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Mesa 12.0: Freie Linux-Grafiktreiber können Vulkan und OpenGL 4.3

Erstmals enthält das aktuelle Mesa 12.0 offiziell einen freien Vulkan-Treiber für Linux. Darüber hinaus unterstützten die freien Treiber nun OpenGL 4.3 und ermöglichen den Parallelbetrieb von freien und proprietären Treibern.
/ Sebastian Grüner
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Die neuen Mesa-Treiber unterstützen auch AMDs Polaris-Karte RX 480. (Bild: Martin Wolf/ Golem.de)
Die neuen Mesa-Treiber unterstützen auch AMDs Polaris-Karte RX 480. Bild: Martin Wolf/ Golem.de

Die Userspace-Bibliotheken von Mesa erlauben mit der nun veröffentlichten Version 12.0(öffnet im neuen Fenster) die Verwendung sämtlicher Funktionen von OpenGL 4.3 für ausgesuchte Grafikchips. Erfüllt werden alle Anforderungen dieser OpenGL-Version von den freien Treibern für Nvidia-Chips ab der 400er-Serie (NVC0-Treiber), für die AMD-Chips ab der Serie Radeon-HD-7000 (RadeonSI-Treiber) sowie Intel-Grafik der Generation 8(öffnet im neuen Fenster) und neuer, also ab Broadwell.

Dank bereits veröffentlichter Patches auf der Mailing-Liste von Mesa sollte die nächste veröffentlichte Version des Projekts OpenGL 4.5 voll unterstützen. Der NVC0- sowie der RadeonSI-Treiber unterstützen in der aktuellen Version zudem OpenGL ES 3.1.

Die Treibersammlung enthält nun auch die sogenannte Vendor-neutral dispatch library für OpenGL (GLVND). Diese ursprünglich von Nvidia vorgeschlagene Bibliothek soll es ermöglichen, zwei OpenGL-Implementierungen nebeneinander auf dem System vorhalten und verwenden zu können. Bisher mussten sich Nutzer deshalb zwischen den freien und den proprietären Treibern entscheiden. Mit GLVND sollen dagegen sowohl die freien als auch die proprietären Treiber gleichzeitig installiert werden, wobei die neue Bibliothek die Aufrufe für OpenGL sowie GLX letztlich an die gewählten Implementierungen weiterleitet.

Intel beschert Mesa neue Treiber

Erstmals in einer stabilen Version von Mesa verfügbar ist mit der Version 12.0 auch der freie Vulkan-Treiber für Intel-GPU, welcher auf Geräten mit Chips ab der Ivy-Bridge-Generation genutzt werden kann. Die Vulkan-Schnittstelle gilt als Nachfolger für OpenGL und die proprietären Linux-Treiber von Nvidia und AMD unterstützen diese bereits. Der AMD-Treiber soll künftig ebenfalls frei verfügbar sein. Ein Zeitplan ist dafür aber noch nicht bekannt.

Als neue Treiber für die 3D-Darstellung steht nun außerdem der Software-Rasterizer SWR bereit. Dieser soll überall dort genutzt werden können, wo keine native Grafikbeschleunigung über eine GPU zur Verfügung steht. Entwickelt worden ist SWR von einer Gruppe bei Intel, die für die Betreuung von Server-Kunden im Bereich des High-Performance-Computing angesiedelt ist. SWR soll wesentlich schneller sein als bisherige Optionen wie LLVM, zumindest für bestimmte Aufgaben. So sei SWR vor allem auf die Visualisierung wissenschaftlicher Daten in Clustern mit sehr vielen Rechenkernen ausgelegt. Zur Beschleunigung wird die AVX-Befehlssatzerweiterungen für die x86-Architektur verwendet.


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