen des Firefox-Browsers und vor allem mit Chrome schneidet Edge im HTML5-Test(öffnet im neuen Fenster) immer noch deutlich schlechter ab.
Edge: schnelleres Javascript und mehr Sicherheit durch Standards
Vergleichbare oder teils etwas bessere Ergebnisse als die Konkurrenz(öffnet im neuen Fenster) erzielt Edge in Javascript-Benchmarks. Im Vergleich mit dem Internet Explorer ist der neue Browser gar fast doppelt so schnell. Das ist das Ergebnis massiver Optimierungsarbeiten am Jit-Compiler der Javascript-Engine Chakra .
Davon profitieren aber nicht nur Nutzer, die im Web surfen. Denn Chakra kann auch für Skripte(öffnet im neuen Fenster) in klassischen Windows-Anwendungen (Win32) sowie den neuen Apps der Universal Windows Platform (UWP) verwendet werden. Hauptsächlich für die IoT-Version von Windows 10 kann Chakra nun auch in Node.js(öffnet im neuen Fenster) genutzt werden. Microsoft ist einer der Sponsoren der Node.js Foundation(öffnet im neuen Fenster) .
Standards dienen der Sicherheit
Um den Browser abzusichern , sind in Edge einige weitere Internetstandards umgesetzt worden. So unterstützt Edge etwa die sogenannte Content Security Policy (CSP), einen speziellen HTTP-Header, der effektiv vor Cross-Site-Scripting-Lücken schützen kann. Außerdem beherrscht Edge HTTP Strict Transport Security (HSTS), eine Erweiterung, mit der eine Webseite einem Browser mitteilen kann, dass künftig unverschlüsselte HTTP-Verbindungen nicht mehr zulässig sind.
HSTS ist auch im Internet Explorer für ältere Windows-Versionen verfügbar. Noch in der Entscheidungsphase zur Umsetzung ist HTTP Public Key Pinning , abgekürzt HPKP. Damit könnten viele Probleme des Systems der Zertifizierungsstellen gelöst werden.
Edge nutzt aber noch einige weitere systemeigene Funktionen, um die Sicherheit zu erhöhen. Ermöglicht wird etwa die durchgehende Verwendung des mit dem Internet Explorer 10 veröffentlichten Enhanced Protected Mode (EPM). Dadurch kann Edge einen viel stärkeren Gebrauch von App-Container-Sandboxes machen, so dass jede dargestellte Seite in eine eigene Sandbox "gesperrt" wird.
Als 64-Bit-Anwendung sollte außerdem die in Windows genutzte Address Space Layout Randomization (ASLR) deutlich effektiver sein. Fehlern in der Speicherverwaltung will Microsoft mit einer Garbage Collection (MemGC) entgegentreten, wodurch Nutzer vor dem Ausnutzen von Use-After-Free-Lücken durch Angreifer bewahrt werden sollen.
Zudem nutzt Edge den Control Flow Guard (CFG). Dabei handelt es sich um eine Erweiterung aus Visual Studio, die Mechanismen zur Überprüfung in den Code kompiliert, um die möglichen Positionen stark einzuschränken, an die Schadcode springen kann.
Alter Browser für alte Funktionen
Trotz all der Neuerungen von Edge ist aber auch der Internet Explorer 11 in Windows 10 weiterhin installiert. Er bleibt erhalten, um die Kompatibilität zu den alten Techniken gewährleisten zu können, was wohl für viele Unternehmenskunden von großer Bedeutung ist. Nutzer von Edge können sich jede beliebige Seite per Klick im Menü auch im Internet Explorer anzeigen lassen, falls dies notwendig wird.
Käufern der Enterprise-Lizenz von Windows 10, die sich für den Long Term Servicing Branch (LTSB) entscheiden, bleibt Edge dagegen komplett vorenthalten . Das soll aber als Dienst am Kunden verstanden werden, da somit viele neue Funktionen zunächst von der Installation ferngehalten werden, was für die gewohnte Stabilität des Produkts sorgen soll.
