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Die neue S-Klasse lässt das hochautomatisierte Fahren schon ein bisschen erahnen.
Die neue S-Klasse lässt das hochautomatisierte Fahren schon ein bisschen erahnen. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Der Dinosaurier gibt Gas

Die Primärspule ist mit 98 mal 80 Zentimetern deutlich größer als die Sekundärspule am Fahrzeugboden, die 28 mal 25 Zentimeter misst. Der Ladevorgang wird automatisch gestartet und permanent durch das System überwacht. Bei einer Ladeleistung von 3,7 Kilowatt beträgt der Wirkungsgrad bei der Übertragung knapp 90 Prozent. Der Plugin-Hybrid des neuen A8 lässt sich ebenfalls kabellos laden, allerdings mit einem System von Qualcomm.

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Die laut Preisliste mit mindestens 85.000 Euro doppelt so teure S-Klasse verfügt selbstredend über die gleichen Sicherheitssysteme, die schon in der neuen E-Klasse eingebaut sind. Dazu zählen unter anderem der serienmäßige aktive Bremsassistent, der vor einem Stauende oder bei plötzlich querenden Fußgängern eine Notbremsung einleiten kann. Sehr nützlich kann sich auch der gegen Aufpreis erhältliche Totwinkel-Assistent erweisen. Dabei wird ein rotes Warndreieck in die Außenspiegel eingeblendet, wenn sich ein Fahrzeug von hinten im sogenannten toten Winkel nähert. Bei betätigtem Blinker gibt es darüber hinaus ein akustisches Warnsignal. Selbst eine automatische, einseitige Bremsung ist möglich, um eine Kollision zu vermeiden.

Nachtsichtassistent gegen Aufpreis

Das gesamte Fahrassistenzpaket inklusive Distronic kostet 2.700 Euro. Ein zusätzlicher Nachtsichtassistent, der bei Dunkelheit mit Hilfe eines Infrarotsensors Gegenstände auf der Fahrbahn erkennt und im Cockpit anzeigt, liegt ebenfalls in dieser Preislage. Ebenso teuer ist der aktive Parkassistent mit 360-Grad-Kamera. Richtig teuer ist mit mehr als 4.300 Euro das Einparken von außerhalb mit dem Remote-Park-Assistenten.

Luxusautos wie die S-Klasse wirken angesichts der zu erwartenden Elektrifizierungswelle wie automobile Dinosaurier, die kurz vor dem Aussterben noch einmal in ihrer ganzen Größe auftrumpfen wollen. Und das gilt nicht nur für den Zwölfzylinder AMG S 65, der mit 630 PS und einem Kohlendioxidausstoß von 279 Gramm pro Kilometer fast 240.000 Euro kostet. Der S 400 d mit 340 PS ist "der stärkste Pkw-Seriendiesel, den Mercedes-Benz je angeboten hat", wie stolz vermerkt wird.

Derzeit einem Tesla überlegen

Doch Daimler-Entwickler sehen die Zeit der Verbrennungsmotoren noch lange nicht abgelaufen. Vor allem die Akkutechnik ist ihrer Meinung nach noch nicht so ausgereift, um Benziner oder Diesel zu ersetzen. Vermutlich wären die Fahrzeuge deutlich teurer, wenn sie neben den nun verfügbaren Funktionen und Annehmlichkeiten noch große Akkus wie ein Tesla Model S hätten.

Allerdings sind die teilautomatisierten Funktionen der Konkurrenz aus dem Silicon Valley derzeit überlegen. Zudem ist davon auszugehen, dass Tesla den "Autopiloten" künftig ebenfalls den UN-ECE-Vorgaben anpassen muss. Dann würde die Freihanderkennung schon nach 15 Sekunden aktiv, während sie bei unserem Test im Oktober 2016 auf der Autobahn dem Fahrer gut zwei Minuten Zeit ließ. Ebenfalls müsste die zulässige Querbeschleunigung begrenzt werden, was derzeit nicht der Fall zu sein scheint.

Großer Sprung zum Autobahnpiloten

Daimler kommt mit der neuen S-Klasse bei der evolutionären Entwicklung zum autonomen Fahren jedenfalls ein gutes Stück weiter. Die Fahrer können zumindest schon erleben, wie das Fahrzeug auf Basis von Kartendaten und der sensorbasierten Erkennung von Verkehrszeichen und anderen Verkehrsteilnehmern völlig selbstständig seine Geschwindigkeit reguliert. Auch die Lenkung erfolgt unter bestimmten Bedingungen automatisch.

Der Sprung zum hochautomatisierten Autobahnpiloten erscheint angesichts der Fähigkeiten der S-Klasse gering, sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Die Sensoren reichen nach vorne und hinten längst noch nicht weit genug, um ein sicheres Fahren bei den hohen Geschwindigkeiten auf deutschen Autobahnen garantieren zu können. Verbessert werden müsste zudem die Eigenlokalisierung auf Basis hochpräziser Karten. Dann dürfte auch ein Autobahnkreuz sicher passiert werden können, wenn es die rechtlichen Grundlage für die Systeme gibt.

Gut möglich ist es daher, dass Mercedes ebenso wie Audi mit einem Staupiloten das hochautomatisierte Zeitalter einleitet. Für diese Funktion werden sich die PR-Leute dann ganz bestimmt einen blumigen Begriff wie "Jam Pilot" oder "Pilotronic" ausdenken.

Hinweis: Golem.de hat die S-Klasse auf Einladung von Daimler in der vergangenen Woche einen Tag lang in der Schweiz und im Schwarzwald getestet.

Nachtrag vom 9. August 2017, 9:28 Uhr

Neben Daimler verfügen bereits Audi mit dem prädiktiven Effizienzassistenten und Porsche mit Innodrive über entsprechende Systeme. Allerdings weisen diese nicht denselben Funktionsumfang wie das der Mercedes S-Klasse auf.

 Daimler ist stolz auf den Mildhybrid

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therrmann 09. Aug 2017

Doch, ist es. Und zwar wenn die Zielführung über die Navigation aktiviert ist. Wenn ich...

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ArcherV 09. Aug 2017

Und genau das ist der Punkt, dass die Bedienung von Tesla besser als bei Audi ist.

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amagol 08. Aug 2017

Das macht er einmal und dann bleibt das vermutlich auch so. Das alle 5 Minuten wenn das...

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thinksimple 07. Aug 2017

Und es wird noch die Spur gehalten und ein Notruf abgesetzt.

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Berner Rösti 07. Aug 2017

Es gibt das Phänomen, dass ein Stau scheinbar aus dem Nichts entsteht. Grund ist, dass...

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