Metropolenranking: Berlin hat bestes, London schlechtestes 5G-Netz Europas

Ein Vergleichstest bescheinigt der deutschen Hauptstadt die beste 5G-Qualität. Schränkt das Bundesinnenministerium die Zahl der Ausrüster ein, hat das Auswirkungen.

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Telekom-Werbung in Berlin
Telekom-Werbung in Berlin (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Berlin belegt vor Barcelona und Paris in einem 5G-Benchmarkingtest von zehn europäischen Metropolen den ersten Platz in der Hauptkategorie Nutzungsqualität. Dafür hatte das spanische Unternehmen Medux im dritten Quartal 2023 Messungen in den Städten durchgeführt und neben der Verfügbarkeit von 5G auch die Verlässlichkeit, Latenzzeiten sowie Download- und Uploadrate berücksichtigt.

Gemessen wurde in zehn europäischen Metropolen, unter anderem Barcelona, Paris und Lissabon. Gleichzeitig bestätigen sich Berichte aus dem vergangenen Jahr, dass Großbritannien im internationalen Vergleich nur noch über ein sehr schwaches 5G-Netz verfügt.

Deutlich abgeschlagen landet die britische Hauptstadt London auf dem letzten Platz des Rankings. In einem Gespräch mit CNBC sieht Rafael Galaretta, Chief Marketing Officer von Medux, als einen Hauptgrund für das schlechte Abschneiden Londons den von den USA erzwungenen Ausschluss des chinesischen Ausrüsters Huawei: "Dieser verzögerte Ausbau hat sich wahrscheinlich auf die Gesamtabdeckung, die Verfügbarkeit und die Nutzererfahrung ausgewirkt, insbesondere wenn man bedenkt, dass das Verbot von Huawei erfolgte, nachdem der ursprüngliche Roll-Out bereits begonnen hatte."

Statistiken der Europäischen Union hatten auch für verschiedene EU-Länder ergeben, dass ein formeller und informeller Ausschluss chinesischer Ausrüster zu einer schlechteren 5G-Netzqualität führt. In Deutschland setzen die drei etablierten Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica jeweils neben einem der europäischen Ausrüster Nokia und Ericsson auf Huawei. Der dänische Analyst John Strand hatte wiederholt auf die starke Präsenz von Huawei-Technologie gerade in der Stadt Berlin hingewiesen. Dort sei laut Strand Huaweis Marktanteil höher als in Beijing. Strand ist engagierter Gegner chinesischer Mobilfunktechnik.

Schlechtes 5G: Wird Berlin ein zweites London?

Ob Berlin in Bezug auf Huawei eine ähnliche Entwicklung droht wie London, ist laut Brancheninsider noch nicht sicher. Das Bundesinnenministerium hatte vor knapp einem Jahr eine Prüfung gestartet, ob kritische Komponenten aus China eine Gefährdung für die Sicherheit und Ordnung der Bundesrepublik Deutschlands darstellen. Im September 2023 hatte das Ministerium dann unter anderem vorgeschlagen, Huawei-Komponenten aus der Region Berlin/Brandenburg auszubauen.

Im Dezember 2023 wurde dann berichtet, dass das Digitalministerium einem Ausschluss Huaweis skeptisch gegenüberstehe und nach Informationen von Golem.de auch massiv unter Lobbydruck durch die Netzbetreiber stehe, die wegen nicht nachgewiesener Sicherheitsprobleme ihre modernsten Netze nicht abreißen wollen.

Im Januar 2024 teilte die Bundesregierung der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag auf Anfrage mit, dass man die Sachverhaltsermittlungen in der Causa Huawei "zeitnah abschließen wolle", anschließend erfolge "die Entscheidungsfindung" der Bundesregierung. Zu "laufenden Verfahren" könne man sich nicht äußern, das Verfahren sei aber "ergebnisoffen" (PDF).

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