Messaging: Microsofts Lync kann wie NSA-Werkzeuge genutzt werden

Messaging-Software bringt ähnliche Analysewerkzeuge mit wie die der NSA. Am Beispiel von Microsofts Lync warnt David Tucker vor Missbrauch in Unternehmen.

Artikel veröffentlicht am ,
Wie jede PBX-Software sammelt auch Lync Verbindungsdaten, die durch gezielte Analyse missbraucht werden können.
Wie jede PBX-Software sammelt auch Lync Verbindungsdaten, die durch gezielte Analyse missbraucht werden können. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)

Software für die Auswertung von unternehmensweiter Kommunikation könne für ähnliche Abfragen genutzt werden wie die zahlreichen Spionagewerkzeuge der NSA, sagte David Tucker, der Chef des australischen Softwareherstellers Event Zero. Er warnt vor möglichem Missbrauch. Die weitreichenden Möglichkeiten von Reporting-Werkzeugen würfen ethische und legale Fragen auf. Tucker sprach auf der Lync-Konferenz 2014 in Las Vegas. Lync - vormals Microsoft Office Communication - ist die Enterprise-Version des Windows Live Messengers, der in Skype integriert wurde.

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Wie jedes PBX führt auch Lync darüber Buch, wer wann und wen über VoIP angerufen hat. Diese Verbindungsdaten werden unter anderem für die Buchhaltung oder die Fehlerdiagnose gesammelt. In einigen Unternehmen werde damit aber auch die Effektivität der Mitarbeiter, etwa in Callcentern, überwacht.

Die Daten, die Lync sammelt, beinhalten demnach Daten, die eindeutig einer einzelnen Person zugeordnet werden können. Während Tucker die mitgelieferten Analysewerkzeuge von Lync als nützlich bezeichnet, demonstrierte sein Kollege Shane Hoey auf der Konferenz den möglichen Missbrauch durch selbst entwickelte Abfragen.

Abfragen mit Power Shell

Hoey nutzte dafür die Windows Power Shell, um eigene Abfragen an Lyncs SQL-Datenbank zu erstellen. Damit ließen sich persönliche Daten der Angestellten aussortieren und einfach in Excel oder in HTML darstellen, etwa welche Mitarbeiter länger und öfter miteinander telefonieren, und so mögliche Beziehungen untereinander offenbaren. Das sei ein Beispiel für eine ethisch fragwürdige Analyse solcher Daten.

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Tucker gesteht solchen Abfragen aber auch eine gewisse Berechtigung zu, etwa wenn ein Mitarbeiter auffällig oft mit einem konkurrierenden Unternehmen telefoniere. Allerdings warnt er Unternehmen davor, ihre internen Daten zu missbrauchen. Es gebe nicht nur ethische Richtlinien zu bedenken, sondern auch unternehmensinterne Richtlinien und Gesetze, die Mitarbeiter zu beachten hätten, die Zugang zu den Daten haben.

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cry88 25. Feb 2014

Ja das bietet absolut jede Telefonanlage. Alleine schon bei der Entwicklung ist das...

bellerophon1210 25. Feb 2014

Und leider nicht ganz ungefährlich. Es gibt jetzt sicherlich einige Kollegen, die sich...

derKlaus 25. Feb 2014

Nunja, wie Du schon sagst sind diese Funktionen in so ziemlich jeder Telefonanlage...



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