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Messenger: Kryptotelefon-Hersteller muss nach Razzien aufhören

Nach Razzien der Polizei und einer Anklage gegen den Chef sind auch die Systeme des Kryptotelefon-Herstellers Sky offline.
/ Sebastian Grüner
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Der verschlüsselte Kommunikationsdienst von Sky wurde wohl endgültig von der Polizei beschlagnahmt. (Bild: Pixabay)
Der verschlüsselte Kommunikationsdienst von Sky wurde wohl endgültig von der Polizei beschlagnahmt. Bild: Pixabay

Der Kryptotelefon-Hersteller Sky hat seine verschlüsselte Kommunikationsplattform vom Netz genommen, wie das Magazin Motherboard berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Dies geschah demnach offenbar, nachdem Blackberry, das Sky bestimmte Onlinedienste angeboten hatte, den Hersteller von seinen Diensten ausgeschlossen hat. In dem Bericht beruft sich Motherboard auf Screenshots von Kommunikation, aus der dies hervorgehe. Auch die Webseite des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster) ist inzwischen offiziell durch Ermittlungsbehörden aus den USA und Kanada beschlagnahmt worden.

Vergangene Wochen hatten Polizeibehörden in Belgien bei Razzien gegen das organisierte Verbrechen mehrere Hundert Objekte durchsucht. Die Aktion richtete sich gegen eine Organisation, die Kryptotelefone illegal an Kriminelle geliefert haben soll. Den Angaben zufolge wurden 48 Verdächtige festgenommen und 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt. Auch in den Niederlanden kam es zu Razzien.

Die Ermittlungen laufen seit 2018. Hintergrund ist, dass Kriminelle immer häufiger Kryptotelefone nutzen, die das Abhören verhindern sollen. Schon vor den Razzien wurden laut den Ermittlungsbehörden 185 solcher Geräte mit Verschlüsselungstechnik in Belgien beschlagnahmt. In dem aktuellen Fall handelt es sich um den Anbieter Sky, im Sommer 2020 hatten Polizeibehörden bereits den Hersteller Encrochat gehackt , einen Anbieter für abgesicherte Android-Smartphones und verschlüsselte Kommunikationsdienste.

Nach den Razzien in Europa ist der CEO von Sky sowie ein Lieferant der Telefone in den USA angeklagt worden(öffnet im neuen Fenster) , wie Motherboard berichtet. Ihnen wird vorgeworfen, mit ihren Diensten Drogenschmugglern dabei geholfen zu haben, sich der Strafverfolgung zu entziehen. Zuvor hatte Sky schon zu Motherboard gesagt, dass offenbar eine gefälschte Version der eigenen Technik auf die betroffenen Smartphones geladen und weiter vertrieben worden sei. Mit der Übernahme der Infrastruktur durch die Strafverfolgungsbehörden könnten diese nun ebenfalls veränderte Apps auf noch vorhandenen Telefonen installieren und so möglicherweise Nachrichten ausleiten. Davor warnt Sky mittlerweile explizit, wie es bei Motherboard heißt.


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