Mercedes-Benz: Gehäufte Rückrufe bei Limousine CLA

Im ersten Jahr ihrer Produktion hat die Limousine CLA von Mercedes-Benz bereits sechs Rückrufe zu verzeichnen. Zuletzt gab in der entsprechenden Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes(öffnet im neuen Fenster) (KBA) einen Eintrag wegen einer falsch angeschlossenen Leitung des 48-Volt-Systems. Dies betrifft allerdings nur die Verbrennervarianten mit Hybridantrieb. Andere Rückrufe galten unter anderem dem Assistenzsystem.
So heißt es in dem Eintrag vom 26. September 2025: "Fehlerhafte Software führt zu ungenügender Objekterkennung, Deaktivierung von Fahrerassistenzsystemen ohne entsprechende Warnmeldung und zum Ausbleiben von autonomen Teil- oder Vollbremsungen." Sollten sich Fahrer ausschließlich auf die Assistenzsysteme verlassen, könne sich im Fehlerfall die Unfallgefahr erhöhen, ergänzte ein Sprecher des Herstellers auf Anfrage von Golem.
Kein Fernupdate möglich
Von dem Rückruf waren weltweit rund 3.200 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland etwa 600. Obwohl der CLA über das neue Betriebssystem MB.OS verfügt, das Softwareupdates aus der Ferne (OTA) ermöglicht, war zur Behebung des Problems ein Werkstattbesuch erforderlich. "Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für Aktualisierung der Software des Fahrassistenzsystems wird circa 30 Minuten in Anspruch nehmen" , sagte der Sprecher. Durch den Werkstattbesuch werde sichergestellt, dass das Update vollständig aufgespielt wurde.
Ebenfalls in der Werkstatt mussten Mängel wie eine unzureichende Befestigung der vorderen Sicherheitsgurte behoben werden. Dieses Problem betraf weltweit jedoch nur 190 Fahrzeuge, darunter auch Modelle der B- und A-Klasse.
Sicherheitskritisch waren zudem Rückrufe wegen falsch verschraubter Sitze und Gurtschlösser sowie wegen fehlerhaft verlegter Airbag-Kabel. Davon waren weltweit etwa 700 Fahrzeuge betroffen. Einem Mercedes-Sprecher zufolge wurden die Rückrufe in der Zwischenzeit weitgehend abgearbeitet. Halter können über die Eingabe der Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN)(öffnet im neuen Fenster) überprüfen, ob ihr CLA von dem Rückruf betroffen ist.
Spitzenplatz bei NCAP-Bewertung 2025
Ungeachtet der Mängel schnitt der CLA ( Probefahrt ) im Jahr 2025 bei der Sicherheitsprüfung der Organisation NCAP nicht nur in Kategorie kleine Familienfahrzeuge am besten ab(öffnet im neuen Fenster) . Laut Mercedes erzielte der CLA "dank herausragender Einzelergebnisse 2025 den Spitzenplatz aller von der Ratingagentur getesteten Modelle über alle Hersteller" .
Der Auswertung zufolge kam die Limousine beim Schutz von Erwachsenen und Kindern auf 95 beziehungsweise 89 Prozent. Mit 93 Prozent fällt der Schutz von anderen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern ebenfalls sehr hoch aus.
Eine weitere Erfolgsmeldung für Mercedes war die Wahl des CLA zum Car of the Year 2026(öffnet im neuen Fenster) . Die Elektrolimousine setzte sich in der Wahl durch 59 Autojournalisten vor dem Skoda Elroq und Kia EV4 durch.