Meta M1 im Hands on: Smartwatch mit langer Akkulaufzeit
Mit der M1 will sich der Smartwatch-Hersteller Meta bewusst von der übrigen Konkurrenz absetzen. Während die Mehrzahl der angebotenen Smartwatches ein Farbdisplay hat, gibt es bei der M1 nur ein monochromes Display. Auch auf Touchscreen-Funktionen verzichtet die M1.

Das monochrome Display der M1 bietet den Vorzug, dass es auch unter direktem Sonnenlicht sehr gut ablesbar ist. In dunkler Umgebung gibt es eine zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung, die auf den auf der Ifa 2014 gezeigten Uhren aber noch nicht funktionierte. Ein Farb-Touchscreen lässt sich unter direktem Sonnenlicht meist nicht optimal einsehen.
Der Verzicht auf ein Farbdisplay erlaubt deutlich längere Akkulaufzeiten, ohne dass das Uhrendisplay abgeschaltet werden muss. Das Display der M1 kann die ganze Zeit an sein und soll nach Herstellerangaben eine Akkulaufzeit von 5 bis 7 Tagen liefern. Der Akku soll in zwei Stunden komplett geladen sein. Wer also die Smartwatch nicht übermäßg beansprucht, kann sie eine Woche lang verwenden. Die Smartwatches anderer Hersteller müssen meist spätestens nach zwei Tagen an die Steckdose.
M1 hat keinen Touchscreen
Zudem gibt es bei der M1 keinen Touchscreen – das wirkt antiquiert, muss aber per se kein Nachteil sein. Bedient wird die Smartwatch über sechs Knöpfe. Auf jeder Seite der Uhr sind drei Knöpfe zu finden. Die Bedienung ist eingängig, aber stellenweise weniger effizient als eine Touchscreen-Bedienung. Der Vorzug ist allerdings, dass sich die Uhr etwa beim Laufen weiterhin gut bedienen lässt.
Denn beim Laufen bewegt sich nicht nur das Handgelenk, sondern auch die Hand für die Bedienung und es ist nicht immer trivial, den richtigen Bereich auf einem kleinen Uhrendisplay zu treffen. An dieser Stelle ist eine Knopfbedienung durchaus von Vorteil.
Meta bietet die M1 in in unterschiedlichen Farben und mit verschiedenen Armbändern an. Abhängig von der Wahl des Armbands verändert sich der Kaufpreis. Die günstigsten Modelle kosten 250 Euro und haben ein Kunststoffarmband. Entscheidet sich der Kunde für ein Lederarmband, steigt der Anschaffungspreis der Uhr auf 300 bis 400 Euro. Das Topmodell mit Metallarmband kostet 450 Euro.
Uhr funktioniert mit iPhones und Android-Smartphones
Wie die aktuellen Tizen- und Android-Wear-Smartwatches gibt es auch die M1 nur in einer Standardgröße. Das Display hat eine Auflösung von 128 x 128 Pixeln und eine Displaydiagonale von 23,4 mm. An Damenhandgelenken und dünnen Männerarmen sieht auch diese Smartwatch alles andere als kleidsam aus. Übergroß ragt sie über das Handgelenk. Hier ist der Schritt von Apple begrüßenswert: Apples Watch wird es auch in einer kleineren Variante geben.
Einen weiteren Unterschied gibt es bei den unterstützten Smartphones. Die Meta-Uhr nimmt via Bluetooth 4.0 Kontakt zu den Mobiltelefonen auf. Während die Armbanduhren von Samsung, Sony und LG nur mit Android-Geräten verwendet werden können und Apples Uhr zwingend ein halbwegs aktuelles iPhone benötigt, kann die M1 sowohl mit iOS als auch mit Android genutzt werden.
Statusmeldungen, Terminerinnerungen, eingehende Nachrichten und Ähnliches werden dann auf dem Uhrendisplay angeschaut. Bei eingehenden Nachrichten muss der Nutzer also nicht erst das Smartphone aus der Tasche ziehen, sondern kann auf dem Uhrendisplay prüfen, ob es notwendig ist.
Die M1-Smartwatches können derzeit auf der Meta-Webseite(öffnet im neuen Fenster) vorbestellt werden. In Deutschland sollen die Uhren erst später auch bei anderen Händlern zu haben sein. Einen Termin hat der Hersteller Golem.de noch nicht genannt. Die Auslieferung der Uhren beginnt Ende September 2014. Aber vor allem die teureren Modelle werden erst im Oktober 2014 erscheinen.
Fazit
Der Ansatz von Meta ist etwas gewagt: Während die Smartwatch-Konkurrenz Geräte mit Farbdisplays anbietet, bekommt der M1-Kunde nur ein monochromes Display. Für das Anzeigen von Fotos oder Landkarten ist das Display also nicht geeignet. Im Gegenzug gibt es eine gute Lesbarkeit unter Sonnenlicht und eine lange Akkulaufzeit.
Dabei sind die M1-Modelle zumeist teurer als die Geräte der anderen Hersteller. Der Käufer hat also keinen Preisvorteil vom Verzicht auf einen farbigen Touchscreen. Metas Kalkül ist es, dass die Gestaltung der Uhr genügend Kunden überzeugt.
Damit dürfte es Meta schwer haben im Smartwatch-Markt. Der Aspekt der längeren Akkulaufzeit dürfte vielen Kunden nicht genügen, zu einem Gerät mit veraltet wirkendem Monochrom-Display zu greifen. Der Verzicht auf den Touchscreen ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache, auch wenn sich die Uhr über die Knöpfe gut bedienen lässt.