Abo
  • Services:

Dringend neue Regelungen benötigt

Deutlich werden dabei zwei Punkte: Ohne hochpräzise Karten, die eine genaue Lokalisierung und ein vorausschauendes Fahren ermöglichen, stoßen die automatisierten Autos außerhalb der Autobahn schnell an ihre Grenzen. Ein Lenkpilot wie in der E-Klasse sollte daher auf einer Landstraße am besten gar nicht aktiviert werden können, zumindest nicht oberhalb einer bestimmten Geschwindigkeit. Dies ließe sich auf Basis des bestehenden Kartenmaterials durchaus schon realisieren. Dem ADAC zufolge hat Tesla die Funktion seines Autopiloten abseits der Autobahn nachträglich wieder eingeschränkt.

Stellenmarkt
  1. Groz-Beckert KG, Albstadt
  2. über SCHLAGHECK + RADTKE Executive Consultants GmbH, Nürnberg

Zudem müsste das Auto dem Fahrer deutlicher signalisieren, wann eine bestimmte Funktion deaktiviert wird. Im Falle eines Lenkpiloten kann es aber schon zu spät sein, wenn dies erst in der Kurve der Fall ist. Das Auto müsste den Fahrer schon einige Sekunden vorher warnen, dass es die folgende Kurve nicht mit der derzeitigen Geschwindigkeit selbstständig durchfahren werden kann. Käme es in solchen Situationen zu einem Unfall, müsste wohl auch Daimler der Einschätzung von Googles Automanager Chris Urmson zustimmen: "Wir haben viel Erfahrung gesammelt, was die Überwachung eines automatisierten Autos durch Menschen über einen längeren Zeitraum betrifft. Sie machen es schlecht."

Pilot ist mehr als ein Assistent

Daimler verfolgt hingegen einen anderen Ansatz. Der Autokonzern will die Fahrer Schritt für Schritt an die selbstfahrenden Autos heranführen. Damit sollen sie Vertrauen in die Technik gewinnen. Bei manchen Funktionen könnte das aber ein Irrweg sein. Da der menschliche Fahrer zur Bequemlichkeit neigt, könnte er häufiger als erlaubt die Hände vom Lenkrad nehmen und sich auf das System verlassen. Daimler unterstützt dieses Denken, indem die "korrigierende Lenkfunktion", wie sie juristisch korrekt heißt, als Lenkpilot bezeichnet wird. Von einem Piloten erwartet man jedoch, dass er auch in kritischen Situationen nicht das Steuer abgibt.

Audi ist in diesem Zusammenhang konsequenter: Erst hochautomatisierte Funktionen werden als pilotiertes Fahren bezeichnet. Dann muss sich der Fahrer auch wirklich darauf verlassen können, dass das Fahrzeug bestimmte Verkehrssituationen selbstständig beherrscht. Eine "automatische Lenkfunktion", die auch engere Kurve fahren kann, ist derzeit aber nur bis zu einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde erlaubt. Audi plant derzeit, einen Autobahnpiloten nach der entsprechenden Änderung der ECE-Regeln im Jahr 2018 anzubieten.

Software-Update nicht ausgeschlossen

Das dürfte Daimler aber nicht schaffen. Denn die künftige S-Klasse, die vermutlich über diese Funktion verfügen wird, kommt wohl erst 2020 auf den Markt. Ob die Besitzer der neuen E-Klasse einen richtigen Autobahnpiloten per Software-Update nachrüsten können, ist unklar. Den Entwicklern zufolge müssten die Wagen dazu in die Werkstatt. Daimler-Sprecherin Katharina Becker hatte eine solche Nachladefunktion zu Beginn des Jahres nicht ausschließen wollen. Ein solches System wäre dann auch in der Lage, Überholvorgänge selbstständig einzuleiten und die Spur zu wechseln.

Mit der neuen E-Klasse zeigt Daimler in der Tat die Möglichkeiten auf, die in der permanenten Sensorerfassung der Umgebung stecken. So verringert der aktive Bremsassistent erheblich die Gefahren, die durch unerwartete Stauenden auf Autobahnen entstehen. Dadurch wird sogar die Car-to-Car-Kommunikation, die solche Situationen entschärfen soll, fast überflüssig gemacht. Auch unerwartet querende Fußgänger werden erkannt, so dass Kollisionen durch eine automatisch eingeleitete Vollbremsung vermieden werden können.

