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Microsoft 365: Teams soll von Office getrennt werden

Kunden von Microsoft 365 haben künftig die Wahl: Wollen sie Office ohne oder mit Teams kaufen? Das soll einer EU-Untersuchung vorbeugen.
/ Oliver Nickel
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Microsoft Teams kann von Office separiert werden. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de)
Microsoft Teams kann von Office separiert werden. Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de / Pixabay License

Microsoft wird die Chatsoftware Teams künftig wohl nicht mehr mit dem Office-365-Abo verbinden. Kunden in der EU können sie also getrennt von den anderen Office-Tools herunterladen oder sie auch komplett ignorieren. Damit will der Konzern anscheinend Untersuchungen durch EU-Regulatorien umgehen. Das schreibt die Financial Times mit Bezug auf interne Quellen(öffnet im neuen Fenster) .

Eine eventuelle Untersuchung durch die EU geht auf eine Beschwerde des Konkurrenten Slack aus dem Jahr 2020 zurück . Microsoft nutze seine Marktmacht aus, um der Teamchatsoftware einen Vorteil gegenüber anderen Produkten zu verschaffen. Während der Coronapandemie gewann Teams enorm an Beliebtheit und nahm unter anderem auch Slack einen Marktanteil weg.

Microsoft Teams ohne Office

Eine Untersuchung will Microsoft unbedingt vermeiden, da dies eher schlechte Auswirkungen auf das Geschäft habe, heißt es. Zuletzt wurde der Konzern 2008 kritisiert, als er den Internet Explorer mit dem Windows-Betriebssystem koppelte. Damals war das ein enorm kritischer Schritt. Allerdings hat sich gezeigt: Auch heutzutage ist Microsofts Browser Teil von Windows 10 und Windows 11. Nur, dass er nicht mehr Internet Explorer, sondern Microsoft Edge genannt wird.

Nachdem Teams von Office getrennt wird, haben Kunden zwei Optionen: Sie können Microsoft 365 für ihre Mitarbeiter ohne Microsoft Teams bestellen oder wie gehabt die Software gleich mitbuchen. Durch die Auswahl ist es dann etwa leichter für Konkurrenten, Kunden von ihrer Konferenzlösung zu überzeugen. Microsoft Teams wurde in der Vergangenheit auch deshalb viel genutzt, da es sowieso schon installiert und deshalb direkt verfügbar war.

"Wir arbeiten weiterhin kooperativ mit der Kommission bei ihren Ermittlungen zusammen und sind offen für pragmatische Lösungen, die Bedenken ausräumen und Kunden gute Dienste leisten" , sagte Microsoft dazu. Derweil ist nicht klar, ob der eine Schritt ausreichen wird, um einer weiterführenden Untersuchung zu entgehen. Eigentlich will Slack erreichen, dass Microsoft Teams immer separat von Microsoft 365 verkauft wird.


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