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Mercedes S-Klasse im Test: Das selbstfahrende Auto ist schon sehr nahe

Mit der neuen S-Klasse von Mercedes kommt Daimler dem autonomen Fahren ein gutes Stück näher. Die kartenbasierte Steuerung lässt erahnen, wie das Fahren in einigen Jahren funktionieren könnte und gibt nebenbei noch Physiknachhilfe.

Ein Test von veröffentlicht am
Die neue S-Klasse lässt das hochautomatisierte Fahren schon ein bisschen erahnen.
Die neue S-Klasse lässt das hochautomatisierte Fahren schon ein bisschen erahnen. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Hersteller und PR-Firmen sind normalerweise um keinen Unsinn verlegen, wenn es darum geht, ihre neuen Produkte mit blumigen Begriffen an den Käufer zu bringen. Es hätte daher nahegelegen, die neuen automatisierten Funktionen der Mercedes S-Klasse mit einem verkaufsfördernden Schlagwort zu versehen. Schließlich ist damit erstmals ein Serienauto in der Lage, nur auf Basis von Kartenmaterial und Verkehrszeichen seine Geschwindigkeit der Streckenführung anzupassen und bis zu einem gewissen Grad zu lenken. Doch in diesem Fall hat sich die Marketingabteilung erstaunlich zurückgehalten. Golem.de hat die Grenzen des namenlosen Entwicklungssprungs in der vergangenen Woche getestet.

Inhalt:
  1. Mercedes S-Klasse im Test: Das selbstfahrende Auto ist schon sehr nahe
  2. Praktischer Physikunterricht
  3. Sensorik kaum verändert
  4. Daimler ist stolz auf den Mildhybrid
  5. Der Dinosaurier gibt Gas

Es ist in gewisser Weise sogar irreführend, wenn Daimler die neue Funktion dem Abstandsregeltempomaten Distronic zurechnet. Denn das Auto bremst und beschleunigt auch dann, wenn überhaupt kein anderes Auto vorausfährt, an dem es sich orientieren könnte. Mit Hilfe von Karten des Herstellers Here und einer einfachen GPS-Positionierung weiß die neue S-Klasse, wo sie sich befindet und mit welcher Geschwindigkeit die Strecke passiert werden muss. Damit werden Schwächen beseitigt, die Golem.de beim Test der E-Klasse bemängelte.

Der Pilot ist verschwunden

Uns störte im vergangenen Jahr beispielsweise, dass das System auf der Landstraße selbst vor einer engen Kurve noch auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit beschleunigen wollte. Der Drive Pilot trug seinen Namen daher zu Unrecht. Mercedes stoppte in den USA sogar einen irreführenden Werbespot.

  • Die neue S-Klasse kann ihre Geschwindigkeit automatisch dem Kurvenlauf anpassen. (Foto: Daimler)
  • Die Kamera- und Radarsensoren erkennen die vorausfahrenden Fahrzeuge und die Spurmarkierungen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Abstandsregeltempomat Distronic lässt sich nun bequem vom Lenkrad aus bedienen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Nach 15 Sekunden fordert das System den Fahrer auf, die Hände wieder ans Lenkrad zu legen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Bedienungselemente am Lenkrad haben eine berührungsempfindliche Fläche. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Anders als Tesla oder der Audi A8 verfügt die S-Klasse noch nicht über Touchscreens an der Mittelkonsole. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der sogenannte Controller ist hingegen berührungsempfindlich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit weiteren Tasten links neben dem Lenkrad lassen sich Assistenzsysteme oder das Head-up-Display einschalten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Stereokamera hat eine Reichweite von 500 Metern, davon 90 Meter 3D-fähig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Vier Kameras erlauben einen Rundumblick für den Park-Assistenten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Sensorausstattung entspricht derjenigen der E-Klasse, soll im Detail aber verbessert worden sein. (Grafik: Daimler)
  • Gegen Aufpreis lässt sich auch im Fond das Smartphone induktiv laden. (Foto: Daimler)
  • Zwei Bildschirme auf dem Rücksitz können individuelle Inhalte darstellen.  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auch der Passagier im Fond kann sich vom Sitz massieren lassen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die neue S-Klasse verfügt über mehrere Komfortprogramme, die ein "Wellness-Setup" ermöglichen sollen. (Foto: Daimler)
  • Der Bildschirm auf dem Rücksitz lässt sich per Fernbedienung steuern. (Foto: Daimler)
  • Der Starter-Generator für den Mildhybrid (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die wassergekühlte 48-Volt-Batterie hat eine Kapazität von einer Kilowattstunde. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die geplanten UN-ECE-Regelungen für die Querbeschleunigung von Lenkassistenten
  • Die Freihanderkennung verlangt nach 15 Sekunden einen Griff ans Lenkrad.
Die neue S-Klasse kann ihre Geschwindigkeit automatisch dem Kurvenlauf anpassen. (Foto: Daimler)

Von einem "Piloten" ist nun nicht mehr die Rede. Auch bei der E-Klasse wurde dieser Begriff stillschweigend aus der Werbung genommen. Sollte dahinter eine der in Verruf geratenen Absprachen der Automobilindustrie stecken, würde uns das in diesem Fall nicht stören. Denn der Verzicht ist sinnvoll, da auch die neue S-Klasse immer noch ein teilautomatisiertes System ist. Der Fahrer muss jederzeit in der Lage sein, die Kontrolle zu übernehmen. Trotz der fortschrittlichen Technik ist das auch notwendig.

Maximale Querbeschleunigung begrenzt

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Denn für den "aktiven Lenkassistenten" gelten weiterhin die rechtlichen Beschränkungen, die auch bei der E-Klasse schon irritierten. Zwar reduziert das Fahrzeug auf einer kurvigen Landstraße angemessen die Geschwindigkeit. Doch das bedeutet nicht, dass der Wagen von alleine um die Kurve kommt. Rechtlich darf das Auto nur bis zu einer Querbeschleunigung von drei Metern pro Sekunde im Quadrat (m/s2) eingreifen.

Das sieht ein aktueller Vorschlag für eine UN-ECE-Regelung vor. Eine solche Querbeschleunigung entspricht bei 80 Kilometern pro Stunde einem Radius von 164 Metern (PDF, Seite 12). Auf trockener Fahrbahn ließe sich eine solche Kurve mit 120 km/h durchfahren. Das wären etwa 6,7 m/s2 oder das 0,68-Fache der Erdbeschleunigung g, wobei im Rennsport deutlich höhere Werte möglich sind. Weil die UN-ECE-Regelung noch nicht in Kraft getreten ist, benötigte die S-Klasse noch eine systemspezifische Sondergenehmigung.

Praktischer Physikunterricht 
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therrmann 09. Aug 2017

Doch, ist es. Und zwar wenn die Zielführung über die Navigation aktiviert ist. Wenn ich...

ArcherV 09. Aug 2017

Und genau das ist der Punkt, dass die Bedienung von Tesla besser als bei Audi ist.

amagol 08. Aug 2017

Das macht er einmal und dann bleibt das vermutlich auch so. Das alle 5 Minuten wenn das...

thinksimple 07. Aug 2017

Und es wird noch die Spur gehalten und ein Notruf abgesetzt.

Berner Rösti 07. Aug 2017

Es gibt das Phänomen, dass ein Stau scheinbar aus dem Nichts entsteht. Grund ist, dass...


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