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Microsoft: Bing nach ungeklärtem Ausfall in China wieder erreichbar

Nach einem längeren Ausfall von Microsofts Suchmaschine Bing in China sind die Hintergründe weiter unklar – auch über eine Blockade wird spekuliert.
/ Friedhelm Greis
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Bing ist derzeit in China blockiert. (Bild: cn.bing.com/Screenshot: Golem.de)
Bing ist derzeit in China blockiert. Bild: cn.bing.com/Screenshot: Golem.de

Fast neun Jahre nach der Abschaltung von Google hat sich vorübergehend auch die Suchmaschine Bing nicht mehr in China nutzen lassen. "Wir haben eine Bestätigung erhalten, dass Bing derzeit in China nicht erreicht werden kann" , sagte eine Microsoft-Sprecherin der Financial Times ( Paywall(öffnet im neuen Fenster) ) am Donnerstag. Das Unternehmen prüfe die weiteren Schritte. Bing war einer der wenigen verbliebenen US-Dienste in China, die sich noch eingeschränkt nutzen ließen. US-Dienste wie Facebook, Instagram und Twitter sind schon länger dauerhaft blockiert. Im September 2018 hatte es auch den Spiele-Streaming-Dienst Twitch getroffen(öffnet im neuen Fenster) .

Zwei Quellen, die mit der Entscheidung vertraut seien, hätten die Blockade von Bing bestätigt, berichtete die Financial Times. Einer Quelle zufolge habe der staatliche Netzbetreiber China Unicom eine Anweisung der Regierung erhalten, Bing wegen "illegaler Inhalte" zu blockieren. Das sei eine Standarderklärung für Zensurmaßnahmen.

Bislang konnte Bing in China davon profitieren, dass der Konkurrent Google nicht mehr auf dem Markt vertreten war. Der Marktanteil soll jedoch nur bei zwei Prozent liegen, während der chinesische Konkurrent Baidu auf 70 Prozent komme. Google wollte in den vergangenen Jahren mit Dragonfly eine Suchmaschine für den chinesischem Markt entwickeln. Im vergangenen Dezember wurde die Arbeit an Dragonfly aber faktisch beendet .

Die Website cn.bing.com(öffnet im neuen Fenster) ist von außerhalb Chinas weiterhin erreichbar. Zugriffsversuche aus China führen dem Bericht zufolge zu Verbindungsfehlern. Der Fehler werde dadurch verursacht, dass die chinesischen DNS-Server nicht mehr auf die korrekte IP-Adresse verweisen würden. Diese Form der Manipulation von Domainnamen-Servern werde von der chinesischen Regierung häufig genutzt, um Plattformen zu blockieren.

Um die chinesische Internetzensur zu umgehen, können Nutzer auf VPN-Anbieter zurückgreifen. Ausländische VPN-Netzwerke, die vor allem zur Zensurumgehung genutzt werden, werden schon heute häufig entweder komplett blockiert oder stark gedrosselt .

Nachtrag vom 24. Januar 2019, 23:40 Uhr

Verschiedenen Medienberichten zufolge war Bing in China später wieder zugänglich. Der Grund für den Ausfall blieb jedoch weiter unklar. Ob ein "technischer Fehler" die Ursache war, wie der Wirtschaftsdienst Bloomberg vermutete(öffnet im neuen Fenster) , wurde zunächst nicht bestätigt.


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