Metal Gear Solid: Geniale Steuerung
Leider wurde dieser Gag in der US-Version des Spiels ein klein wenig kaputtgemacht, weil die Nummer einfach in der Anleitung verraten wird.
Kurz darauf stehe ich vor einem echten Problem: Ich soll eine Halle passieren, die mit mehreren Laserschranken gesichert ist. Sobald ich diese berühre, schließen sich sämtliche Tore und der Raum wird mit Giftgas geflutet. Die Schranken sind für das menschliche Auge allerdings nicht sichtbar! Deshalb benötige ich eigentlich ein Infrarotsichtgerät, das ich jedoch nirgends finden kann.
Also schaue ich mir Lösungshilfen im Netz an, die keine gute Nachrichten für mich parat haben: Das Gerät befindet sich in einem Raum, den ich übersehen habe. Dieser wird jedoch versperrt, sobald ich mit Anderson geredet habe. Ab diesem Moment benötige ich eine Schlüsselkarte, die ich erst zu einem späteren Zeitpunkt erhalte.
Zum Glück gibt es eine Alternative zum Infrarotsichtgerät: meine Zigaretten, von denen ich anfangs dachte, dass sie völlig unnütz sind! Wenn ich diese in der Halle paffe, dann kann ich in der Tat bruchstückhaft die Schranken sehen und mich an ihnen vorbeischleichen.
Trotz solcher Hürden, die den Spielfluss ein wenig lähmen, bin ich nach wie vor sehr angetan. Besonders überrascht mich die Steuerung, die vollgestopft mit Funktionen ist und trotzdem ebenso eingängig wie intuitiv wirkt. Spontan kann ich mich jedenfalls an kein anderes Spiel aus den 90ern erinnern, das sich immer noch so frisch spielt.
Grafisch und musikalisch ist Metal Gear Solid ebenfalls hervorragend gealtert. Die englische Sprachausgabe war ihrer Zeit meilenweit voraus und der Synthie-Soundtrack vereint wunderbar melodische Themen mit Ambient-Stücken.
Sogar die eckigen Polygoncharaktere, an denen man das Alter der Playstation-Hardware am ehesten erkennt, haben einfach Charme und sind großartig animiert. Das wird besonders beim zweiten Endboss deutlich – dem Cyborg Ninja, der mit seinen Nahkampfangriffen beeindruckt.
Gedankenkontrolle
Ich möchte meinen Retro-Trip zumindest bis zum legendären Endkampf gegen Psycho Mantis fortsetzen. Dieser Boss ist und bleibt einer der coolsten der Computerspielgeschichte:
Er kann Gedanken lesen und weiß genau, welche anderen Spiele von Publisher Konami man auf der Playstation gezockt hat. Zudem weicht er Angriffen ungewöhnlich präzise aus; gerade so, als ob er mein Gamepad im Blick hätte. Seltsam ...
Die Auflösung: Psycho Mantis schaut sich einfach nur die in der Konsole steckende Memory Card an und fragt meine Controller-Kommandos ab. Letzteres kann man verhindern, wenn man sein Pad aus der Konsole stöpselt und in den zweiten Port steckt. Danach lässt sich Mantis wie ein stereotypischer Boss bezwingen, während er mich mit allerlei Dingen wie Bildern oder Stühlen bewirft.
Nebenbei bemerkt habe ich mich damals beim Spielen der japanischen Version geweigert, den Controller umzustöpseln. Schließlich hatte ich aufgrund der Sprachbarriere keine Ahnung, dass Commander Campbell mir höchstpersönlich diesen Trick verrät.
Als ich ihn in der Lösungshilfe las, ging ich wiederum von einem Cheatmodus aus, den ich in meiner Zockerehre partout nicht anwenden wollte! Und ja: Man kann Psycho Mantis tatsächlich auch ohne Portwechsel bekämpfen. Der Kampf dauert dann nur eine halbe Stunde anstatt drei Minuten.
Heute weiß ich übrigens dank weiterer Anleitungen aus dem Netz: Es gibt eine alternative Möglichkeit, den Burschen zu erledigen. Dazu muss ich einfach die in der Ecke stehenden Statuen zertrümmern, damit er seine übernatürlichen Fähigkeiten verliert.
Motiviert durch den Erfolg spiele ich noch etwas weiter und duelliere mich abschließend mit der Scharfschützin Sniper Wolf. Der Kampf gegen sie ist bedeutend nerviger als der gegen Psycho Mantis, weil ich nämlich die richtige Waffe zum Kontern benötige.
Dafür muss ich mehrere Räume zurücklaufen und eine Tür öffnen, für die ich erst jetzt die passende Schlüsselkarte besitze. Dieses sogenannte Backtracking streckt das Spiel in meinen Augen unnötig in die Länge und ist letztlich der einzige Makel des Spieldesigns, der mir bei meinem Retro-Trip auffällt.
Fazit: Immer noch genial
Ansonsten heißt es auch 25 Jahre nach Release: Metal Gear Solid sollte man unbedingt einmal gespielt haben. Es steckt voller genialer Ideen, die teilweise bis heute einmalig sind. Grafik und Sound erzeugen trotz der alten Playstation-Hardware immer noch reichlich Atmosphäre.
Es ist durch und durch ein Kultspiel und ich hoffe inständig, dass die ab Oktober 2023 erhältliche Collection eine würdige Umsetzung des Klassikers enthält.
Mitarbeit: Benedikt Plass-Fleßenkämper
Nachtrag vom 15. Juli 2023
Der Artikel ging fälschlicherweise als Artikel über Metal Gear Solid 3 Snake Eater (2004) online, gemeint ist aber das 1998 veröffentlichte Metal Gear Solid.
Die Autoren Andreas Altenheimer und Benedikt Plass-Fleßenkämper können nichts für den Fehler. Der ist einzig und allein beim Redigieren und Einbauen in das Redaktionssystem durch Peter Steinlechner (der sich hier freiwillig selbst outet) verursacht worden. Wir/er bitten/bittet um Entschuldigung!
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| Erstmal 'ne Fluppe, Alter! |










Dass sind die, die sich beschweren, dass sie keine abkriegen, obwohl sie doch dafür...
Und noch dazu sieht es unglaublich cool aus.
Ich hatte damals das Original auf der Playstation gespielt und als ich keine Playstation...
1. Ist tatsächlich ein Fehler passiert vs. "voller Fehler" - führst auch nur einen auf 2...