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Windows 11 und Dark Patterns

In den vielen folgenden Seiten klicken wir uns – bereits deutlich angenervt – durch diverse Auswahlfelder. Da wären die berüchtigten Datenschutzeinstellungen, die Microsoft schon mit Windows 10 eingeführt hat. Standardmäßig ist das Sammeln optionaler Daten direkt ausgewählt. Wir müssen also mehrere Male hintereinander die teils nur durch Scrollen einsehbare andere Option auswählen, damit Windows 11 möglichst wenig Daten sammelt. Abschalten lässt sich die Sammelei aber nicht.

Diese absichtlich unauffällig und manipulativ gestalteten Menüelemente, im Design auch Dark Patterns genannt, finden wir bei der Einrichtung überall: So werden Überspringen-Dialoge dünn und kaum sichtbar neben blau leuchtenden Weiter-Schaltflächen platziert. Teils müssen wir Weitere Optionen auswählen, wenn wir unseren Computer als neuen PC einrichten und Daten von einem anderen PC nicht importieren wollen.

Und was wäre Windows 11, ohne dass Microsoft das OS aggressiv als Werbeplattform benutzt: Schon bei der Einrichtung wird versucht, uns Produkte wie Onedrive und Microsoft 365 schmackhaft zu machen. Passen wir nicht auf, aktiviert Windows auch umstrittene KI-Features wie Recall .

Derweil gibt es immer mehr Bloat. Auf einem der letzten Fenster können wir uns entscheiden, wie wir unseren PC benutzen wollen: für Games, zum Arbeiten oder für eine andere Tätigkeit. Was genau Windows 11 ändert, wenn wir uns für eine der Optionen entscheiden, wird nicht transparent erklärt. So bleibt das Feature nur eine weitere Seite, die wir im Setup direkt überspringen.

Das Setup sollte wieder einfacher werden

Dabei zeigen gerade solche Kategorisierungen, dass Microsoft wohl zu irgendeinem Zeitpunkt versucht hat, das Setup von Windows 11 einfacher zu gestalten. Stattdessen müssen wir achtsam sein, bestenfalls fragwürdige Designelemente hinterfragen und aktiv Optionen abwählen, die wir nie gewollt haben. In Summe ergeben sich gut zwei Dutzend Unterseiten und genauso viele Fragezeichen über unseren Köpfen.

Wir finden: Microsoft sollte die an sich guten Ideen wie ein Setup nach Anwendungsszenario ausbauen, vereinfachen und die Installation auf wenige Fenster kürzen. Datensammelei sollte grundsätzlich auf minimaler Stufe voreingestellt sein und Dark Patterns, die zu falschen Klicks verleiten, abgeschafft werden. Auch die Rückkehr zur lokalen Installation ohne Internet – zumindest initial – halten wir für sehr sinnvoll.

Wahrscheinlich wird sich das Windows-Setup aber noch erweitern, wenn Microsoft immer mehr KI-Funktionen einführt. Aktuell sehen wir in der Praxis aber noch kaum einen Nutzen durch integrierte Copilot-Assistenten (g+) . Stattdessen werden traditionelle Windows-User vergrault und zum Umstieg auf andere Betriebssysteme motiviert. Vielleicht sind wir auch bald dran.


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