Abo
  • Services:

Merkelphone: Blackberry überholt Samsung bei abhörsicheren Smartphones

Nach dem NSA-Skandal decken sich deutsche Politiker mit abhörsicheren Smartphones ein. Davon profitiert Blackberry, denn mit dem Konkurrenzmodell der Telekom und von Samsung können Nutzer noch nicht sicher telefonieren.

Artikel veröffentlicht am , Oliver Voß/Wirtschaftswoche/
Secusmart-Grafik
Secusmart-Grafik (Bild: Secusmart)

Nach den vielen Negativbotschaften kann Blackberry-Chef Thorsten Heins endlich einen Erfolg melden - zumindest in Deutschland. In Berliner Regierungskreisen ist die Nachfrage nach Blackberrys Smartphones stark gestiegen. Bundesministerien haben in den vergangenen Wochen mehr als 1.000 Z10 bestellt, das sich durch einen besonderen Schutz auszeichnet.

Stellenmarkt
  1. IOS Gesellschaft für innovative Optimiersoftware mbH, Aachen
  2. Zehnder Group Deutschland GmbH, Lahr

Den Abhörskandal um den US-amerikanischen Geheimdienst NSA hat die Bundesregierung zwar abzuschwächen versucht und erklärt, Deutsche seien nicht betroffen. Aber in den Ministerien selbst ist die Furcht gestiegen, ausgespäht zu werden, und damit der Wunsch nach sicheren Geräten. "Es gibt eine hohe Nachfrage von Politikern und Beamten", heißt es im zuständigen Innenministerium.

"Der Bedarf ist riesig, doch die Budgets sind endlich", bestätigt Hans-Christoph Quelle, Chef des Düsseldorfer Sicherheitsanbieters Secusmart. Das Unternehmen hat Blackberry-Smartphones mit einer Chipkarte ausgerüstet, die Daten und Gespräche verschlüsseln. Etwa 2.500 Euro kosten die Geräte, die gleichzeitig auch wie ein herkömmliches Smartphone genutzt werden können.

"Wenige Tage nach der Zulassung gab es bereits 1.200 Bestellungen", sagte Quelle. 20 Behörden, darunter 9 der 14 Ministerien, gehören zu den Kunden. Laut Secusmart arbeitet das Z10 mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit 128-Bit-AES.

Damit überholt Blackberry die Deutsche Telekom, die unter dem Namen Simko 3 ein umgerüstetes Samsung Galaxy 3 anbietet. Die Simko-Geräte sind mit 1.700 Euro zwar ein Drittel günstiger, haben aber einen erheblichen Nachteil: Das abhörsichere Telefonieren funktioniert noch nicht. Zwar verfügt die Telekom über eine Sprachverschlüsselungsvariante, die beispielsweise Unternehmenskunden nutzen. Aber für die Bundesbehörden verlangt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einen anderen Standard - und der soll erst Mitte des kommenden Jahres für die Simko-Geräte verfügbar sein.

Die Kryptokarte im Simko kommt von Certgate, für verschlüsselte Verbindungen sorgt NCP, beides Unternehmen aus Nürnberg. Das L4-Mikrokern-System haben die TU Dresden, das Dresdner Startup Kernkonzept, die Telekom Innovation Laboratories sowie das Berliner Startup Trust2Core entwickelt. Trust2Core setzt auf Linux-basierte Betriebssysteme. Durch Virtualisierung der Hardwaretreiber soll die Kommunikation der Einzelprozesse untereinander und der Zugriff auf Hardwareressourcen und Speicher einer strikten Kontrolle unterworfen werden.

Möglich wurde die Implementierung des Kerns durch die Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung.

Noch 2013 ein sicheres Tablet von der Telekom

Mit einem Wischen über den Bildschirm wechselt der Nutzer zwischen den Betriebsarten Secure und Open. Der L4-Kern sorgt dabei dafür, dass zwei separate Betriebssysteme auf dem Gerät laufen, deren Daten getrennt sind.

