Meta: Social-Media-Grüße künftig auch aus dem Grab?
Wer gerade keine Zeit für Social Media hat oder gestorben ist, könnte auf Facebook oder Instagram trotzdem aktiv wirken, zumindest, wenn ein neues Patent von Meta jemals umgesetzt wird.
In der Patentschrift WO2025117006A1(öffnet im neuen Fenster) beschreibt der Konzern ein System, bei dem eine Plattform ein Sprachmodell mit den Aktivitäten eines Nutzers trainiert und anschließend automatisch Beiträge, Reaktionen und Antworten in dessen Namen erzeugt.
Die Idee: Die Software sammelt Interaktionen wie Kommentare, Likes, geteilte Inhalte oder Nachrichten und nutzt sie als Trainingsmaterial für ein personalisiertes Modell. Dieses soll Schreibstil, Tonfall und Verhalten nachahmen.
Danach analysiert das System den Feed und entscheidet selbstständig, ob der Nutzer vermutlich reagieren würde und führt die entsprechenden Aktionen selbst aus.
Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um Textvorschläge oder Autovervollständigung. Laut Patent soll das Modell eigenständig handeln können: kommentieren, reagieren oder Gespräche weiterführen, ohne dass die echte Person online ist.
Tod keine Ausrede mehr für unterlassene Social-Media-Beiträge
Bemerkenswert ist ein im Dokument erwähnter Sonderfall: Die Simulation kann weiterlaufen, wenn ein Nutzer länger abwesend ist oder gar nicht zurückkehrt; offensichtlich ist damit auch der Todesfall gemeint, auch wenn das nicht ganz so ausdrücklich erwähnt wird.
Jedenfalls würde die Plattform dann weiterhin Interaktionen erzeugen, um die digitale Präsenz aufrechtzuerhalten. Technisch wäre damit eine Art sozialer Stellvertreter möglich, also ein System, das sich gegenüber Freunden und Kontakten wie die Person selbst verhält.
Vorgesehen sind außerdem unterschiedliche Varianten, etwa angepasst an Lebensphasen oder Beziehungskontexte. Eine KI könnte Kollegen anders schreiben als der Familie, je nachdem, was aus den Trainingsdaten gelernt wurde.
Noch handelt es sich nur um eine Patentanmeldung. Unternehmen sichern sich damit oft Optionen, ohne sie umzusetzen. Sollte Meta die Technik jedoch real einführen, würde sich Social Media deutlich verändern: Nicht mehr jeder aktive Account müsste zwingend von einem Menschen bedient werden, auch wenn es so wirkt.
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