Dennoch scheint die Entwicklung teilautomatisierter Systeme damit an einen Endpunkt angelangt zu sein. Vor allem, was die Lenkung betrifft. Die Evolution des Rechts hinkt der Entwicklung der Technik hinterher. Es wird Zeit, dass Gesetzgeber und Regulierungsgremien hochautomatisierte Funktionen erlauben, die den aktuellen Möglichkeiten der Soft- und Hardware entsprechen. Dann wird es den Herstellern auch möglich sein, wirklich intelligente Pilotfunktionen anzubieten.

Golem.de hat die E-Klasse auf Einladung von Daimler an zwei Tagen in Lissabon und Umgebung sowie auf der früheren Formel-1-Rennstrecke Estoril getestet.

 Yoga-Übung im Stop-and-go-Verkehr
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 59,99€
  2. 18,99€
  3. 99,99€ (versandkostenfrei)
  4. 92,99€

Verlusti 05. Apr 2016

eindeutig zu viel Fernsehen. Die Realität sieht aber zumindest momentan doch deutlich...

Proctrap 01. Apr 2016

Es gab schon Ansätze und Experimente mit Biologischen PC's. Ich denke auf dauer wird das...

Quantium40 30. Mär 2016

Wie reagiert die Kennzeichenerkennung eigentlich auf die in einigen Regionen recht...

Mnyut 23. Mär 2016

Genau das. Das einzige was man da als ungeübter (sind wir das nicht nahezu alle?) machen...

ckris 18. Mär 2016

Die Infos zum Model S von Tesla sind nicht korrekt. Sehr wohl fordert der Wagen...


Folgen Sie uns
       


Shadow Ghost - Test

Wir testen die Streamingbox Shadow Ghost und finden Bildartefakte und andere unschöne Fehler. Der Streamingdienst hat mit der richtigen Hardware aber Potenzial.

Shadow Ghost - Test Video aufrufen
Thyssen-Krupp Testturm Rottweil: Herr Fetzer parkt die Aufzugkabine um
Thyssen-Krupp Testturm Rottweil
Herr Fetzer parkt die Aufzugkabine um

Ohne Aufzüge gäbe es keine Hochhäuser. Aber inzwischen sind Wolkenkratzer zu hoch für herkömmliche Systeme. Thyssen-Krupp testet derzeit einen neuartigen Aufzug, der beliebig hoch fahren kann. Inspiriert ist er vom Paternoster und dem Transrapid. Wir waren im Testturm.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Ceramic Speed Hätte, hätte - Fahrrad ohne Kette
  2. Geheimdienste und Bundeswehr Masterstudiengang für Staatshacker gestartet
  3. Sonitus Technologies Zahnmikrofon sorgt für klare Kommunikation

Gesetzesinitiative des Bundesrates: Neuer Straftatbestand Handelsplattform-Betreiber im Darknet
Gesetzesinitiative des Bundesrates
Neuer Straftatbestand Handelsplattform-Betreiber im Darknet

Eine Gesetzesinitiative des Bundesrates soll den Betrieb von Handelsplattformen im Darknet unter Strafe stellen, wenn sie Illegales fördern. Das war auch bisher schon strafbar, das Gesetz könnte jedoch vor allem der Überwachung dienen, kritisieren Juristen.
Von Moritz Tremmel

  1. Security Onionshare 2 ermöglicht einfachen Dateiaustausch per Tor
  2. Tor-Netzwerk Britischer Kleinstprovider testet Tor-SIM-Karte
  3. Tor-Netzwerk Sicherheitslücke für Tor Browser 7 veröffentlicht

Christchurch: Wie umgehen mit Terrorvideos im Netz?
Christchurch
Wie umgehen mit Terrorvideos im Netz?

Ein Video des Terroranschlags von Christchurch ist aus dem Internet kaum noch wegzubekommen. Das gibt denjenigen neue Argumente, die auch gegen Terrorinhalte im Netz Uploadfilter einsetzen wollen.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Urheberrechtsreform Startups sollen von Uploadfiltern ausgenommen werden
  2. EU-Urheberrechtsreform Die Uploadfilter sollen doch noch kommen
  3. Uploadfilter Openstreetmap schwärzt Karten aus Protest

    •  /