Messenger: Erneut Razzien gegen Lieferanten von Kryptotelefonen

Die vermeintlich sicheren Smartphones mit verschlüsseltem Messenger konnten von der Polizei geknackt und mitgelesen werden.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Eric Snoeck, Generaldirektor der Föderalen Kriminalpolizei Belgiens, stellt die Ergebnisse der Razzien vor.
Eric Snoeck, Generaldirektor der Föderalen Kriminalpolizei Belgiens, stellt die Ergebnisse der Razzien vor. (Bild: ERIC LALMAND/BELGA MAG/AFP via Getty Images)

Bei Razzien gegen das organisierte Verbrechen haben 1.500 belgische Polizisten am Dienstag rund 200 Objekte durchsucht. Die Aktion richtete sich gegen eine Organisation, die Kryptotelefone illegal an Kriminelle geliefert haben soll. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur Belga. Den Angaben zufolge wurden 48 Verdächtige festgenommen und 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt.

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Die Ermittlungen laufen seit 2018. Hintergrund sei, dass Kriminelle immer häufiger Kryptotelefone nutzten, die das Abhören verhindern sollen. Schon vor den Razzien seien 185 solcher Geräte mit Verschlüsselungstechnik in Belgien beschlagnahmt worden. Auch in den Niederlanden kam es zu Razzien.

Der öffentlich-rechtliche Sender RTBF meldete unter Berufung auf mehrere Quellen, Spezialisten der Polizei sei es im Rahmen der Vorermittlungen gelungen, Millionen Nachrichten zu kriminellen Vorhaben auszuspähen, meist verschlüsselte Unterhaltungen von Drogenhändlern. Unter dem Schutz der Verschlüsselung hätten diese teilweise völlig ungehemmt kommuniziert.

Im Sommer 2020 hatten Polizeibehörden bereits den Hersteller Encrochat gehackt, einen Anbieter für abgesicherte Android-Smartphones und verschlüsselte Kommunikationsdienste. Danach sollen viele Kriminelle zu Sky ECC gewechselt sein, das nun im Fokus der Ermittlungen steht. Das Unternehmen sagte dem Magazin Motherboard jedoch, dass offenbar eine gefälschte Version der eigenen Technik auf die betroffenen Smartphones geladen und weiter vertrieben worden sei.

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Details dazu, wie die Polizei in das Netzwerk vorgedrungen ist sowie ob und wie die Verschlüsselung geknackt werden konnte, gibt es so gut wie keine. In dem Bericht von Motherboard wird jedoch darauf verwiesen, dass in der Vergangenheit in den USA bereits kompromittierte Geräte durch die Strafverfolgungsbehörde DEA an Kriminelle verkauft wurden. Sollte die Darstellung von Sky ECC der Wahrheit entsprechen, könnte in Belgien nun Ähnliches geschehen sein.

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