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Hält die Spur nicht

Der MG S6 EV kommt mit einem Level-2-Fahrassistenten, der MG Pilot heißt. Er hält Abstand zum Vorausfahrenden und die gewünschte Geschwindigkeit. Es soll auch einen Spurwechselassistenten geben, doch in unserem Fahrzeug versagt bereits der Spurhalteassistent. Mehr als eine Spurverlassenswarnung ist er nicht.

Praktisch ist das Toter-Winkel-Kamerabild, wenn wir beim Rechtsabbiegen an einer Kreuzung stehen. Auch das 360-Grad-Kamerabild mit einer transparenten Fahrzeugansicht ist beim Zurücksetzen hilfreich. Die Tempowarnung im MG Pilot lässt sich schnell über Shortcuts bei Fahrtbeginn deaktivieren, indem wir mit dem Finger vom Bildschirmrand nach unten wischen und so die Optionen aufrufen.

Moderate Ladeleistung

Mit einer 74,3-kWh-Batterie hat MG nicht ganz oben ins Regal gegriffen. Bei der maximalen Ladegeschwindigkeit von 144 kW geht der Mutterkonzern SAIC ebenfalls vorsichtig ans Werk. Aktuelle Modelle haben häufig eine 2 vorn bei den Minutenangaben für die Ladung von 10 bis 80 Prozent. Das dauert beim MG S6 38 Minuten. Am Wechselstromlader wird mit 11 kW geladen.

Laut WLTP-Zyklus ergibt sich eine Reichweite von 530 beziehungsweise 485 km mit zwei Motoren. Bei unserer Testfahrt liegt der Verbrauch bei 17,8 kWh auf 100 km. Rechnerisch beträgt die realistische Reichweite also rund 420 km. Das war hauptsächlich auf portugiesischer Landstraße, die deutsche Autobahn ist da noch mal ein anderes Thema. MG gewährt sieben Jahre oder 150.000 km Garantie auf Batterie und Motoren.

Noch Softwareschwächen bei der Ladeplanung

Bei der Ladeplanung schwächelt der MG S6 auf der Proberunde. Das mag an der Softwareversion liegen. Zuerst wird die Route von Portugal nach Berlin berechnet. Dann bittet man das System um eine Ladeplanung. Die wird abgelehnt, weil unterwegs die Distanz zwischen den Schnellladern zu groß sei. Das ist unwahrscheinlich, es dürfte ein Software-Bug sein.

Für die 640 km lange Route nach Madrid plant das System drei Ladestopps ein, bei einer aktuell verfügbaren Restreichweite von 280 km. Die Stopps werden nur bis rund 50 Prozent Batteriekapazität (SoC) eingeplant. Ein Ladelimit ist im System nicht aktiviert. Hier gibt es nur eine Schlussfolgerung: unreife Software.

Auf die deutschsprachige Übersetzung des Menüs hätte MG noch mal einen Muttersprachler schauen lassen sollen. Es gibt viele Schreibfehler und blumige Bezeichnungen.

Die manuelle Batterie-Vorkonditionierung ist ein Beispiel, sie heißt hier "Intelligent angetriebene Batterieheizung." Aber ein Lob an den Hersteller, dass es die manuelle Option des Vorheizens gibt. Das bieten nicht alle E-Autohersteller.

Das hat Vorteile, wenn Fahrer auf ihrer Stammstrecke unterwegs sind und kein Navi nutzen. Die Batterieheizung ist in der Regel ans Navi gekoppelt. Verwenden Nutzer ihr Smartphone für die Navigation, wird kurz vor dem Ladestopp die Batterie auch nicht auf Temperatur gebracht. Hier hilft die manuelle Option.


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