• IT-Karriere:
  • Services:

Messenger-App: Auch Facebook ließ Sprachaufnahmen abtippen

Nun hat es auch Facebook erwischt: Das soziale Netzwerk ließ offenbar Hunderte externe Mitarbeiter die Sprachnachrichten von Nutzern transkripieren, um die KI zu trainieren.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Facebook ließ Sprachnachrichten über den Messenger-Dienst transkribieren.
Facebook ließ Sprachnachrichten über den Messenger-Dienst transkribieren. (Bild: Facebook)

Ebenso wie andere IT-Konzerne hat auch Facebook in großem Stil Audioaufnahmen von seinen Nutzern abhören lassen. "Hunderte" Beschäftigte bei externen Dienstleistern hätten sich die Audioclips angehört, wie der Wirtschaftsdienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtete. Sie seien im Unklaren darüber gelassen worden, unter welchen Umständen die Aufnahmen gemacht und für welchen Zweck sie transkribiert worden seien, hieß es. Die Unterhaltungen hätten zum Teil "vulgäre" Inhalte enthalten.

Stellenmarkt
  1. Lufthansa Industry Solutions AS GmbH, Norderstedt
  2. Schwarz Dienstleistung KG, Raum Neckarsulm

Dem Bericht zufolge teilte Facebook mit, die Praxis vor einer Woche beendet zu haben. Betroffen seien Nutzer gewesen, die die Transkriptions-Funktion für Sprachnachrichten eingeschaltet hatten. Aufgabe der Mitarbeiter sei es gewesen, zu prüfen, ob die Software die gesprochenen Sätze korrekt verstanden habe. Die Nachrichten seien zuvor anonymisiert worden, eine der beauftragten Firmen, Taskus, mit Sitz im kalifornischen Santa Monica, bestätigte auf Anfrage von Bloomberg, dass die Transkription von Nutzernachrichten auf Wunsch von Facebook gestoppt worden sei.

In den vergangenen Wochen waren auch Amazon, Apple, Google und Microsoft in die Kritik geraten, weil sie Mitschnitte von Sprachassistenz-Software von Mitarbeitern auswerten ließen - ohne dass es den Nutzern bewusst war.

Wertet Facebook Gespräche für Werbung aus?

Für Facebook ist die Situation noch etwas heikler als für die anderen Tech-Konzerne: Seit Jahren geht das Gerücht um, Messenger-Apps des Online-Netzwerks hörten den Nutzern zu, um die Werbung zu personalisieren. Als angeblicher Beleg werden Fälle genannt, in denen Anzeigen zu einer vorherigen Unterhaltung passen. Facebook wies den Vorwurf stets zurück, auch Gründer und Chef Mark Zuckerberg verneinte dies im Frühjahr ausdrücklich bei einer Anhörung im US-Kongress und sprach von einer "Verschwörungstheorie". Facebook-Manager erklären die Vermutungen auch mit dem Effekt, dass einem Nutzer zwischen vielen verschiedenen Anzeigen vor allem diejenigen auffielen, die zu etwas Aktuellem passen.

Facebook betonte auch stets, das Online-Netzwerk verarbeite Audiodaten nur dann, wenn ein Nutzer die Erlaubnis dazu erteilt habe. Während klar ist, dass für eine Transkriptions-Funktion Aufnahmen verarbeitet werden müssen, dürfte den Nutzern - ähnlich wie bei den anderen Tech-Konzernen - nicht bewusst gewesen sein, dass in einigen Fällen auch Menschen sie zu hören bekamen.

Firmen haben reagiert

Die Unternehmen holten sich bei den Nutzern pauschal die Erlaubnis, Daten zur Verbesserung des Dienstes zu nutzen. Dass dafür möglicherweise auch Sprachaufnahmen nicht nur von Software analysiert, sondern auch von Menschen gehört werden könnten, wurde dabei nicht ausdrücklich erwähnt. Bei Apple gab es zumindest einen Hinweis auf die Möglichkeit solcher Transkriptionen bei seiner Sprachassistentin Siri in einem Sicherheitsdokument für Entwickler. Der Text war für gewöhnliche Nutzer jedoch schwer zu finden.

