Zuverlässige, aber nicht perfekte Assistenzsysteme

Überzeugt haben uns wie in früheren Tests die Fahrassistenzsysteme. Der Abstandsregeltempomat (Distronic) funktioniert zuverlässig und sicher. Phantombremsungen wie beim Tesla Model Y (g+) gibt es nicht, die Verkehrszeichen werden sehr zuverlässig erkannt und in die Distronic übernommen. Selbst das Rechtsüberholverbot auf Autobahnen wird eingehalten. Der EQE bildet ebenfalls automatisch eine Rettungsgasse in Stausituationen. In den meisten Fällen schafft der Lenkassistent auch kurvige Passagen beim Einfahren und Verlassen von Baustellen.

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Doch wie bei allen Fahrassistenzsystemen der Stufe 2 gilt auch beim EQE: Im Zweifel kann man sich nicht darauf verlassen. So ist es auf einem Autobahnabschnitt mit vielen Baustellen mehrfach vorgekommen, dass in der Karte ein Tempolimit hinterlegt war, das auf der Strecke gar nicht existierte. Daher reduzierte der EQE unvermutet die Geschwindigkeit von 80 auf 60 km/h.

Probleme bei aufgehobenen Verkehrszeichen

Noch gravierender: Für die in der Sanierung befindliche A 114 von Berlin in Richtung Norden sind offenbar schon Tempolimits mit 70 km/h in der Karte hinterlegt. Doch an der Strecke sind die entsprechenden Verkehrszeichen mit orangefarbenen Klebestreifen als ungültig markiert. Stattdessen gilt Tempo 30. Dennoch wollte der EQE auf 70 km/h beschleunigen.

Hier zeigen sich gleich mehrere Probleme des automatisierten Fahrens: Aus Effizienzgründen mag es sinnvoll sein, vor einem Tempolimit vorausschauend abzubremsen. Doch wenn das in der Karte hinterlegte Verkehrszeichen gar nicht existiert, führt dies zu erratischem Fahrverhalten. Zum anderen dürfte es nicht so einfach sein, KI-basierten Systemen das Erkennen von Verkehrszeichen beizubringen, deren Anweisungen durch rote Balken oder Klebestreifen verdeckt und damit vorübergehend aufgehoben sind.

  • Der Mercedes-Benz EQE ist eine vollelektrische Businesslimousine auf der Basis der EVA2-Plattform. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Bei einer Länge von knapp 5 Metern ist der EQE sehr aerodynamisch gestaltet, um eine hohe Reichweite zu ermöglichen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ebenso wie die Luxuslimousine EQS verfügt der EQE über eine verbesserte Routenplanung mit Ladestopps, Electric Intelligence genannt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Entlang der Route oder in der Umgebung lassen sich Ladestationen anzeigen und nach Ladeleistung oder Anbieter filtern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das System gibt in Echtzeit an, wie viele der Ladepunkte verfügbar sind. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Hilfreich sind auch Hinweise auf Raststätten und Verkehrswarnungen entlang der Strecke. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Bei Abbiegen erscheinen im Head-up-Display und in der Navigation entsprechende Richtungspfeile. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ist die Karte nicht zentriert, verschwinden jedoch die Navigationshinweise teilweise komplett. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auf Wunsch lassen sich an Kreuzungen die Ampeln im Navi einblenden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das sogenannte Zero-Layer-Konzept soll Anwendungen situativ und kontextbezogen auf der obersten Ebene anzeigen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das ist allerdings auch der Fall, wenn die Anwendung nicht genutzt werden kann. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der EQE kann im Stau selbstständig eine Rettungsgasse bilden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Bremsen und anfahren im Stau erfolgen ebenfalls automatisch.(Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der EQE hält sich vorbildlich an das Rechtsüberholverbot auf Autobahnen bei höheren Geschwindigkeiten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Verkehrszeichenerkennung funktioniert in der Regel gut, doch in manchen Fällen stimmen die hinterlegten Daten nicht mir der Realität überein.  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Reichweite beträgt je nach Fahrweise mehr als 600 km. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auf unseren Testfahrten lag der Durchschnittsverbrauch meist unter 20 kWh pro 100 km. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das lag sicherlich auch an den sommerlichen Temperaturen und der Maximalgeschwindigkeit von 130 km/h. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Selbst bei höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten von mehr als 130 km/h stieg der Verbrauch nicht exorbitant an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Verbrauch lässt sich im System visualisieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Per Gleichstrom lädt der EQE mit bis zu 170 kW, bei Wechselstrom sind 11 kW möglich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die maximale Ladeleistung wurde bei entsprechend niedrigem Ladezustand nach gut einer Minute meist erreicht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auch bei vollerem Akku lag die Leistung noch bei 100 kW. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das System gibt jeweils an, mit welchem Akkustand das nächste Ziel erreicht werden kann. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die verbleibende Ladezeit wird während des Ladens im Kombiinstrument angezeigt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Fahrer erhält einen Hinweis zum Erreichen des Ladeziels. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • In 15 Minuten lassen sich fast 40 kWh an Energie nachladen, was für rund 200 km reicht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Ladestationen sind in der Ferienzeit inzwischen stark frequentiert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Fällt ein "Ladegerät" aus, kann das zu Wartezeiten an der Station führen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Etwas fummelig fanden wir die Bedienelemente für den Tempomat und das Kombiinstrument. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Gegen Aufpreis gibt es den EQE mit Sitzbelüftung, was im Sommer ganz angenehm sein kann. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Parkassistent kann selbstständig einparken, sofern er eine Parklücke erkennt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die gewünschte Lücke lässt sich vom Fahrer auswählen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der EQE lenkt, bremst und beschleunigt dabei selbstständig. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die optionale Rundumkamera ist wichtig, sieht aber gelegentlich etwas kurios aus. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Eigentlich kein Auto zum Davonlaufen, der EQE. (Foto:Werner Pluta/Golem.de)
Die Verkehrszeichenerkennung funktioniert in der Regel gut, doch in manchen Fällen stimmen die hinterlegten Daten nicht mir der Realität überein. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
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Im Grunde sollte es selbstverständlich sein, dass Schilder an der Strecke die Kartendaten "übertrumpfen". Nach dem Motto: Ober sticht Unter. Inwieweit das in der Praxis umgesetzt wird, wenn die Schilder entfernt oder vorübergehend aufgehoben wurden, ist nicht ganz ersichtlich.

Kein Wunder, dass Mercedes-Benz seinen Staupiloten nach Stufe 3 bislang nicht innerhalb von Baustellen anbietet. Solange Verkehrszeichen- und Spurerkennung nicht zuverlässig funktionieren, ist dieser Schritt noch nicht zu empfehlen. Dabei ist das System von Mercedes durchaus eines der besten auf dem Markt und eine spürbare Erleichterung bei langen Autobahnfahrten.

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sampleman 26. Aug 2022 / Themenstart

Hier ist das Stichwort ja schon gefallen: Car as a service. Schon heute liefern Firmen...

sampleman 26. Aug 2022 / Themenstart

Das könnte man aber relativ einfach durch Sonderregelungen klären, wie es jetzt schon...

sampleman 26. Aug 2022 / Themenstart

Ich weiß, dass es degoutant ist, sich mit politischen Thesen des Ex...

sampleman 26. Aug 2022 / Themenstart

Ich nicht. Tesla konzentriert sich seit 15 Jahren auf nichts anderes als den...

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