Messbarer Geburtenrückgang: Haben wir weniger Sex seit der Einfühung des iPhones?
Weniger Sex durch Smartphones? Zwei Forscher haben in ihrer Studie (PDF)(öffnet im neuen Fenster) einen Kausalzusammenhang zwischen der Einführung des iPhones im Jahr 2007 und der Geburtenrate in vielen US-Bundesstaaten feststellen können. Menschen, die zu den ersten iPhone-Besitzern gehörten, bekamen offenbar deutlich weniger Kinder.
Besonders betroffen waren wohl junge Mädchen und Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Hier gingen die Geburtenraten um 4,5 bis 8 Prozent zurück. Aber auch Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren bekamen zwischen 3,2 und 6,6 Prozent weniger Kinder. Das berichten die Forscher in ihrer Studie, die auch vom Magazin The Register(öffnet im neuen Fenster) aufgegriffen wurde.
Vergleich zwischen AT&T und anderen Anbietern
Die zugrunde liegenden Daten, die unter anderem die US-weite National Health Interview Survey(öffnet im neuen Fenster) der Jahre 2002 bis 2024 beinhalten, sind interessant: Da das iPhone zum Release und bis ins Jahr 2011 exklusiv nur für AT&T-Kunden in den USA angeboten wurde, konnten sie mit den Daten von Usern der anderen beiden großen Mobilfunkanbieter des Landes, Verizon und Sprint, abgeglichen werden. Die Geburtenraten in Regionen mit vielen AT&T-Kunden gingen demnach schneller nach unten. Zu späteren Zeitpunkten, zu denen auch Android-Telefone eine weitere Verbreitung fanden, konnten die Forscher dort offenbar ähnliche Ergebnisse beobachten.
"Die Verbreitung des iPhone erklärt 33-52 Prozent des Rückgangs der allgemeinen Fertilitätsrate bei Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren", schreiben die Forscher(öffnet im neuen Fenster). "Ergebnisse landesweiter Umfragen zum generellen Zeitvertreib und zum Sexualverhalten Befragter stehen im Einklang mit der Annahme, dass das iPhone persönliche Interaktionen verringert, den Pornografiekonsum steigert und die Häufigkeit sexueller Aktivitäten reduziert."
Das Team führt diesen Effekt primär darauf zurück, dass durch das iPhone und nachfolgend andere Smartphones viel mehr Menschen schnellen und stetigen Zugang zum Internet und später vor allem zu sozialen Medien und Videoplattformen wie Instagram und Tiktok bekamen. Die Theorie: Sie verbringen ihre Zeit mehr online und weniger unter anderen Menschen – und verringern damit ihre Chance auf sexuelle Erfahrungen.
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