Microsoft 365: Datenklau über Copilot mit nur einem Klick
Sicherheitsforscher von Varonis haben einen Angriff namens Searchleak vorgestellt, der mehrere Sicherheitslücken in Microsoft 365 Copilot ausnutzt, um an geschützte Daten von Nutzern zu gelangen. Eine Zielperson musste laut Blogbeitrag der Forscher(öffnet im neuen Fenster) nur einmalig auf einen Link klicken. Der Angreifer soll daraufhin unter anderem Zugriff auf E-Mails, Kalender und bei Sharepoint oder Onedrive gespeicherte Dateien erhalten haben.
Der gesamte Angriff umfasst den Angaben zufolge drei Stufen. Den Start macht eine sogenannte P2P-Injection (Parameter to Prompt). Copilot wird dabei einfach über den URL-Parameter "q" im gesendeten Link dazu angewiesen, ausgewählte Daten aus der Microsoft-Umgebung der Zielperson zu sammeln und anschließend in spezieller Form auszugeben.
An dieser Stelle folgt die zweite Stufe, welche auf einer Race Condition beim HTML-Rendering basiert. Normalerweise setzt Copilot generierten HTML-Code in ᐸcodeᐳ-Blöcke, um zu verhindern, dass der Code vom Browser des Nutzers gerendert wird. Während Copilot seine Antwort erzeugt, fehlen die schützenden ᐸcodeᐳ-Tags jedoch, so dass für einen kurzen Moment ein ᐸimgᐳ-Element gerendert werden kann, welches eine HTTP-Anfrage an eine externe URL auslöst.
Umweg über Bing
Normalerweise wird die genannte HTTP-Anfrage aufgrund der Content Security Policy(öffnet im neuen Fenster) (CSP) von m365.cloud.microsoft geblockt. Doch die dritte Stufe des Searchleak-Angriffs umgeht diese Barriere. Die Domain Bing.com von Microsofts eigener Suchmaschine ist laut Varonis von der genannten Blockade ausgenommen. Ein Angreifer konnte seine Anfrage an die im ᐸimgᐳ-Tag hinterlegte URL daher ungehindert über die Bildersuche von Bing leiten.
Die Folge dieser Verkettung war, dass beispielsweise ein Mitarbeiter eines Unternehmens nur einen Link anklicken musste, woraufhin Microsoft 365 Copilot potenziell vertrauliche Unternehmensdaten bereitwillig an ein vom Angreifer kontrolliertes System übermittelte. Auch 2FA-Codes und Passwort-Reset-Links aus E-Mails sollen durch derartige Angriffe gefährdet gewesen sein.
Wie der gesamte Angriff in der Praxis aussieht, ist in einem kurzen Videoclip im Blog der Forscher zu sehen. Microsoft hat Searchleak am 4. Juni mit CVE-2026-42824(öffnet im neuen Fenster) gefixt. Der Angriff dürfte also inzwischen nicht mehr möglich sein, sofern sich keine Möglichkeiten zur Umgehung der Korrektur finden. Wer zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen will, findet am Ende des Blogbeitrags von Varonis(öffnet im neuen Fenster) ein paar praktische Hinweise dazu.
- Anzeige Hier geht es zu Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.