Zwar werden Edge und der Internet Explorer wohl noch über einige Jahre parallel gepflegt werden. Doch der Internet Explorer 11 ist die letzte Version des alten Browsers, der langfristig wahrscheinlich abgeschafft wird.
Noch keine Erweiterungen für Edge
Ein weiterer Grund, noch auf den Internet Explorer auszuweichen und Edge nicht zu verwenden, ist die fehlende Unterstützung für Erweiterungen in dem neuen Browser. Künftig sollen diese allerdings mittels HTML und Javascript(öffnet im neuen Fenster) umgesetzt werden können, sogar jene aus Chrome und Firefox sollen verwendet werden können. Sobald die Technik vorhanden ist, können die Erweiterungen über den Windows Store verteilt und bezogen werden. Wann dies geschehen soll, ist aber noch nicht bekannt.
Die beiden bisher wohl wichtigsten Plugins, der Flash-Player und die Anzeige von PDF-Dateien, sind nun nativ in den Browser integriert. Adobes Flash-Player wird standardmäßig in Windows 10 über das Windows-Update aktualisiert. Der Player kann über einen Eintrag im Menü des Browsers abgeschaltet werden.
UWP: Was Windows-10-Apps alles können
In Windows 10 sind einige neue APIs enthalten, von denen viele der Universal Windows Platform (UWP) dienen, also dafür sorgen, dass Apps über verschiedene Geräte hinweg leicht genutzt werden können. Diese Schnittstellen werden wohl von den meisten externen Entwicklern eingesetzt und natürlich auch von Microsoft selbst.
Für Anwender ergibt sich daraus ein mehr oder weniger verändertes Nutzungsverhalten. Dank der neuen Bordmittel sollten die Apps unterschiedlicher Anbieter aber auch etwas einheitlicher aussehen, da diese nun weniger Eigenimplementierungen vornehmen müssen.
Adaptive Oberflächen und Hamburger-Button
Zu einem konsistenten Look-and-Feel einer App - unabhängig vom Gerät, auf dem sie läuft - sollten außerdem einige Besonderheiten der UWP führen. Denn mit der Einführung der UWP kann die Oberfläche einer Anwendung bei gleicher Programmlogik sehr leicht an unterschiedliche Displaygrößen angepasst werden. Ausgehend von UI-Veränderungen wie zum Beispiel der Größenanpassung an die Displays können auch bestimmte weiterführende Ereignisse ausgelöst werden.
Einfacher ist nun auch die Trennung von eigentlichem Inhalt und nicht dauerhaft angezeigten Teilen wie Steuerungselementen. Dies könnte häufig für den sogenannten Hamburger-Button genutzt werden, da sich etwa Menüs leichter implementieren lassen. Ebenso können die Positionen der Steuerungselemente einer App nun relativ zueinander festgelegt werden. Letzteres führt wiederum zu einem konsistenten Aussehen über Gerätegrenzen hinweg.
Street-View-Bilder für alle
Beispielhaft für ein zumindest etwas stabileres Aussehen über verschiedene Anwendungen hinweg sei hier die Einbindung eines Kalenders genannt. Über die Calenderview-API können Daten ausgewählt oder etwa bereits geblockte Tage leicht ausgegraut dargestellt werden.
Die Klasse zum Einbetten einer Karte ist um 3D-Luftbilder sowie Street-View-Aufnahmen erweitert worden. Darüber hinaus können UWP-Apps auf sämtliche Funktionen dieser Klasse wie die Routenplanung zugreifen. Ebenso lassen sich Karten auf PC und Smartphone nun zur Offlineverwendung herunterladen. Karten-Apps greifen automatisch auf die heruntergeladenen Daten zu, sofern keine Netzverbindung besteht.
Die Apps sind schneller
Komplexe Listenelemente lassen sich inkrementell nachladen, wodurch der Rendering-Prozess schrittweise durchgeführt wird. Dieses verzögerte Laden von UI-Elementen kann auch auf bestimmte weitere Bereiche ausgedehnt werden, etwa auf jene Elemente, die beim Start der App noch nicht sichtbar sind. Dadurch sollten Apps deutlich flüssiger laufen.
