Messenger: Russland blockiert Telegram

Ein Gericht in Moskau hat entschieden, den Messengerdienst Telegram in Russland zu blockieren, wie Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Der Betreiber der App, Pavel Durov, hatte sich zuvor geweigert, den Behörden Zugriff auf die geheimen Schlüssel des Unternehmens zu geben , um private Nachrichten möglicher Straftäter mitlesen zu können.
Die zuständige Richterin am Gericht im Moskauer Bezirk Taganski folgte mit der Entscheidung einer Aufforderung der staatlichen Telekommunikationsbehörde Roskomnadzor. Die Entscheidung gilt ab sofort und kann innerhalb von 30 Tagen angefochten werden. Zuvor hatte Telegram eine Beschwerde in der Sache beim russischen Verfassungsgericht verloren.
Der Dienst soll in Russland rund 9,5 Millionen Nutzer haben, weltweit nach eigenen Angaben mehr als 200 Millionen. Zur weiteren Finanzierung hatte das auf den Virgin Islands registrierte Unternehmen zuletzt mit einem Initial Coin Offering einer eigenen Kryptowährung rund 1,7 Milliarden US-Dollar eingenommen.
Telegram nutzt MTProto
Telegram nutzt das selbst entwickelte Protokoll Mtproto zur Verschlüsselung. Dessen erste Version war von zahlreichen Experten kritisiert worden , die am häufigsten genannten Schwachstellen wurden in der Version Mtproto2 behoben.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert die Sperrung. Denis Krivosheev, stellvertrender Direktor für Osteuropa, sagte: "Mit dem Versuch, Telegram zu blockieren, starten die russischen Behörden den nächsten Schritt in einer Serie von Angriffen auf die freie Meinungsäußerung im Internet in dem Land." Die Regierung blockiere "eine der populärsten Messenger-Apps" , weil die Betreiber den Mut hätten, sich den Anforderungen der Regierung zu widersetzen.



