Mica: EU sieht sich vor Kryptopleiten wie FTX gewappnet
Die Europäische Union glaubt, durch das kommende Regelwerk zu Kryptodienstleistungen Mica (Markets in Crypto-Assets) Zusammenbrüche von Kryptounternehmen von vornerein verhindern zu können. Wie Politico(öffnet im neuen Fenster) berichtet, haben sich EU-Parlamentarier, die in den Entstehungsprozess von Mica eingebunden waren, entsprechend geäußert.
Mica würde "genau die Probleme" adressieren, die zum Zusammenbruch der Kryptobörse FTX geführt hätten, wie der EU-Parlamentarier Stefan Berger erklärt – vor allem die fehlende Kontrolle. Mica stelle interne Kontrollmechanismen zur Verfügung, mache gutes Management obligatorisch und sorge für eine Trennung der Einlagegelder und des Kapitals der Unternehmen.
Im Laufe des Zusammenbruchs der Kryptobörse FTX kam zutage, dass die Verantwortlichen rund um den FTX-Gründer Sam Bankman-Fried eine derartige Verantwortung offenbar nicht gezeigt haben. So sollen auf den Bahamas Luxusimmobilien gekauft worden sein, mittlerweile fehlen Nutzereinlagen in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar.
Neuer FTX-Chef berichtet von schlimmen Zuständen
Der neue Chef von FTX, der Insolvenzverwalter John Ray, hat von "inakzeptablen Praktiken" bei dem Unternehmen berichtet. In seiner langen Karriere als Insolvenzverwalter habe das Level an Verantwortungslosigkeit eine Höhe erreicht, die Ray zuvor noch nicht gesehen habe.
"Mica wird Kunden, die Marktintegrität und die finanzielle Stabilität schützen" , erklärt ein EU-Sprecher Politico zufolge. "Krypto-Börsen, Wallet-Anbieter und Ausgabestellen für Krypto-Assets werden damit unter EU-Überwachung gestellt."
Mica wird allerdings erst Mitte 2023 in Kraft treten. Im Rahmen der bisherigen Verhandlungen will die EU auch im Rahmen der sogenannten TFR (Transfer of Funds Regulation) die Regeln für Kryptotransaktionen verschärfen . Ein Versuch, auf dem Proof-of-Work-Verfahren basierende Kryptowährungen zu verbieten, ist allerdings gescheitert . Dies würde aktuell vor allem Bitcoin betreffen.
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