Zur Beschleunigung der UWP-Apps trägt auch bei, dass diese nun standardmäßig als "native" Anwendung kompiliert werden. Das heißt: Anders als bisher wird ein Großteil des Codes nicht mehr Jit-kompiliert, sondern Ahead-of-Time. Die weitgehende Modularisierung des .Net-Frameworks mit .Net Core 5 sollte einzelne Apps ebenfalls leichtgewichtiger und damit schneller machen. Final wird .Net Core 5 wohl aber erst im kommenden Jahr veröffentlicht werden.
Server für Tastatureingaben
Texteingaben können nun über ein zentrales Client-Server-Modell verarbeitet werden. Dieses Konzept ist ähnlich dem Vorgehen bei Mac OS X oder auch Linux. Der Server sorgt dabei unter Windows vor allem für eine automatische Synchronisation der tatsächlichen Eingabe mit ihrer technischen Repräsentation in einem Speicherpuffer.
Verbessert worden ist außerdem die Handhabung der kleinen Hilfefenster für Schriftzeichen, die häufig zur Darstellung ostasiatischer Sprachen genutzt werden. Auch die Ausrichtung von Text - also von links nach rechts wie im Deutschen oder von rechts nach links wie im Arabischen - sollte nun automatisch erkannt werden.
UWP: bessere Kommunikation nicht nur durch Cortana
Die Stimmerkennung von Cortana kann nun prinzipiell in jede App eingebaut werden, dazu muss die Software lediglich um eigene Befehle erweitert werden. Damit können dann einzelne Aktionen ausgelöst werden. So müssen Nutzer die App nicht erst öffnen, sondern können direkt mit Cortana interagieren.
Apps können außerdem recht leicht Daten und Dateien austauschen beziehungsweise auf diese zugreifen. Anwender müssen dadurch nicht mehr mehrere Apps gleichzeitig benutzen, etwa um Kontaktdaten zu finden. Mit Hilfe der sogenannten App-Services können derartige Dienste zur Weiterverwendung auch in Tasks ausgelagert werden, die im Hintergrund laufen.
Läuft der Datentransfer mit Hilfe von Sockets übers Netzwerk, können Apps die Verbindungen über einen Broker jederzeit starten und beenden. So können auch Informationen gesendet werden, obwohl die Empfängeranwendung nicht läuft. Die Dienste der Apps sollen damit erreichbarer und besser auffindbar sein.
Moderne Krypto
Neu ist auch die Möglichkeit, Verschlüsselung auf Basis elliptischer Kurven verwenden zu können. Diese gilt etwa gegenüber RSA als deutlich sicherer, auch wenn vergleichsweise kleinere Schlüssel eingesetzt werden. Die kurzen Schlüssel führen zudem zu einer etwas besseren Leistung der Verschlüsselungsverfahren.
Dienste von Microsoft wie auch Kunden können damit Alternativen zu RSA und den vom NIST standardisierten Verfahren wählen. Insbesondere Letzteres ist in der Vergangenheit in Verruf geraten, weil es möglicherweise absichtlich Verschlüsselungsverfahren abgeschwächt haben könnte.
Viele kleine APIs
Theoretisch kann jede Windows-10-App Zugriff auf den Standort des Nutzers erhalten. Detailliert gesteuert werden kann dies über die Einstellungen, wo dies einzelnen Anwendungen untersagt werden kann.
Für Musiker interessant könnte die Steuerung von MIDI-Geräten sein. Über die neue API lassen sich diese leicht über Apps steuern. Ebenso können Geräte und Apps mit dem eingebauten Software Synthesizer kommunizieren. Auch mehrere Clients können nun gleichzeitig einen MIDI-Port ansteuern.
Das Betriebssystem stellt Informationen zu Akkus und dem Energiezustand bereit. So können Anwendungen ihr Verhalten an die Stromversorgung anpassen. Ebenso stehen Informationen zum Nutzer wie der Name oder das Bild eines Kontos zur Verfügung. Darüber hinaus können Apps auf das An- und Abmelden der Nutzer reagieren.
