Messenger: Deutsche Bank soll Smartphones von Mitarbeitern überwachen

Die Deutsche Bank hat laut einem Bericht der Financial Times (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) damit begonnen, eine Überwachungssoftware auf den Smartphones ihrer Angestellten zu installieren. Demnach soll das Kreditinstitut von bestimmten Angestellten verlangen, sich die App Movius herunterzuladen und zu installieren. Diese ermöglicht es den Kollegen in der Compliance-Abteilung, Anrufe, Textnachrichten und Whatsapp-Konversationen zu überwachen.
Das US-Unternehmen Movius bewirbt(öffnet im neuen Fenster) die Überwachungssoftware mit "sichere mobile Kommunikation wird einfach" . Mit ihr könnten die Angestellten zur Compliance, also der Einhaltung der Firmenregeln gebracht werden. Movius unterhält laut dem Bericht der Financial Times Partnerschaften mit Telekommunikationsunternehmen wie Sprint, Blackberry und Telefónica.
Die Deutsche Bank soll demnach seit einigen Wochen Movius auf den Smartphones ihrer Angestellten installieren. Dabei soll es sich vornehmlich um Arbeitsgeräte und weniger um private Geräte handeln. Die Bank verbietet in ihrem Verhaltenskodex arbeitsbezogene elektronische Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern über Kanäle, die das Unternehmen nicht überwacht.
Kommunikation über inoffizielle Wege soll unterbunden werden
Hintergrund soll demnach der Austausch von geschäftlichen Nachrichten über private Whatsapp-Installationen sein. So soll beispielsweise der Deutsche-Bank-Vorstand Christian Sewing per Whatsapp mit einem Kunden im Kontakt gestanden haben, dem die Bank wegen verdächtiger Zahlungen gekündigt hat. Laut dem Bericht hat die Aufsichtsbehörde Bafin die Deutsche Bank aufgefordert, ihr Informationen über die Messengernutzung ihrer Angestellten zu übermitteln. Die Deutsche Bank wollte sich auf Nachfrage der Financial Times nicht zu dem Movius-Einsatz äußern.
Solche inoffiziellen Kommunikationswege untersagen die meisten Banken. Die Credit Suisse hat erst kürzlich einem prominenten Investmentbanker gekündigt, nachdem dieser Kundenkontakt über nicht genehmigte Messenger gehabt haben soll.