Microsoft: Bing entfernt 143 Millionen Links aus den Suchergebnissen

Wegen Urheberrechtsverletzungen hat Bing Millionen URLs aus den Ergebnissen entfernt. Das betrifft auch Suchmaschinen wie Ecosia, Qwant oder Duckduckgo.

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Auch mit einer Lupe findet man ausgelistete Links nicht mehr ...
Auch mit einer Lupe findet man ausgelistete Links nicht mehr ... (Bild: Markus Winkler/Unsplash)

Im vergangenen Jahr hat Microsofts Suchmaschine Bing 143 Millionen Links entfernt, die zu urheberrechtlich geschützten Inhalten geführt haben sollen. Das geht aus dem kürzlich von Microsoft veröffentlichten Transparenzbericht hervor, über den zuerst das Onlinemagazin Torrentfreak berichtet hat.

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Zwar hat Bing einen relativ geringen Marktanteil am Suchmaschinenmarkt und liegt weit abgeschlagen hinter dem Platzhirsch Google, das bedeutet jedoch offensichtlich nicht, dass Microsofts Suchmaschine von Urheberrechtsinhabern ignoriert wird. Bing bearbeitet jede Woche Millionen von sogenannten Takedown-Anfragen, also dem Entfernen von Suchergebnissen.

Demnach wurde Bing dazu aufgefordert, 144 Millionen URLs aus dem Suchindex zu entfernen. Dem kam der Suchmaschinenbetreiber in 99 Prozent der Fälle nach und entfernte letztlich knapp 143 Millionen URLs. Dabei ging die Zahl der gemeldeten URLs im zweiten Halbjahr 2021 deutlich zurück, was Torrentfreak mit dem Verschwinden von Anfragen durch die Firma Remove Your Media erklärt, die vor allem Urheberrechtsverletzungen von Mangas meldet.

Alternative Suchmaschinen wie Ecosia, Qwant, Yahoo oder Duckduckgo ebenfalls betroffen

Die von Bing entfernten Inhalte wirken sich jedoch nicht nur auf die Suchergebnisse von Microsofts Suchmaschine aus, sondern auch auf viele andere alternative Suchmaschinen, die ihre Ergebnisse ganz oder teilweise von Bing beziehen. So konnten mit der auf Privatsphäre ausgerichteten Suchmaschine Duckduckgo kürzlich etliche Torrenttracker wie thepiratebay.org sowie die offizielle Webseite des Open-Source-Tools Youtube-dl nicht mehr gefunden werden, nachdem Bing die entsprechenden Ergebnisse ausgelistet hatte.

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Duckduckgo reagierte jedoch zeitnah und konnte die Suchergebnisse wiederherstellen. Dabei dürfte Duckduckgo zugutekommen, dass nicht nur auf Bing, sondern auch etliche andere Quellen sowie einen eigenen Suchindex gesetzt wird. Andere Suchmaschinen wie Ecosia, Qwant oder Yahoo, die ebenfalls auf Bing zurückgreifen, sind deutlich stärker betroffen. Im Unterschied zu Duckduckgo lässt sich bei diesen Suchmaschinen, wie auch bei Bing selbst, unter anderem die offizielle Webseite von Youtube-dl (youtube-dl.org) weiterhin nicht finden.

Rechteverwerter greifen Youtube-dl schon seit geraumer Zeit an. So wurde Ende 2020 das Github-Repository der Open-Source-Software kurzzeitig mit einer DMCA-Anfrage offline genommen. Auch der Hoster Uberspace, bei dem die Webseite von Youtube-dl liegt, erhielt eine Abmahnung mit Unterlassungserklärung. Der Webhoster kam dieser nicht nach und wehrt sich gemeinsam mit der Bürgerrechtsorganisation Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) gerichtlich gegen "einen weiteren Versuch der Musikindustrie, unter dem Vorwand des Urheberrechts rechtmäßige Netz-Aktivitäten wie Downloadwerkzeuge in die Illegalität zu treiben".

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