Änderungen in der Administration durch Windows Update for Business
Eine weitere Neuerung mit Windows 10 ist das komplette Umkrempeln des Updateprozesses. Mit der recht groben Ankündigung von Windows Update for Business plant Microsoft eine recht radikale Änderung seiner Updatepolitik. Mit dem neuen Angebot, das als Cloud-Dienst in die Systeme integriert wird, will Microsoft die Updateverteilung unter Windows 10 vereinfachen. Dabei geht es nicht nur um kleine Unternehmen, die sich die Administration eines Windows Server Update Services (WSUS) wegen des hohen Aufwands personell nicht leisten können. Ziel ist es, die Fragmentierung der Windows-Installationen zu reduzieren und alle auf einem möglichst gleichen Patch- wie auch Funktionslevel zu halten, da Windows 10 als kontinuierliches Release ausgelegt ist.
Freilich gilt das nur für Windows-10-Installationen. Wer in der Firma parallel Windows Vista, Windows 7 oder Windows 8 nutzt, muss ohnehin mit unterschiedlichen Systemen arbeiten. Windows Update for Business bringt dann keine nennenswerte Verbesserung.
Ein WSUS Light soll die Administrationskosten reduzieren
Für kritische Bereiche wird Windows Update for Business den WSUS keinesfalls ersetzen. Beispiele, die Microsoft uns auf der Build 2015 als hochkritische Systeme nannte, sind Server oder auch Rechner in Krankenhäusern oder bei der Luftverkehrskontrolle (ATC). Für alles andere sieht Microsoft auch in großen Unternehmen das neue Updatesystem vor. Windows Update for Business ist damit eine Art WSUS Light mit geringeren Personalkosten, ohne aber WSUS selbst abzuschaffen.
Der Admin kann mit dieser abgespeckten Variante des WSUS verschiedene Verteilungsringe und Wartungsfenster durch Gruppen spezifizieren, die unabhängig vom Patch-Tag dafür sorgen, dass die Updates eingespielt werden. Das soll sich einfach bedienen lassen, den Beweis bleibt Microsoft allerdings vorerst schuldig. Auch wie die Integration in die Windows-Systeme aussieht, konnte Microsoft noch nicht sagen. Man arbeite derzeit an solchen Feinheiten. Im Laufe des Sommers 2015 soll es eine erste Vorschau geben.
Es ist damit eine Windows-10-Funktion, die noch nicht in den finalen Builds zu finden ist. Die Vorbereitungen sind aber bereits getroffen und in den folgenden Monaten nach der Veröffentlichung der Vorschau soll es weitere Neuerungen im Updateprozess geben.
Interessante Optionen für Unternehmen
Laut Microsoft gibt es keine festen Konfigurationen. Es lassen sich etwa für die Lagerabteilung Verzögerungen von mehreren Tagen einstellen. Normale Büroarbeitsplätze mit Anwendern, die gerne verseuchte Anhänge öffnen, können hingegen am Patch-Tag mit sicherheitsrelevanten Updates versorgt werden. Die Buchhaltung wird über ein Wartungsfenster vor Updates bei Kassenschluss-Terminen geschützt. Präsentationsrechner in Konferenzräumen werden hingegen nie tagsüber mit Updates und der damit verbundenen Neustart-Aufforderung versorgt. Letztendlich wägt der Administrator so unterschiedliche Risiken ohne WSUS ab.
Die Peer-to-Peer-Technik soll ebenfalls in allen Unternehmen eingesetzt werden können, auch wenn gerade solche Firmen in der Regel eine gute Außenanbindung haben. Für Microsoft hat das Vorteile: Die Verteilung belastet die Microsoft-Server weniger. Hierbei ist zu bedenken, dass Microsoft auch große Unternehmen mit neuen Windows-10-Funktionen versorgen will und nicht nur Updates dort verteilen möchte. Solche Updates können viel Bandbreite kosten. Rechner, die nicht ständig angeschaltet sind, haben zudem den Vorteil, dass sie schnell über das Hausnetzwerk alle notwendigen Daten bekommen, statt über xDSL den gesamten Rechnerpark zu versorgen. Insbesondere mit Office-Patches geht das Volumen nämlich schnell in den hohen dreistelligen MByte-Bereich pro Rechner.
