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Entwicklung bei Level 2 verschlafen

So bieten Hersteller wie Ford oder BMW schon seit einigen Jahren ein überwachtes Freihandsystem an. Bei diesem System können die Fahrer auf bestimmten Strecken dauerhaft die Hand vom Lenkrad nehmen.

Voraussetzung dafür ist eine funktionierende Fahrerüberwachung. Der damalige Technikchef von Mercedes, Markus Schäfer, erklärte auf der IAA 2023 vor Journalisten, dass die Kameras zur Fahrerüberwachung nicht die erforderliche ASIL-Einstufung besäßen(öffnet im neuen Fenster) . Daher müsse bei Mercedes weiterhin das Lenkrad berührt werden.

CLA weiter ohne Autobahnassistent

Das ist selbst beim neuen CLA bislang nicht anders . Die Konkurrenz von BMW bietet hingegen beim neuen iX3 einen Autobahnassistenten an , der sich freihändig nutzen lässt. Um einen vorgeschlagenen Überholvorgang zu starten, reicht ein kurzer Blick in den Außenspiegel. Laut BMW ist der iX3 das erste Serienfahrzeug, das eine Zulassung nach der UN/ECE-Regelung 171 (DCAS) erhalten hat. Zuvor war für diese Funktion noch eine Sonderregelung erforderlich.

Mercedes bietet einen solchen Autobahnassistenten weiterhin nicht an. Stattdessen setzen die Stuttgarter auf das überwachte autonome Fahren nach Stufe 2++, was MB.Drive Assist Pro genannt wird und auf einer Probefahrt in München bereits gut funktionierte . Dazu nutzt der Hersteller künftig eine Software von Nvidia .

Nvidia an Einnahmen beteiligt

Der Chiphersteller hat das System zusammen mit Mercedes entwickelt und wird an den Einnahmen beteiligt. "Nvidia hat sich entschieden, uns für die Entwicklung gar nichts in Rechnung zu stellen, sondern ist in das Risiko gegangen, die Technik zu entwickeln und da hineinzuinvestieren, weil sie es für strategisch wichtig halten und an den Erfolg glauben" , sagte Mercedes-Chef Ola Källenius dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall).

Die Umsatzbeteiligung aus den Einnahmen am autonomen Fahren liege bei 40 Prozent, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise. Källenius verteidigte die Quote mit den Worten: "Sie können beruhigt sein, dass auch wir rechnen können."

Die Strategie von Mercedes hat gerade für deutsche und europäische Kunden aber noch einige Haken.


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