MG Cyberster: 225 Kilo für zwei Passagiere und Gepäck
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Bei meiner Probefahrt auf der Autobahn habe ich bei anderen Verkehrsteilnehmern immer wieder folgende Bewegung beobachtet: Beifahrer auf der linken Spur neigen den Kopf weit nach rechts, um das Logo auf der Fronthaube des MG Cyberster zu erkennen. Denn: Auf dem Heck des diamantroten E-Autos ist lediglich der Schriftzug Cyberster zu lesen.
Da haben Beobachter natürlich Fragen: Wer ist der Hersteller? Wie spricht man das aus? Was soll es bedeuten?
Die erste Antwort: Hersteller ist MG, was für Morris Garages steht. Die Marke gehört seit 2007 dem chinesischen Autohersteller Saic aus Shanghai.
Die zweite Antwort: Man ist geneigt, es als "Cyberstar" auszusprechen, doch der Hersteller will einen Bezug zum Roadster herstellen. Die letzte Silbe wird daher wie bei diesem ausgesprochen. Cyber steht inzwischen für alles in der digitalen Welt. Ursprünglich kommt es von Cybernetics (Kybernetik), also der Steuerung von Maschinen.
Solche komplizierten Gedanken verschwinden jedoch schnell, wenn wir das Stoffdach innerhalb von 16 Sekunden öffnen und die Seitenfenster wieder hochfahren. Das funktioniert sogar während der Fahrt bis 50 km/h.
An Sommertagen gibt es nicht Schöneres, als offen zu fahren. Sobald das künstliche Motorengeräusch abgeschaltet ist, sind die Vögel in den Bäumen zu hören. Der Fahrspaß lässt sich allerdings nur mit einer weiteren Person teilen, denn der Roadster ist ein Zweisitzer.
Türen schwingen nach oben
Allzu viel Gepäck sollte auch nicht dabei sein. Hinter den beiden Sitzen befindet sich eine 15 cm tiefe Ablage, der Kofferraum fasst 249 Liter. Aber schon bei einer hohen Umzugskiste schließt die Heckklappe nicht mehr.
Unter der Fronthaube gibt es keinen Stauraum, Kleinkram passt in die Mittelkonsole und in die beiden Fächer in den Türen. Darin hat gerade mal die Sonnenbrille Platz, wenn die Klappe noch schließen soll – und die ist wichtig, denn mit offenen Ablagen würde der Inhalt beim Öffnen verrutschen oder sogar herausfallen.
Denn der Cyberster hat Scherentüren, wie es der Hersteller nennt. Die beiden Türen schwingen elektrisch angetrieben nach oben. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wären sie beim Ein- und Aussteigen im Weg. Die zweiwöchige Testzeit zeigt jedoch: Es ist einfacher als erwartet. Der Wagen liegt nicht so tief wie andere Sportwagen und die Scherentüren sind nie im Weg.
Der rote Knopf
Ein Ultraschallsensor in der Seite beider Türen und einer am oberen Rand erfassen Hindernisse und stoppen die Tür, falls die Garagendecke zu niedrig oder das Nachbarfahrzeug zu dicht geparkt ist.
Überhaupt ist der Roadster technisch gut ausgestattet. Mit MG iSmart gibt es eine App mit den üblichen Funktionen: finden, vorklimatisieren und Ladevorgänge überwachen.
Das Assistenzsystem auf Level 2 umfasst einen adaptiven Tempomaten sowie Spurhalter. Ein Druck auf den runden Knopf links unten im Lenkrad aktiviert den Fahrassistenten.
Doch so ein Auto fahren wir lieber selbst und drücken öfter mal auf den roten Knopf auf der rechten Seite mit der Aufschrift Super Sport. Dadurch steigt die Leistung des Heckmotors kurzzeitig von 160 auf 250 kW. So wird jeder Überholvorgang zu einer einfachen Übung. Der MG Cyberster beschleunigt bis 195 km/h. Aus dem Stand dauert es fünf Sekunden bis 100 km/h. Etwas schneller ist die Allradversion mit 3,2 Sekunden und bis zu 375 kW Systemleistung. Die Variante ist bis zu 200 km/h schnell.
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