Keine Überraschungen für Admins: Der planbare Patch-Tag bleibt
Der monatliche Patch-Tag wird mit Windows Update for Business nicht abgeschafft, da die vorhandene WSUS-Infrastruktur bestehen bleibt. Zudem ist planerische Sicherheit für den administrativen Alltag eine Erleichterung. Allerdings hat auch Microsoft in der Vergangenheit bei Dringlichkeit abseits der Patch-Tage Updates veröffentlicht. Da Updates in der Regel nach US-Zeiten aufgespielt werden, bedeutet das für europäische Admins meist eine Abendbelastung. Besonders schwerwiegend ist das, wenn Updates in den USA am Freitagvormittag veröffentlicht werden. Unternehmen ohne Schicht- und Bereitschaftsdienst bei der IT-Administration haben mit solchen Fällen Probleme.
Die Patch-Tage werden aber gewissermaßen entschärft. Systemadministratoren können Sicherheitslücken in Kauf nehmen, um sich die Situation bei einzelnen Stationen oder der Allgemeinheit anzuschauen. Wenn alles geklappt hat, kann der Verteilungsring seine Arbeit machen. Selbst kleinere Unternehmen sollen intern sozusagen eine Testphase für Patches starten können und nur einen kleinen Teil der Mitarbeiter mit dem aktuellen Patch-Level versorgen. Problematisch ist natürlich, dass mit jedem Tag des Wartens potenzielle Angreifer die Gelegenheit haben, sich die Patches genauer anzuschauen und Angriffe zu starten. Deswegen bleiben Details zu Patch-Tagen meist unter Verschluss.
Die Patch-Tage haben den Vorteil, dass Administratoren weltweit schnell reagieren, da sie die Veröffentlichungstermine kennen. In Zukunft wird sich das eine oder andere Unternehmen selbst bei gefährlichen Sicherheitslücken bei Bedarf ein paar Tage Zeit lassen können mit dem Update - so wie es bereits jetzt bei spontan veröffentlichten Sicherheitsupdates ist, die Administratoren unvorbereitet treffen.
Windows Update for Business wird nur für Anwender mit Pro- oder Enterprise-Lizenzen von Windows 10 kostenlos bereitgestellt.
Die unterschiedliche Behandlung der Lizenzen verwirrt
Für Anwender der Home-Edition von Windows 10 hat das alles keine Bedeutung. Die nutzen das Windows-Update wie bisher und bekommen so auch die Funktionserweiterungen schnell. Standard ist, dass die Treiberupdates zwangsweise automatisch aufgespielt werden. Nach derzeitigem Stand soll sich das aber mit einem Trick verhindern lassen . Bei der Enterprise-Funktion gibt es von vornherein mehr Flexibilität. Die Option, Windows 10 als Long Term Servicing Branch zu verteilen , verhindert die Installation aller neuen Funktionen. Hier bekommt der Administrator für seine Rechner nur noch Sicherheitsupdates. Die LTSB-Version bietet damit eine besonders hohe Plattformstabilität. Wie bereits erwähnt fällt damit der Edge-Browser komplett weg, da dieser - aus Plattformsicht - ein instabiles Softwareprodukt ist. Eine LTSB-Version bleibt insgesamt zehn Jahre stabil(öffnet im neuen Fenster) .
Dazwischen liegt der Current Branch for Business , der eine Updateverzögerung von bis zu acht Monaten ermöglicht, allerdings nur für Besitzer von Pro- und Enterprise-Lizenzen. Das Thema ist komplex, insbesondere, da der Aufbau der neuen Update-Infrastruktur noch nicht abgeschlossen ist.
Kleinere Änderungen und Streichungen in Windows 10
Neben den offensichtlichen Änderungen im Vordergrund und den Verbesserungen unter der Haube, die zunächst vor allem Entwicklern neue Anwendungsmöglichkeiten bieten, enthält Windows 10 auch eine Vielzahl kleiner Neuerungen.
