Mercedes-CTO Burzer: "Elektroautos sind das bessere Mobilitätskonzept"

In der Debatte um die Zukunft der Verbrennerproduktion in Europa verweist der neue Entwicklungschef von Mercedes-Benz, Jörg Burzer, auf die Vorteile der E-Mobilität. "Ich persönlich bin ein ganz, ganz großer Fan von Elektrofahrzeugen" , hat Burzer am 11. Dezember 2025 auf einer Veranstaltung im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart gesagt. Elektroautos böten in mehrerer Hinsicht Vorteile und seien daher "das bessere Mobilitätskonzept" .
Auf Druck mehrerer Mitgliedstaaten, darunter Deutschland und Italien, will die EU-Kommission offenbar das geplante Aus für neue Verbrenner ab 2035 wieder aufweichen . Zuletzt forderte Deutschland in Brüssel, dass nach 2035 auch "hocheffiziente Verbrenner" noch neu zugelassen werden sollten. Regierungssprecher Stefan Kornelius definierte die Technik mit den Worten(öffnet im neuen Fenster) : "Hocheffiziente Verbrenner sind Verbrenner, die hocheffizient sind."
Auf die Frage, wie hocheffizient seiner Meinung nach Verbrenner noch werden können, sagte Burzer: "Wir haben die höchst effizient elektrifizierten Hochleistungsverbrenner." Die geplante Abgasnorm Euro 7(öffnet im neuen Fenster) werde noch einen Technologiesprung bedeuten. Burzer räumte jedoch ein: "Bei der Innovationsfähigkeit sieht man bei dem Thema Elektromobilität die größeren Potenziale, weil es einfach eine jüngere Technologie ist und das Innovationsfeld einfach breiter ist."
Burzer fährt nur noch elektrisch
Das betreffe beispielsweise das Batterieformat, die Kühlungsmöglichkeiten oder die Integration der Batterie in das Gesamtkonzept des Fahrzeugs. "Es gibt unglaublich viele Innovationsthemen, die man natürlich ausspielen kann. Und das ist einfach der Unterschied zwischen einer über 100 Jahre alten Technologie und einer sehr, sehr neuen Technologie." Er sehe zwar durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten bei Verbrennern, "aber die Technologiesprünge werden nicht so groß sein" .
Burzer ist nach eigenen Angaben seit sechs oder sieben Jahren nur noch elektrisch unterwegs. "Ich habe Photovoltaik auf meinem Dach zu Hause, ich habe einen Batteriespeicher im Keller und ich habe eine Ladestation am Parkplatz. Und es ist unglaublich schön, dieses Gefühl zu haben, dass man eigentlich durch die Sonne ein Auto fahren kann" , sagte Burzer.
Kunden sollen die Wahl haben
Doch das sei nur einer der Vorteile der E-Mobilität. Ein weiterer habe mit der Gesamtarchitektur des Fahrzeugs zu tun. Es gebe zwischen Karosserie und Batteriepaket viele Anknüpfungspunkte, so dass Fahrzeug insgesamt viel steifer als bei einem Verbrenner werde. Als dritten Vorteil nannte er den niedrigen Schwerpunkt des Elektroautos durch die Batterie im Fahrzeugboden. "Das erzeugt dieses schwebende Gefühl bei einem Elektrofahrzeug" , sagte Burzer.
Dennoch begrüßt Burzer eine mögliche Verschiebung der Klimaschutzpläne in der EU. "Das Wichtige ist, dass der Kunde das wählen sollte oder wählen kann, was der Kunde will" , sagte Burzer. Am Ende sollten Kunden die Wahl für das Thema Antriebstechnologie haben.
Burzer übernahm am 1. Dezember 2025 den Posten des Entwicklungsvorstands von Markus Schäfer . Der 55-Jährige arbeitet seit 1999 bei dem Autohersteller und war zuvor Produktionsvorstand.
Offenlegung: Golem hat auf Einladung von Mercedes-Benz an der Veranstaltung in Stuttgart teilgenommen. Die Kosten für Anreise und Übernachtung wurden von Mercedes-Benz übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.