Die Telekom will noch vor Jahresende ein sicheres Tablet anbieten, das derzeit getestet wird. "Das Tablet hat derzeit Priorität", sagt Stephan Maihoff, der bei der Telekom für die gesicherten Geräte verantwortlich ist. "Wir wollen das mobile Arbeiten mit allen Geräten über einen sicheren Zugang ermöglichen."

Secusmart hat jedoch gute Chancen, auch bei den künftigen Bestellungen den Vorzug zu bekommen, da sich die Ministerien häufig für eine einheitliche Lösung entscheiden. Wenn nach der Regierungsbildung die neuen Mitarbeiter ausgerüstet werden, dürften weitere Bestellungen folgen. Sicherheitsspezialist Quelle prophezeit: "Wir gehen davon aus, dass 2014 noch einmal große Stückzahlen bestellt werden."

Zuerst erschienen in Wirtschaftswoche



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 39,99€ statt 59,99€
  2. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)
  3. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

boiii 30. Sep 2013

Viele kommen da wirklich nicht drauf.. Wenn iFixit mal wieder ein Handy auseinander...

Endwickler 30. Sep 2013

Zumindest das Serversystem sollte die Telefone verstehen können. Was dann in welcher...

march 29. Sep 2013

Habe ich auch gedacht. :-).. halte ich schon ein wenig bedenklich... Aber vielleicht bin...

Icestorm 29. Sep 2013

Ach, ein ganz schlauer meldet sich zu Wort. Unsere Regierung muss abhörsicher...

Endwickler 29. Sep 2013

Geld war mal als Tauschmittel gedacht und nicht als selbständiges, alles bestimmendes...


Folgen Sie uns
       


Xbox E3 2018 Pressekonferenz - Golem.de Live

Große Gefühle beim E3-2018-Livestream von Microsoft: Erlebt mit uns die Ankündigungen von Halo Infinite, Gears 5, Sekiro, Cyberpunk 2077 und vielem mehr.

Xbox E3 2018 Pressekonferenz - Golem.de Live Video aufrufen
In eigener Sache: Freie Schreiber/-innen für Jobthemen gesucht
In eigener Sache
Freie Schreiber/-innen für Jobthemen gesucht

IT-Profis sind auf dem Arbeitsmarkt enorm gefragt, und die Branche hat viele Eigenheiten. Du kennst dich damit aus und willst unseren Lesern darüber berichten? Dann schreib für unser Karriere-Ressort!

  1. Leserumfrage Wie sollen wir Golem.de erweitern?
  2. Stellenanzeige Golem.de sucht Redakteur/-in für IT-Sicherheit
  3. Leserumfrage Wie gefällt Ihnen Golem.de?

Jurassic World Evolution im Test: Das Leben findet einen Weg
Jurassic World Evolution im Test
Das Leben findet einen Weg

Ian Malcolm hatte recht: Das Leben wird ausgegraben und gebrütet, es frisst und stirbt oder es bricht aus und macht Jagd auf die Besucher. Nur leider haben die Entwickler von Jurassic World Evolution ein paar kleine Design-Fehler begangen, so wie Henry Wu bei der Dino-DNA.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Vampyr im Test Zwischen Dracula und Doktor
  2. Fe im Test Fuchs im Farbenrausch
  3. Thaumistry: In Charm's Way im Test Text-Adventure der ganz alten Schule

Shift6m-Smartphone im Hands on: Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich
Shift6m-Smartphone im Hands on
Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich

Cebit 2018 Das deutsche Unternehmen Shift baut Smartphones, die mit dem Hintergedanken der Nachhaltigkeit entstehen. Das bedeutet für die Entwickler: faire Bezahlung der Werksarbeiter, wiederverwertbare Materialien und leicht zu öffnende Hardware. Außerdem gibt es auf jedes Gerät ein Rückgabepfand - interessant.
Von Oliver Nickel


      •  /