Microsoft: Bezahlter Vergleich soll Macbook Neo schlecht darstellen
Apples Macbook Neo ist vor allem für günstige Windows-Laptops ein Problem, da es für 700 Euro – 600 Euro mit Studentenrabatt – viel Mac für relativ wenig Geld bietet. Dieses Problem sieht auch Microsoft. Der Konzern hat deshalb das Marktanalyseunternehmen Signal65(öffnet im neuen Fenster) beauftragt, um das Macbook Neo besonders schlecht aussehen zu lassen.
Im veröffentlichten Bericht (PDF)(öffnet im neuen Fenster) wurden vier Laptops mit Windows 11 von verschiedenen Herstellern genommen und mit dem Macbook Neo verglichen. Dabei konzentriert sich Signal 65 größtenteils auf technische Spezifikationen und Benchmarkergebnisse.
Zwei der vier Laptops sind mit 1.100 und 950 US-Dollar im Vergleich merklich teurer als das Neo. Alle vier Laptops haben mehr Anschlüsse, 16 GByte RAM und mehr SSD-Speicher. Bei diesen Punkten und den reinen technischen Daten zeigt das Macbook Neo auch in unabhängigen Praxistests die größten Schwächen.
Alle vier Modelle sind zudem mit einem mindestens 15 Zoll großen Display ausgestattet. Die Agentur verkauft diese größeren Displays als großen Vorteil, ohne jedoch auf weitere Details wie die Ausleuchtung, Farbabdeckung, Auflösung und mehr einzugehen. In Praxistests, etwa bei Golem, stellt sich das Panel als eine große Stärke des Neo heraus, die in diesem Preissegment eher selten vorkommt.
Apple mit Birnen vergleichen
Ein weiteres Ergebnis: In synthetischen Benchmarks sollen die Windows-Maschinen zwischen 50 und 92 Prozent schneller sein. Signal65 verwendete dabei gängige Tools wie Cinebench, Puget Bench Photoshop und Procyon Office Productivity. Auch soll die Akkulaufzeit der Laptops zwischen 12 und 56 Prozent besser sein. Diese Werte wurden wohl ebenfalls mit Procyon Office gemessen.
Signal65 verrechnet die Preise aller Windows-Laptops zudem mit einer aktuell laufenden Werbeaktion. Microsoft bietet Studenten und Schülern in den USA zu ausgewählten Laptops jeweils zwölf Monate laufende Abos für den Xbox Game Pass Ultimate und Microsoft 365 Premium dazu. Das entspricht einem Wert von etwa 500 US-Dollar.
Generell lässt sich das Macbook Neo aber schwer mit den genannten Windows-Laptops vergleichen. Die sind größer, schwerer und in zwei Fällen deutlich teurer als das Macbook Neo. Die Qualitäten von Apples Einstiegsmodell liegen zudem im Design, der exzellenten Trackpad- und Tastaturkombination, der sehr guten Verarbeitungsqualität und dem sehr guten Display. Und keines der Windows-Geräte kann ein lüfterloses und geräuschloses Arbeiten liefern.
All das ist im Kontext eines kompakten Geräts zu einem solch geringen Preis ein für viele Menschen sehr attraktives Angebot. Das Macbook Neo ist sogar so beliebt, dass Apple neue A18-Pro-Chips fertigen lässt, um den Bedarf decken zu können. Derweil hat Windows 11 mit sinkenden Marktanteilen zu kämpfen. Es ist daher nicht überraschend, dass der Konzern Unternehmen dafür bezahlt, Werbung für das Windows-Ökosystem zu machen.
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