Auch Level 4 basiert nicht nur auf neuronalen Netzen

Bis jetzt haben wir auch auf zwei verschiedenen Wegen entwickelt. Doch jetzt stehen wir vor der Überlegung, ob wir etwas vom Level-3-System nutzen können, weil das so gut geworden ist. Also zusätzlich zu dem Level 4, das wir entwickeln. Diese Architekturdiskussion führen wir gerade.

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Aber auch das Level-4-System basiert nicht nur auf neuronalen Netzwerken oder KI. Da stecken viele klassische Methoden drin. Basierend auf der langjährigen Erfahrung unserer Ingenieure wird ein großer Teil des Systems durch ebendiese händisch designt. Daher würde ich nicht sagen, dass Level 4 so lange nicht kommt, bis wir als Menschheit alle Probleme mit neuronalen Netzen und KI gelöst haben.

Golem.de: Wann ist mit den ersten Systemen zu rechnen?

Khan: Auch das kommt inkrementell. Aber noch sind wir bei Level 4 nicht so weit, es in Serie zu bringen, sonst würden wir Ihnen das gerne zeigen. Bis jetzt hat noch kein Hersteller, niemand auf der Welt, eine Freigabe für ein Level-4-System für die Straße bekommen. Wir stehen allerdings mit unserem automatisierten Park-Service Intelligent Park Pilot kurz davor. Wir haben Leute, die sich mit KI gut auskennen und damit schon andere Anwendungen entwickelt haben, wie den Zero Layer beim Infotainment des EQS.

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Golem.de: Das Beispiel Volkswagen zeigt, dass selbst ein großer Autokonzern mit der Entwicklung neuer Software-Plattformen überfordert sein kann. Wie will Mercedes das besser machen?

Khan: Wir sind bei dem Thema schon lange Jahre unterwegs und haben 2015 eine komplett neue Strategie entwickelt. Seitdem haben wir erfolgreich geliefert: 2018 das MBUX (Mercedes Benz User Experience, Anm. d. Red.), das immer noch die Nase vorn hat im Vergleich mit allem, was man momentan sieht. Das haben wir für die S-Klasse und dann für den EQS unter dem Namen Zero Layer weiterentwickelt.

Jetzt gehen wir in Richtung MB.OS (Mercedes-Benz Operating System), das 2024 kommen soll. Wir haben ganz klare Meilensteine und ganz klare Aufgaben, was wir erreichen wollen. Das Thema autonomes Fahren ist auch eine extreme Software-Herausforderung zusammen mit der Sensorik und der Computerleistung. Wir haben derzeit einen Vorsprung aus der Software-Perspektive, aber wir müssen das beibehalten.

Golem.de: Wenn jeder Autohersteller sein eigenes Betriebssystem hat, müssen sich auch die Zulieferer darauf einstellen. Wie wird das funktionieren?

Khan: Beim MB.OS entwickeln wir die Kernsoftware selbst. Dennoch arbeiten wir intensiv mit Zulieferern oder Technikpartnern zusammen. So haben wir gute Erfahrungen mit Nvidia bei der Entwicklung von MBUX gemacht. Wir machen auch eine extrem gute Arbeit zusammen mit Vector Informatik.

Bei der Cloud-Thematik machen wir sehr gute Erfahrungen mit Microsoft, wo wir über die Azure-Plattform verschiedene Microservices entwickeln. Bis 2024 gibt es dann die ersten Autos, die das gesamte Paket haben werden.

Handbuch für Softwareentwickler: Das Standardwerk für professionelles Software Engineering

Golem.de: Auf welche Programmiersprachen setzt Mercedes-Benz bei seinem Betriebssystem?

Khan: Allgemein sind wir in C und C++ unterwegs, weil das ein Embedded System Programming ist.

Golem.de: Die Elektromobilität erleichtert den Einstieg neuer Fahrzeughersteller in den Markt. Selbst Apple will ein Auto auf den Markt bringen, Google setzt mit Waymo auf das autonome Fahren. Wie will sich Mercedes in diesem Wettbewerb behaupten?

Khan: Was Automotive-Anwendungen betrifft, sind wir - denke ich - besser als sie. Wir haben mehr als 130 Jahre Geschichte und Erfahrungen. In dieser Zeit fanden nicht 130-mal, aber definitiv einige technologische Revolutionen statt. Eine Firma überlebt nur dann so lange, wenn sie bereit ist, sich rechtzeitig zu adaptieren, wenn die neuen Technologien kommen.

Wenn so eine Firma ein Auto auf den Markt bringen würde, dann sollte es eine gute Antwort von Mercedes-Benz im Markt geben. Mit dem, was wir bis jetzt geliefert haben, bin ich überzeugt, dass wir für jede Art von neuer Firma im Markt, entweder aus China oder aus USA, eine gute Antwort haben werden.

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 Autonomes Fahren wird nur inkrementell entwickelt
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thinksimple 27. Aug 2021 / Themenstart

Zumindest können dies Fahrerlos. Ohne das jemand Hände am Lenkrad haben muss. Man kann...

NoGoodNicks 26. Aug 2021 / Themenstart

Ich war seit 20 Jahren in keiner Firma, wo die Kernarbeitszeit für Ingenieure vor 9:00...

Hallonator 26. Aug 2021 / Themenstart

Ich würde mal sagen dieser eine aus 30 bekommt um die 100k und die anderen 29 suchen...

thinksimple 26. Aug 2021 / Themenstart

+1 So ist es. KI funktioniert in streng umgrenzten Bereichen. Nur Kameras anbauen um...

KGJD 26. Aug 2021 / Themenstart

hier mal Probs an Friedhelm, der das Thema Elektromobilität kompetent und...

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