Eine davon betrifft die Verwendung von Anti-Virus-Software. Es gibt mit Windows 10 nämlich das Anti Malware Scan-Interface (AMSI) . Microsoft will damit nicht nur über seine eigenen Tools den Schutz der Windows-Rechner verbessern, sondern stellt AMSI auch Drittherstellern zur Verfügung, die damit effizienter das System gegen Eindringlinge schützen sollen. Derzeit ist noch unklar, inwiefern dieses neue Interface in großem Umfang von Herstellern von Sicherheitssoftware angenommen wird.
Die Handhabung von Heim-WLAN-Installationen wurde ebenfalls erweitert. Es ist nun möglich, Passwörter und SSIDs in Kombination mit anderen zu teilen . Wifi Sense ermöglicht dies sogar über Facebook-Kontakte. Ein entsprechender Kontakt erhält die Zugangsdaten, kann aber dennoch diese Daten nicht einsehen. So kann etwa ein Familienmitglied zwar den Zugang bekommen, diesen jedoch nicht weitergeben.
Es gibt zudem noch einige Unklarheiten bezüglich Microsofts Verschlüsselung. Das gilt auch für die Verschlüsselung der SSID selbst. Diese sieht der eingeladene Nutzer allerdings sowieso, und Techniken zum Verstecken einer SSID sind für versierte Anwender ohnehin wirkungslos.
Die Systemsteuerung wurde teilweise umgebaut
Die Systemsteuerung hat Microsoft in Teilen ebenfalls umgebaut - allerdings nicht so weit, dass sie vereinheitlicht wurde. Im Prinzip wurden die alten PC-Einstellungen von Windows 8 in die neuen Einstellungen überführt und um einige Funktionen erweitert. Zudem sind die Einstellungen nun auch eine Desktopanwendung. Parallel dazu bleiben aber die Systemsteuerung und die Computerverwaltung bestehen. Je nach Situation muss für die Einstellungen zu einem anderen Kontrollbereich gegriffen werden.
Für die Solitaire-Freunde gibt es ein neues Spiel: Candy Crush Saga ist nun integraler Bestandteil von Windows 10. Es ersetzt Hearts, das allerdings bereits unter Windows 8 nicht mehr automatisch installiert wurde(öffnet im neuen Fenster) .
Mit Windows 10 verschwinden auch einige Funktionen. Das Media Center wird nicht mehr fortgeführt . Früher war dies ein wichtiger Bestandteil von Windows - so wichtig, dass damals mit der Windows XP Media Center Edition sogar eine eigene SKU (Stock Keeping Unit, Bestandseinheit) auf den Markt gebracht wurde. Immerhin soll es als Ersatz im Laufe des Jahres eine DVD-Abspieloption(öffnet im neuen Fenster) für Windows 10 geben. Nachtrag vom 30. Juli 2015, 10:01 Uhr : Microsoft bietet mittlerweile eine DVD-Player-App in bestimmten Lizenzsituationen kostenlos an .
Bereits mit Windows 8 hat Microsoft zudem die Unterstützung für Gadgets entfernt und sie mit Windows 10 nicht wieder eingeführt. Wer Windows 8 nicht kennt, wird dies als unangenehme Veränderung empfinden, falls er die mit Windows Vista eingeführten Gadgets bisher verwendet hat.
Im Zuge der Umbauten auf die Universal Windows Platform wurde zudem der Store angepasst. Das gilt insbesondere für Entwickler, die ihre Apps für verschiedene Plattformen anbieten wollen, und natürlich auch für Anwender, die eine App auf unterschiedlichen Geräteklassen einsetzen wollen. Von den Umbauten im Hintergrund dürfte der Anwender jedoch nur wenig sehen.
Für Freunde der Kommandozeile ist von Microsoft jetzt die Powershell in der Version 5.0(öffnet im neuen Fenster) unter Windows 10 vorinstalliert. Das Besondere hierbei: Es ist eine der Neuerungen, die bald auch für alte Betriebssysteme zur Verfügung gestellt wird. Powershell 5.0 lässt sich dann unter anderem auch unter Windows 7 und Windows 8.1 sowie diversen Servervarianten installieren.
