Mesa-3d: Freier AMD-Treiber bekommt H.264-Encoding

Mit einer Reihe relativ überschaubarer Patches(öffnet im neuen Fenster) ermöglicht es das Entwickler-Team der freien AMD-Treiber für Linux, die Grafikkarten des Herstellers künftig auch für das Video-Encoding nach dem H.264-Standard zu benutzen. Dazu implementierten sie die verschiedenen Profile des Standards(öffnet im neuen Fenster) in der Grafikbibliothek Mesa.
Dem vorausgegangen waren Arbeiten an den unterschiedlichen Teilen der Grafikinfrastruktur von Linux. So enthält etwa der für kommende Woche erwartete Linux-Kernel 3.15 Code zur Unterstützung der Video Codec Engine (VCE) 2.0(öffnet im neuen Fenster) , die in modernen Karten des Herstellers vorhanden ist. Die VCE 1.0, die in den Southern-Islands-GPUs enthalten ist, wird derzeit noch nicht unterstützt, das könnte aber demnächst folgen.
Im Userspace-Teil, der hauptsächlich Mesa umfasst, schrieben die AMD-Entwickler einen sogenannten State-Tracker für das OpenMAX-API(öffnet im neuen Fenster) , welches durch das Khronos-Konsortium standardisiert ist. Dieses ist ungefähr vergleichbar mit VDPAU(öffnet im neuen Fenster) , das ebenfalls als State-Tracker in Gallium, dem 3D-Bestandteil von Mesa, untergebracht ist. Über einen ähnlichen Aufbau ermöglicht es AMD, auch auf die Dekodierungsfunktionen der Hardware zuzugreifen. Diese nutzen ebenfalls das OpenMAX-API. Die neuen Funktionen werden voraussichtlich mit Mesa 10.3 noch in diesem Jahr veröffentlicht.
AMD stellt der Linux-Community bereits seit einigen Jahren Spezifikation zur Treiberprogrammierung zur Verfügung und beteiligt sich mit einem kleinen Team auch aktiv an der Entwicklung der freien Radeon-Treiber. Parallel dazu steht aber weiterhin der proprietäre Catalyst-Treiber für Linux-Systeme bereit. Der direkte Konkurrent Nvidia verhält sich bisher wesentlich defensiver, steuert aber mittlerweile auch freien Code zur Unterstützung des Tegra K1 bei.