Merkel im Bundestag: "Wir wollen nicht im Technikmuseum enden"

Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Merkel muss Deutschland mehr bei der Digitalisierung tun. Doch was ist so schlecht daran, wenn die Produkte es später in ein Technikmuseum schaffen?

Artikel veröffentlicht am ,
Bundeskanzlerin Merkel im Bundestag
Bundeskanzlerin Merkel im Bundestag (Bild: bundestag.de/Screenshot: Golem.de)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Politik und Wirtschaft zu mehr Anstrengungen bei der Digitalisierung gemahnt. "Wir sind nicht in allen Bereichen Spitze weltweit, was die Umsetzung und die Einführung des digitalen Fortschritts anbelangt", sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstag im Bundestag in Berlin. Zwar stehe Deutschland "deutlich besser da als vor vier Jahren", sagte Merkel."Aber die Welt schläft nicht, die Welt entwickelt sich in rasantem Tempo."

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Merkel warnte davor, dass Deutschland abgehängt werden könnte: "Wir haben früher das MP3-Format erfunden, wir haben den ersten Computer gebaut. Wir wollen nicht im Technikmuseum enden als Deutschland, sondern wir wollen vorne mit dabei sein, wenn es um die Entwicklung neuer Güter, neuer Produktionsmöglichkeiten geht."

Verschwurbelte Aussage zu digitaler Produktion

Allerdings spricht es nicht unbedingt gegen eine Industrie, wenn deren Produkte später einmal in einem Technikmuseum gezeigt werden. So finden sich im Computermuseum in Palo Alto nur wenige Produkte aus deutscher Entwicklung, beispielsweise das erste ABS-System von Bosch und Daimler. Das erste serienmäßig hergestellte autonome Fahrzeug könnte später ebenfalls ein Fall fürs Technikmuseum werden. Es spräche nicht gegen den Standort Deutschland, wenn es hier entwickelt und produziert würde.

Was die Digitalisierung in Deutschland betrifft, versprach die Kanzlerin eine bessere Erreichbarkeit der Verwaltung für den Bürger. Bund, Länder und Kommunen arbeiteten an einem gemeinsamen Bürgerportal. "Die Bürger müssen spüren, dass auch ihre Beziehungen zum Staat endlich dem digitalen Fortschritt entsprechen", sagte Merkel. Das Bundesinnenministerium hatte dazu auf Anfrage von Golem.de kürzlich mitgeteilt, "der Prototyp des neuen Verwaltungsportals des Bundes wurde Ende August fertiggestellt und einem internen Nutzerkreis für eine mehrmonatige Testphase zur weiteren Optimierung zugänglich gemacht".

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In der letzten Sitzung vor der Bundestagswahl zeigte die Kanzlerin, dass sie in dem Neuland Internet immer noch nicht so richtig heimisch geworden ist. Man müsse "durch vernünftige Rahmenbedingungen dafür Sorge tragen, ... dass die Voraussetzungen für den Übergang in eine digitale Produktion oder Produktion in einem digitalen Zeitalter, in einem Zeitalter, in dem nicht nur die Menschen durch Smartphones vernetzt sind, sondern in dem die Dinge sich alle miteinander vernetzen, alle Gegenstände werden vernetzt, das ist das Internet der Dinge, dass diese Produktion auch weiter erfolgreich erfolgen kann", sagte Merkel. Die Aussage zeigt, dass es vielleicht doch keine so schlechte Idee war, Merkel im TV-Duell mit SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nicht zum Thema Digitalisierung zu befragen.

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bombinho 08. Sep 2017

Es scheint mir, dass auch dort oben langsam ein Licht aufgeht, dass es Export von...

bombinho 08. Sep 2017

Und das werden wir auch nach strengsten Regulierungen noch haben. Auch das wird es immer...

n0x30n 06. Sep 2017

Ja klar. Es ist auch leicht das zu versprechen, was schon längst beschlossene Sache ist...

Bassa 06. Sep 2017

Neofaschismus mit 50er-Jahre-Frauenbild ist keine Alternative.



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