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Messenger: Wire verlegt Hauptsitz in die USA

Die Holding hinter dem Messenger Wire sitzt seit Juli in den USA - der Wechsel führte zu hitzigen Diskussionen in den sozialen Medien. Nun meldet sich Wire zu Wort und gibt Entwarnung: Es gehe um Geld, nicht um die Nutzerdaten.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Wire-Mutter sitzt seit Juli in den USA.
Die Wire-Mutter sitzt seit Juli in den USA. (Bild: TeroVesalainen/Pixabay)

In den sozialen Medien ist eine Diskussion um den Messenger Wire entbrannt, nachdem bekannt wurde, dass die Mutterfirma Wire Group Holdings Inc. seit Juli ihren Sitz in Dover in den USA hat. Deren Tochterfirma, die Wire Swiss GmbH, entwickelt den Messenger. In den sozialen Medien wird ein leichterer Zugriff durch US-Behörden befürchtet, doch Wire gibt in einem Blogbeitrag Entwarnung: Es handele sich nicht um einen Eigentümerwechsel, vielmehr sei der Sitz der Holding von Luxemburg in die USA verlegt worden, um leichter an finanzielle Mittel gelangen zu können. Diese würden benötigt, um das Wachstum fortzusetzen, erklärte das Unternehmen auf Nachfrage von Golem.de.

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Das Unternehmen sei weder verkauft noch seien die Eigentümerstrukturen verändert worden, erklärte Wire. Es seien lediglich neue Investoren mit an Bord. "Bestehende und zukünftige Kunden von Wire werden nach wie vor aus Deutschland und der Schweiz heraus betreut und lizenziert. Das Software-Entwicklungsteam bleibt in Berlin, die Server befinden sich in Europa. Damit unterliegt Wire auch weiterhin den Datenschutzbestimmungen der Schweiz und Europas", betont Wire. Kundendaten seien zudem nicht übertragen worden.

Die Nachrichten der Kunden werden ohnehin mit einer Verschlüsselung auf Basis des Signal-Protokolls verschlüsselt, das auch bei den Messengern Signal, Whatsapp und Matrix/Riot zum Einsatz kommt. Allerdings speichert Wire laut eigenen Angaben eine Datenbank mit einer "Klartextspeicherung von Threads zwischen Nutzern" auf dem Server. "Damit können wir eine bessere User Experience sicherstellen, wenn mehrere Endgeräte genutzt werden - etwa, um Gesprächsverläufe mit anderen Endgeräten zu synchronisieren", erklärte Wire auf Nachfrage von Golem.de. Die Speicherung solle jedoch mit einer Standardisierung des Messaging-Layer-Security-Protokolls (MSL) durch die IETF abgeschafft werden. Mit MSL soll eine Verschlüsselung von Messengern auf Basis der Erfahrungen mit Protokollen wie dem Signal-Protokoll, OpenPGP, S/MIME und OTR standardisiert werden.

Abfragen über Rechtshilfeabkommen oder Cloud Act möglich

Wie bei Whatsapp oder Signal, deren Hauptsitze sich ebenfalls in den USA befinden, können die Behörden mit den verschlüsselten Inhalten der Konversationen ohnehin nichts anfangen. Einzig die gespeicherten Metadaten können von Behörden abgefragt werden, welche im Falle der Datenbank von Wire oder der Auswertung der Metadaten von Whatsapp durch Facebook deutlich umfangreicher sein dürften als bei Signal, die sich einer Reduktion der Metadaten verschrieben haben.

Metadaten lassen sich über die bereits bestehenden Rechtshilfeabkommen zwischen den jeweiligen Staaten ohnehin abfragen. Das ist derzeit noch recht aufwendig, weil sich die Ermittlungsbehörden eines Landes an die Ermittlungsbehörden des Landes wenden müssen, in dem die Firma sitzt oder der entsprechende Server steht.

Die EU-Kommission verhandelt mit den USA über ein Austauschabkommen, laut dem die USA Daten direkt bei den europäischen Firmen abfragen können sollen. Gleiches soll für europäische Behörden bei US-Unternehmen gelten. Ein entsprechendes Abkommen zwischen den USA und Großbritannien wurde bereits beschlossen.

In der EU wird bereits seit geraumer Zeit an der E-Evidence-Richtlinie gearbeitet, deren Ziel eine einfachere und schnellere Datenabfrage bei Unternehmen durch Behörden anderer Länder ist. Datenschützer kritisieren die Pläne als grundrechtsgefährdend. Auch die Bundesregierung warnt intern vor den Gefahren für Presse- und Meinungsfreiheit.

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bodo.riediger 19. Nov 2019 / Themenstart

Selbst wenn ich es glaube das sie das Öl im Boden lassen weil sie genug Geld verdienen...

bodo.riediger 19. Nov 2019 / Themenstart

Wie kann man hier nur von "Einzig die gespeicherten Metadaten können von Behörden...

sambache 18. Nov 2019 / Themenstart

Ohne Federation ist ein eigener Server eh sinnlos. Da bleibt eigentlich nur mehr matrix.org

mtr (golem.de) 18. Nov 2019 / Themenstart

Hallo paulsen21, laut Wire werden auf den Wire-Servern Metadaten des Nutzers, sowie...

jude 16. Nov 2019 / Themenstart

Briar

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