Wer eine Domäne betreibt, kann sich beispielsweise nun auch per Azure Active Directory (AAD)(öffnet im neuen Fenster) an eine solche binden, da AAD nun im System integriert ist(öffnet im neuen Fenster) . Damit einhergehend werden für Unternehmenskunden einige Funktionen in der Cloud möglich. Es wird etwa einen entsprechenden Store für Firmen-Apps geben. Auch die Lizenzierung läuft dann über Azure. Zudem werden das Roaming zwischen Rechnern und das Mobile Device Management (MDM) über die Azure-Services möglich. Nicht alle Azure-Integrationen werden jedoch zum Start von Windows 10 für Unternehmen sofort funktionieren. Ein großer Teil der Entwicklungen soll erst im Laufe des Herbstes 2015 abgeschlossen werden. Das gilt auch für zahlreiche Administrationswerkzeuge.
Windows-10-Ausblick: vom Smartphone über das Kassensystem bis zur Datenbrille
Das bereits fertiggestellte Windows 10 für Desktops, Notebooks und Tablets ist nur der Anfang. Weitere Updates kommen voraussichtlich in größeren Schüben. Noch für 2015 ist etwa das Update Threshold geplant . Darauf folgen 2016 dann die Updates Redstone 1 und Redstone 2. Was sie beinhalten, ist noch genauso unklar wie das tatsächliche Erscheinungsdatum.
Zudem ist Microsoft ohnehin dabei, im Laufe des Jahres noch einige Werkzeuge fertigzustellen - insbesondere für Unternehmen. Zwar startet Windows 10 Enterprise offiziell bereits am 1. August 2015, doch das ist wohl eher als Start der Testphase der finalen Version des Systems zu interpretieren. Große Deployment-Werkzeuge sind teils erst für den Herbst 2015 geplant. Die beinhalten dann aber auch gleich die Verwaltung anderer Windows-10-Geräte und die Integration in das bestehende und kommende Server-Portfolio.
Auch der Rest der Windows-Welt wird umgebaut
Microsoft arbeitet an einem grundsätzlichen Umbau seiner gesamten Betriebssysteminfrastruktur: weg vom Retail-Verkauf, hin zu Windows as a Service. Abomodelle für Unternehmen sind zwar an sich nichts Neues und seit Jahren ein üblicher Weg zur einheitlichen Beschaffung von Lizenzen, doch der Fokus rückt immer mehr auf diesen Servicegedanken und damit weg von der nächsten neuen Version. Stattdessen will Microsoft Windows 10 stetig weiterentwickeln.
Das zeigt sich schon bei einigen Windows-10-Funktionen, die auch Anwender kleiner Unternehmen oder Privatanwender nützlich finden werden. Windows Update for Business wurde bereits angekündigt, trotz schon finalisiertem Windows-10-Build fehlt die Funktion jedoch noch.
Noch für dieses Jahr sind also einige Neuerungen zu erwarten, die wir hier mangels Informationen noch nicht besprechen können. In welchen Abständen diese kommen, lässt sich genauso wenig vorhersagen. Sicher ist nur: Ein Warten auf Windows 11 ist nicht notwendig - und das entlastet auch Anwender, die Windows 10 auf neue Hardware installieren wollen. Microsoft will sich nämlich auch an neue Hardware schneller anpassen. Kommt eine neue Komponente für ein Notebook ins Spiel, die bis dato noch nie in einem Notebook eingebaut wurde, soll Windows 10 sie nach kurzer Zeit unterstützen.
Bisher war es so, dass tiefgreifende Änderungen bei der Hardware erst mit der nächsten Windows-Version unterstützt wurden, sozusagen als Verkaufsargument. Auch Microsoft nutzt mit Windows 10 diese Strategie, wie sich an dem genannten DirectX-12-Beispiel erkennen lässt.
