MH-2: Der Telepräsenzroboter sitzt auf der Schulter

Ein Roboter auf der Schulter ersetzt die Freunde: Sind sie abwesend, nimmt der Nutzer den Telepräsenzroboter MH-2 mit. Der Daheimgebliebene ist so virtuell anwesend.

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Platzhalter: Atmen für mehr Realismus
Platzhalter: Atmen für mehr Realismus (Bild: Universität Yamagata/Screenshot: Golem.de)

Immer allein, weil die Freunde überall sind, nur nicht dort, wo man sich selbst gerade aufhält? Yuichi Tsumaki, Fumiaki Ono und Taisuke Tsukuda vom Telerobotik-Labor der Universität in Yamagata in Japan haben für diesen Fall MH-2 entwickelt, den tragbaren Telepräsenzroboter.

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Das Konzept ist etwas ungewöhnlich: Ein Nutzer setzt sich den Roboter auf die Schulter und kann so eine andere Person mit auf eine Reise, auf eine Party oder zu einer anderen Veranstaltung nehmen - so als ob diese auf der Schulter des Nutzers sitze, erklären die Entwickler.

Bewegt über Seilzüge

MH-2 - die Abkürzung steht für Miniature Humanoid - ist ein humanoider Torso aus Metall. Er hat einen Kopf, an dem zwei kleine Kameras befestigt sind, und zwei Arme mit Händen, die aber nicht greifen können. Der Roboter kann Arme, Kopf und Hände bewegen. Angetrieben werden die Gliedmaßen des MH-2 über Seilzüge - ein wenig wie bei einer Marionette.

Der Roboter selbst ist nur wenige Zentimeter groß. Das Antriebssystem ist jedoch etwas unhandlich: Der MH-2 sitzt auf einer Metallschiene, die an einem Rucksack befestigt ist. Am Ende der Schiene sind Motoren, die die Züge und so die Gliedmaßen bewegen. 22 Aktoren braucht das System, um dem MH-2 seine 20 Freiheitsgrade zu ermöglichen. Eine Hand allein hat drei Freiheitsgrade, jeder Arm insgesamt sieben. Dazu kommen drei Freiheitsgrade für den Kopf und zwei für den Körper. Der 20. Freiheitsgrad des Roboters ist Atmen - das soll den realistischen Eindruck verstärken.

Gesten werden übertragen

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Das Konzept sieht vor, dass sich der Daheimgebliebene vor den Computer setzt oder eine Datenbrille trägt und den Träger des MH-2 so virtuell begleitet. Über die Kameras am Kopf des Roboters kann er das Geschehen verfolgen. Mikrofon und Lautsprecher ermöglichen die Kommunikation. Er setze ein System wie die Kinect ein, das seine Gesten erkenne, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum. Die Steuerelektronik des Systems überträgt seine Gesten dann auf den Roboter.

Durch den komplexen Antrieb mit den 22 Aktoren ist das System in der aktuellen Version reichlich unhandlich. Tsumaki und seine Kollegen suchen deshalb nach Möglichkeiten, es zu vereinfachen. Vorgestellt haben sie den MH-2 kürzlich auf der International Conference on Robotics and Automation (ICRA).

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