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Die neue E-Klasse verfügt über zahlreiche Assistenzsysteme, ist aber noch längst kein autonomes Auto.
Die neue E-Klasse verfügt über zahlreiche Assistenzsysteme, ist aber noch längst kein autonomes Auto. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Yoga-Übung im Stop-and-go-Verkehr

Nach Angaben der Entwickler soll das System aber in der Lage sein, auf deutschen Autobahnen auch bei höheren Geschwindigkeiten jede Kurve zu nehmen. Natürlich nicht bei Auf- und Abfahrten. Die neuen Funktionen stellen laut Mercedes daher durchaus eine Erleichterung dar, auch wenn der Fahrer permanent die Freihanderkennung quittieren müsse. Diese sei zudem sehr dynamisch eingestellt und von der Komplexität der Verkehrssituation abhängig.

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Das stimmt. Praktisch deaktiviert ist sie unterhalb von 30 Stundenkilometern. Im Feierabendverkehr von Lissabon fuhr die neue E-Klasse minutenlang von selbst dem Vordermann hinterher, ohne eine Hand am Lenkrad zu verlangen. Das Auto bremst bis zum Stillstand und fährt von selbst wieder an, wenn der Stopp nicht länger als 30 Sekunden dauert. Das Stop-and-go auf der Autobahn oder im Berufsverkehr verliert auf diese Weise erheblich an Nervpotenzial. Die Besitzer der neuen E-Klasse könnte man im Stau künftig daran erkennen, dass sie gerade eine Yoga-Übung machen, statt dem Verkehr zu folgen. Lediglich bei einer höheren Geschwindigkeit verlangt das System dann wieder den gelegentlichen Griff ans Lenkrad.

Tesla fährt praktisch ohne Freihanderkennung

Aber warum ist diese Freihanderkennung überhaupt erforderlich? Schließlich hat Tesla seinem Model S einen Autopiloten spendiert, der praktisch ohne diese Funktion auskommt. Auf weitgehend geraden Autobahnen fahre der Autopilot "zeitlich fast unbegrenzt", schreibt der ADAC. Obwohl die E-Klasse über eine bessere Hardware verfügt, entsteht so der Eindruck, dass Tesla der deutschen Konkurrenz damit einen Schritt voraus ist.

Daimler verweist dabei immer wieder auf die rechtlichen Vorgaben. Diese setzen weiterhin voraus, dass der Fahrer jederzeit in der Lage sein muss, sein Fahrzeug zu beherrschen. Um dies zu gewährleisten, checkt daher die neue E-Klasse die Aufmerksamkeit des Fahrers regelmäßig. Warum dies beim Model S nicht erforderlich ist, bleibt wohl ein Geheimnis der niederländischen Genehmigungsbehörde RDW. Während diese Genehmigung pauschal auf alle EU-Länder ausgedehnt wurde, hat die neue E-Klasse zunächst nur eine Lizenz für Deutschland erhalten.

Software hinkt der Hardware hinterher

Vor diesem Hintergrund erscheint es wiederum inkonsequent, dass die Freihanderkennung je nach Verkehrssituation nahezu deaktiviert wird. Inkonsequent ist zudem die Zulassung des aktiven Spurwechselassistenten beim Tesla und der E-Klasse. Rein rechtlich ist jeder Fahrer verpflichtet, vor dem Betätigen des Blinkers zu überprüfen, ob die Nebenspur tatsächlich frei ist. Auch das Mittelbereichsradar im Heck ist laut Daimler keine Garantie dafür, dass ein mit hoher Geschwindigkeit von hinten heranrauschender Pkw erkannt wird.

In der Praxis werden sich die meisten Fahrer jedoch eher auf das Radar mit einer Reichweite von 80 Metern als auf ihren Schulterblick verlassen. Zumal ein Totwinkelassistent im Notfall ohnehin verhindern sollte, dass der Wagen im falschen Moment ausschert. Der Tesla hat sogar nur ein langsames Ultraschallradar, um den rückwärtigen Verkehr zu überprüfen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überarbeitet derzeit die Vorschriften für Spurwechselassistenten. Je nach Entwicklung der Vorschriften und Technik könnten künftig solche Funktionen ohne Rückraumüberwachung genehmigungsfähig sein, teilte ein Sprecher auf Anfrage von Golem.de mit.

Das autonome Fahren scheint sich mit der E-Klasse und dem Tesla Model S gerade an einem merkwürdigen Punkt zu befinden. So verfügt die E-Klasse schon über die Hardware für ein vollautomatisiertes Fahren, das von Daimler im vergangenen Januar beispielsweise im US-Bundesstaat Nevada getestet wurde. Andererseits befinden sich die Software und die Interaktion mit dem Fahrer auf einem Niveau, das teilweise das Fahren nicht sicherer macht. Das Model S scheint die Grenzen seiner Hardware hingegen eher zu überreizen und bewegt sich mit seinen Softwarefunktionen in einem Graubereich und am Rande der Legalität.

 Mercedes E-Klasse im Test: Der Lenkpilot, der nicht lenken darfDringend neue Regelungen benötigt 

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Verlusti 05. Apr 2016

eindeutig zu viel Fernsehen. Die Realität sieht aber zumindest momentan doch deutlich...

Proctrap 01. Apr 2016

Es gab schon Ansätze und Experimente mit Biologischen PC's. Ich denke auf dauer wird das...

Quantium40 30. Mär 2016

Wie reagiert die Kennzeichenerkennung eigentlich auf die in einigen Regionen recht...

Mnyut 23. Mär 2016

Genau das. Das einzige was man da als ungeübter (sind wir das nicht nahezu alle?) machen...

ckris 18. Mär 2016

Die Infos zum Model S von Tesla sind nicht korrekt. Sehr wohl fordert der Wagen...



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