Metal Gear Solid angespielt: Weltpolitik im Nieselregen von Ground Zeroes

Die Gefangenen sitzen gefesselt in Käfigen, sie tragen orangegelbe Overalls und einen schwarzen Sack über dem Kopf. Für einige von ihnen nimmt das Martyrium gleich ein glückliches Ende - weil sie sich nicht im echten Guantanamo Bay befinden, sondern in Camp Omega. Durch diese ebenfalls auf Kuba angesiedelte, aber nur virtuell existierende US-Militärbasis schleichen wir als Elitekämpfer Snake, um zwei Freunde sowie so viele weitere Gefangene wie möglich zu befreien und in Sicherheit zu bringen.

Die Mission im Camp Omega ist der Hauptbestandteil von Ground Zeroes, dem ab dem 20. März 2014 erhältlichen Vorabkapitel zu Metal Gear Solid: The Phantom Pain. Das soll 2015 erscheinen und deutlich mehr Aufträge bieten. Laut Hideo Kojima, dem Schöpfer der Serie, soll es mehr als 200-mal so groß sein wie Ground Zeroes. Er mache sich sogar Sorgen, ob das nicht zu viel sei, sagte der Meister(öffnet im neuen Fenster) - verbuchen wir das mal unter PR...















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Bevor wir als Snake vor dem Zaun des Gefangenenlagers stehen, erklärt eine längere und sehr gut gemachte Introsequenz, die direkt in der Engine abläuft, den Hintergrund der Handlung. Allzu viel wollen wir nicht verraten, aber einige typische Serienelemente haben dafür gesorgt, dass wir uns tatsächlich wieder wie in der Metal-Gear-Solid-Welt gefühlt haben.
Es gibt erneut die eigenwillige Mischung aus verfremdeter echter Weltpolitik, aus Geheimdienst- und Militärverschwörungen und dem kleinen Universum von Snake und seinen Freunden und Feinden, inklusive der Gruppen "Fox" und "Xof". Nicht alles ist auf Anhieb inhaltlich bis ins letzte Detail verständlich. Aber das war in Metal Gear Solid noch nie kampfentscheidend.
Kämpfen kann Snake allerdings - wenn er will. Zu Beginn der Mission im Nieselregen stehen wir mit dem sichtlich gealterten Haudegen vor Camp Omega und haben die Wahl: Entweder wir weichen den Suchscheinwerfern und Wachsoldaten aus, oder wir schalten die Marines einen nach dem anderen mit unseren Waffen aus.
Um ehrlich zu sein: Bei unserer Anspielsession haben wir gleich zu Beginn beim Ausprobieren der Steuerung versehentlich einen Schuss abgegeben, was sofort einen Großalarm ausgelöst hat - die Wahl für unser weiteres Vorgehen war gefallen, zumindest für die ersten paar Minuten.
Aufräumen in Camp Omega
Schießen statt Schleichen funktioniert in Ground Zeroes deutlich besser als in früheren Metal-Gear-Solid-Teilen. Wir haben das Ganze wie in einem klassischen Deckungsshooter gespielt, sprich: Wir haben uns hinter einer der zahlreichen Barrikaden oder Absperrungen verschanzt und aus dieser meist sicheren Stellung mit unserem Maschinengewehr einen Gegner nach dem anderen erledigt.

Irgendwann ist der letzte Marine im aktuellen Teilgebiet des Camps ausgeschaltet. Wir hören dann per Funk, dass der Gegner die Alarmstufe senkt oder gar aufhebt, und können weitermachen. Aber auch Schleichen funktioniert: In einigen Gebieten haben wir uns um Wachen herumbewegt und die Ziele erreicht, ohne einen Schuss abzugeben.















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Ground Zeroes lässt uns als Spieler flexibler agieren, was wir sehr angenehm fanden. Der Schwierigkeitsgrad ist moderat, in einem zweiten Durchgang können wir dann in der Stufe "Extrem" unter deutlich härteren Bedingungen antreten. Eine detaillierte Übersichtskarte des Lagers sowie eine Reihe von Einsatzdokumenten stehen jederzeit per Tastendruck zur Verfügung.
Die KI macht einen ordentlichen Eindruck, feindliche Soldaten suchen halbwegs systematisch die Umgebung ab und gehen gut in Deckung. Trotzdem fanden wir es nicht allzu schwierig, hinter sie zu gelangen und sie - durch einen Tastendruck - in den Schwitzkasten zu nehmen.
Dann können wir in einer Art Menü entscheiden, ob wir sie zu ein paar vorgegebenen Stichworten befragen, etwa zur Position der Gefangenen. Wahlweise können wir sie auch bewusstlos werden lassen - unter Umständen wachen sie aber irgendwann wieder auf. Wer auf Nummer sicher gehen will, bringt sie mit einem Messerstich in den Hals um ihr virtuelles Leben.
Zu den packendsten Situationen in Ground Zeroes gehört der Moment, in dem wir unvermittelt einem Feind gegenüberstehen. Dann schaltet das Spiel in einen Zeitlupenmodus, in dem wir den armen Mann in sehr schick inszenierter Bullet-Time ausschalten können.
Nachdem wir die maximal zwei Stunden lange Hauptmission geschafft haben, können wir im gleichen Militärlager fünf weitere, kürzere Missionen im gleichen Stützpunkt absolvieren. Darin dürfen wir als Snake zwei spezielle Marines finden und töten oder die Flugabwehrsysteme von Camp Omega sabotieren. Außerdem gibt es ein paar sammelbare Gegenstände, die Erfolge freischalten.
Konami(öffnet im neuen Fenster) will Metal Gear Solid: Ground Zeroes am 20. März 2014 für Xbox 360 und One sowie für Playstation 3 und 4 veröffentlichen. Der Preis liegt bei rund 30 Euro.
Nachtrag vom 6. März 2014, 16:49 Uhr
Wir haben den von Konami stammenden Trailer auf der ersten Seite des Artikels gegen ein Video mit selbst kommentierten Szenen aus dem Spiel ersetzt.



