Abo
  • Services:
Anzeige
Amnesty International veröffentlicht Ranking privater Messenger-Apps.
Amnesty International veröffentlicht Ranking privater Messenger-Apps. (Bild: Amnesty International)

Message Privacy Ranking: Amnesty erklärt Facebook zum Privatsphäre-Champion

Amnesty International veröffentlicht Ranking privater Messenger-Apps.
Amnesty International veröffentlicht Ranking privater Messenger-Apps. (Bild: Amnesty International)

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den Schutz der Privatsphäre bei beliebten Instant-Messaging-Apps bewertet. Vor allem Ende-zu-Ende-Verschlüsselung stand im Fokus. Trotz prominenter Beratung von außen lief dabei aber einiges schief.

Amnesty hat elf große Messaging-Apps daraufhin überprüft, wie gut sie die Privatsphäre ihrer Nutzer schützen. Das in dem gerade erschienenen fast 50-seitigen Bericht (PDF) veröffentlichte Ergebnis lässt staunen: Facebook, das Unternehmen, das gerade erst sein Datenschutzversprechen bezüglich der Weitergabe von Telefonnummern gebrochen hat, landet mit Whatsapp und FB Messenger auf Platz 1. Google, dessen Geschäftsmodell ebenfalls auf dem Verkauf intimer Details seiner Nutzer basiert, gewinnt immerhin Platz 4. Wie ist das möglich?

Anzeige

Signal explizit vom Test ausgeschlossen

Amnesty tappte mit seinem Bericht gleich in mehrere Fallen: die Auswahl der Testkandidaten, die Formulierung der Rankingkriterien und die eigenen, niedrigen Ambitionen.

Bei der Auswahl der Kandidaten hat es sich Amnesty eher leicht gemacht: Geprüft wurden nur die "weltweit populärsten Messenger-Dienste", mit 100 Millionen Nutzern oder mehr. Ausnahmen habe es nur für die geographische Balance gegeben, weswegen offenbar der vor allem in Südkorea beliebte Dienst Kakaotalk enthalten ist. Als besonders privatsphärefreundlich geltende Apps wie zum Beispiel Signal, Wire oder Threema fehlen dagegen im Test. Signal wurde wegen seiner angeblich zu kleinen Nutzerbasis sogar explizit vom Ranking ausgeschlossen.

Inhaltlich hat Amnesty fünf Kriterien bewertet, um den Schutz der Privatsphäre der Nutzer einschätzen zu können. Neben der Frage, ob eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung standardmäßig aktiviert ist, sind das vor allem weiche Faktoren: Erkennt das Unternehmen Online-Bedrohungen für die Meinungsfreiheit und das Recht auf Privatsphäre seiner User an? Informiert das Unternehmen seine Nutzer über Bedrohungen für ihre Privatsphäre und die Meinungsfreiheit? Veröffentlicht das Unternehmen Details zu Regierungsanfragen über Nutzerdaten oder über die eingesetzte Verschlüsselungstechnik?

Beschränkte Testkriterien

Die Verschlüsselungstechnik selbst hat sich Amnesty nach eigenen Angaben nicht angeschaut. Überprüft wurde lediglich, ob überhaupt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingesetzt wird. Andere wichtige Aspekte, wie etwa der Schutz von Metadaten, die Verfügbarkeit des Quellcodes oder die Möglichkeit für Nutzer, gegenseitig ihre öffentlichen Schlüssel zu verifizieren, spielten bei der Bewertung keine Rolle.

Dabei hätten die Autoren deutlich weiter gehen können. Amnesty hat sich nach eigenen Angaben bei gleich zwei renommierten Experten externen Rat geholt: Matthew Green, Professor am Johns Hopkins Information Security Institute, und Frederic Jacobs, vormals Mitentwickler der (vom Ranking ausgeschlossenen) Signal-App.

Beschränkte Aussagekraft

Am Ende war das Ergebnis den Autoren wohl selbst nicht ganz geheuer. Obwohl ihr Ranking die Bedeutung verschlüsselter Kommunikation für Menschenrechtsaktivisten und Journalisten hervorhebt, unterstreichen sie stets, die Sicherheit der Apps sei nicht Teil des Rankings gewesen. Man habe sich nur "auf die Verschlüsselung konzentriert". Über den wirklichen Schutz der Privatsphäre der untersuchten Apps solle man also aus den Ergebnissen des Rankings nichts ableiten.