Windows 10 wird in vielen Gerätekategorien zum Einsatz kommen
Zu dem großen Windows-Umbau in Redmond gehören auch viele neue Gerätekategorien, die über Windows 10 unterstützt werden, eine einheitlichere Bedienung möglich machen und die Entwicklung für Programmierer vereinfachen sollen. Windows 10 kommt im Laufe des Jahres noch für Smartphones auf den Markt. Auch die Xbox One soll Windows 10 erhalten. Dazu kommen für Microsoft entwickelte Hardware wie Surface Hub, die Hololens und die sogenannten IoT-Geräte. Gerade, was das Internet of Things (IoT) angeht, lässt sich das Potenzial noch nicht abschätzen.
Damit einhergehend wird auch die Cloud immer wichtiger. Microsoft will die Daten geräteunabhängig machen, lässt aber weiterhin die Option zu, sie nur lokal zu verwalten. Auch mit Windows 10 ist auf dem Desktop ein Microsoft-Konto keine Pflicht. Dieser Zugang erleichtert aber gerade das Arbeiten mit mehreren Geräten und natürlich mit Office as a Service und seinem Abomodell.
Auch hier wurde und wird kräftig umgebaut. Für das gesamte Potenzial von Windows 10 müssen aber erst einmal die anderen Versionen des Betriebssystems folgen. Dann lässt sich auch Continuum besser beurteilen. Hier macht Microsoft aus einem ARM-basierten Smartphone einen Desktop und verspricht, dass Word und Outlook wie gewohnt zu bedienen sein werden. Das gilt natürlich nicht für alle Office-Anwendungen. Der Universal-Gedanke wird für Access und Project beispielsweise nicht verfolgt. Dafür braucht es einen x86er-Prozessor.
In der gesamten Entwicklung wird dabei Windows RT fallengelassen, das im Prinzip nur für eine Handvoll Geräte entwickelt wurde. Die Plattform hat kaum noch Bedeutung. Da Microsoft aber für lange Supportzeiträume bekannt ist, wird es noch ein kleines Windows-RT-Update im Laufe des Jahres geben , das einige Funktionen von Windows 10 auf Windows RT 8.1 portiert. Damit sind Windows-RT-Benutzer besser gestellt als Windows-8.1-Nutzer, die Windows-10-Neuerungen nur per Update bekommen.
Windows-Server-Anwender profitieren von Azure-Entwicklungen
Ein weiterer Teil der Strategie von Microsoft ist auch eine Änderung der Server-Infrastruktur, die Windows-10-Nutzer immerhin indirekt betrifft und auf die die Admin-Gemeinde teils schon gespannt wartet. Microsoft wird etwa seine Entwicklungen im Bereich Azure auch Windows-Admins bereitstellen. Kommende Serverversionen profitieren von den Verbesserungen rund um Software Defined Networking, Software Defined Storage und Storage Blobs. Besonders freuen dürften sich Admins über den neuen Nanoserver , der als Deployment-Option der regulären Server erheblich weniger Angriffsfläche bietet und damit potenziell deutlich sicherer als die normalen Windows-Server ist.
Doch all diese Entwicklungen, die auch unter Windows 10 fallen, vollziehen sich erst im nächsten Jahr. Sie werden zudem voraussichtlich auch weiterhin unter dem alten Namenschema vermarktet, sprich: Es wird einen Windows Server 2016 geben.
Die Windows-7-Linie wird deswegen aber nicht komplett aufgegeben. Viele Embedded-, Industrial- und Kassensystemversionen des Systems bleiben aus Supportgründen bestehen, werden weiter vermarktet und entwickelt. Hier sind Produktunterstützungslaufzeiten von zehn Jahren, wie sie Microsoft für Windows 10 gewährt , viel zu wenig, weswegen auch heute noch Windows XP Embedded weiter unterstützt wird . Gerade mit Windows 10 Industry, Windows 10 Embedded Compact und Windows 10 IoT wird sich hier in Zukunft auch einiges tun. Bis es so weit ist: Wir haben Windows 10 IoT Core in der Vorschau bereits angetestet und auf einem Raspberry Pi 2 installiert .