Apple setzte die Auswertung der Mitschnitte aus und versprach, sich künftig die ausdrückliche Erlaubnis dafür zu holen. Auch Google stoppte die Praxis Anfang Juli.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. 860 Evo 500 GB SSD für 74,99€, Portable T5 500 GB SSD 94,99€, Evo Select microSDXC 128...
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

EinByte 14. Aug 2019

Außerdem: Die Transkription - aber "[...] von Nutzern transkriBieren, [...]". Also mit B...

plastikschaufel 14. Aug 2019

...

trinkhorn 14. Aug 2019

Da hatte ich wohl 2 Missverständnisse. Ich dachte a) es geht um WhatsApp und nicht um den...

TacticalBush 14. Aug 2019

Das wäre dann doch exakt wie die EUDSGVO oder CA-Skandal Bußgeldern in Milliardenhöhe...


Folgen Sie uns
       


Razer Eracing Simulator ausprobiert (CES 2020)

Der Eracing Simulator von Razer versucht, das Fahrgefühl in einem Rennwagen wiederzugeben. Dank Motoren und einer großen Leinwand ist die Immersion sehr gut, wie Golem.de im Hands on feststellen konnte.

Razer Eracing Simulator ausprobiert (CES 2020) Video aufrufen
Akkutechnik: In Zukunft kommen Akkus mit weniger seltenen Rohstoffen aus
Akkutechnik
In Zukunft kommen Akkus mit weniger seltenen Rohstoffen aus

In unserer Artikelserie zu Akku-FAQs geht es diesmal um bessere Akkus, um mehr Akkus und um Akkus ohne seltene Rohstoffe. Den Wunderakku, der alles kann, den gibt es leider nicht. Mit Energiespeichern ohne Akku beschäftigen wir uns später in Teil 2 dieses Artikels.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Elektroautos BASF baut Kathodenfabrik in Brandenburg
  2. Joint Venture Panasonic und Toyota bauen prismatische Zellen für E-Autos
  3. Elektromobilität EU-Kommission genehmigt europäisches Batterieprojekt

Nitropad im Test: Ein sicherer Laptop, der im Alltag kaum nervt
Nitropad im Test
Ein sicherer Laptop, der im Alltag kaum nervt

Das Nitropad schützt vor Bios-Rootkits oder Evil-Maid-Angriffen. Dazu setzt es auf die freie Firmware Coreboot, die mit einem Nitrokey überprüft wird. Das ist im Alltag erstaunlich einfach, nur Updates werden etwas aufwendiger.
Ein Praxistest von Moritz Tremmel und Sebastian Grüner

  1. Nitropad X230 Nitrokey veröffentlicht abgesicherten Laptop
  2. LVFS Coreboot-Updates sollen nutzerfreundlich werden
  3. Linux-Laptop System 76 verkauft zwei Laptops mit Coreboot

Galaxy Z Flip im Hands-on: Endlich klappt es bei Samsung
Galaxy Z Flip im Hands-on
Endlich klappt es bei Samsung

Beim zweiten Versuch hat Samsung aus seinen Fehlern gelernt: Das Smartphone Galaxy Z Flip mit faltbarem Display ist alltagstauglicher und stabiler als der Vorgänger. Motorolas Razr kann da nicht mithalten.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Faltbares Smartphone Schutzfasern des Galaxy Z Flip möglicherweise wenig wirksam
  2. Isocell Bright HM1 Samsung verwendet neuen 108-MP-Sensor im Galaxy S20 Ultra
  3. Smartphones Samsung schummelt bei Teleobjektiven des Galaxy S20 und S20+

    •  /