Einen Nachgeschmack hinterlässt zudem die Auswahl der Testkandidaten. Es ist ein bisschen so, als würde man in einem Ranking der sparsamsten Autos nur SUVs zulassen, weil diese nun einmal am beliebtesten sind. Die Anzahl aktiver Nutzer als Ausschlusskriterium bei Messengern, die den Datenschutz respektieren sollen, führt offensichtlich zu bizarren Ergebnissen.

Was bleibt, ist gute Presse für Facebook und Google und ein Ranking, das Nutzer über wichtige Aspekte sicherer Messenger im Unklaren lässt.


eye home zur Startseite
FreiGeistler 29. Okt 2016

Ja, du mich auch.

2ge 27. Okt 2016

Da wurde wohl Amnesty gesponsert und musste mal eine Gegenleistung bringen... Microsoft...

flow77 26. Okt 2016

*ist



Anzeige

Stellenmarkt
  1. IT Services mpsna GmbH, Herten
  2. OPITZ CONSULTING Deutschland GmbH, verschiedene Standorte
  3. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  4. Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern bei Stuttgart


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Reign, Person of Interest, Gossip Girl, The Clone Wars)
  2. Einzelne Folge für 2,99€ oder ganze Staffel für 19,99€ kaufen (Amazon Video)

Folgen Sie uns
       


  1. IFR

    Zahl der verkauften Haushaltsroboter steigt stark an

  2. FTTH

    CDU für Verkauf der Telekom-Aktien

  3. Konkurrenz

    Unitymedia gegen Bürgerprämie für Glasfaser

  4. Arduino MKR GSM und WAN

    Mikrocontroller-Boards überbrücken weite Funkstrecken

  5. Fahrdienst

    London stoppt Uber, Protest wächst

  6. Facebook

    Mark Zuckerberg lenkt im Streit mit Investoren ein

  7. Merged-Reality-Headset

    Intel stellt Project Alloy ein

  8. Teardown

    Glasrückseite des iPhone 8 kann zum Problem werden

  9. E-Mail

    Adobe veröffentlicht versehentlich privaten PGP-Key im Blog

  10. Die Woche im Video

    Schwachstellen, wohin man schaut



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Anki Cozmo im Test: Katze gegen Roboter
Anki Cozmo im Test
Katze gegen Roboter
  1. Die Woche im Video Apple, Autos und ein grinsender Affe
  2. Anki Cozmo ausprobiert Niedlicher Programmieren lernen und spielen

Edge Computing: Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
Edge Computing
Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
  1. Security Nest stellt komplette Alarmanlage vor
  2. Software AG Cumulocity IoT bringt das Internet der Dinge für Einsteiger
  3. DDoS 30.000 Telnet-Zugänge für IoT-Geräte veröffentlicht

Kein App Store mehr: iOS-Nutzer sollten das neue iTunes nicht installieren
Kein App Store mehr
iOS-Nutzer sollten das neue iTunes nicht installieren
  1. Apple iOS 11 Wer WLAN und Bluetooth abschaltet, benutzt es weiter
  2. Drei Netzanbieter warnt vor Upgrade auf iOS 11
  3. Betriebssystem Apple veröffentlicht Goldmaster für iOS, tvOS und WatchOS

  1. Bleiben denn die ganzen Dienste wie foodora?

    Analysator | 16:02

  2. Re: Vorher Diesel, jetzt E-Auto, das sind echt...

    azeu | 15:59

  3. Re: Interessant [...] ist immer die Kapazität des...

    Melkor | 15:58

  4. Dagegen! [solution inside]

    Buddhisto | 15:56

  5. Wir ueberlegen seit langem den Kauf

    mrgenie | 15:55


  1. 15:18

  2. 13:34

  3. 12:03

  4. 10:56

  5. 15:37

  6. 15:08

  7. 14:28

  8. 13:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel