Autonomes Fahren wird nur inkrementell entwickelt

Khan: Wir entwickeln die Funktionen inkrementell. Das sieht man auch schon an Level 3, das eine Weiterentwicklung von Level 2 ist. Es wird kein System über Nacht auf den Markt kommen.

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Auch bei Level 4 wird es nicht so sein, dass ein Fahrzeug gleich überall in jeder Stadt mit jeder Geschwindigkeit und bei jedem Wetter unterwegs sein kann. Das wird auch inkrementell kommen. Zunächst in einem bestimmten Teil der Stadt, unter bestimmten Wetterbedingungen mit einer bestimmten Geschwindigkeit. Diese drei großen Variablen werden dann nach und nach ausgedehnt. Das sieht man jetzt schon beim Level 3. Man fängt mit 60 km/h auf der Autobahn an und wird das dann weiterentwickeln.

Golem.de: Dem Hype um das autonome Fahren ist eine gewisse Ernüchterung gefolgt. Die Fortschritte gehen doch nicht so schnell wie erwartet. Woran hapert es immer noch?

Khan: Die größte Herausforderung liegt darin, alle Randsituationen der Einsatzzwecke so extrem gut zu beherrschen, dass man so eine Art von Auto für die Straße zulassen kann. Es kann daher sein, dass ein Level-4-Fahrzeug in einer bestimmten Stadt in zehn Straßen extrem gut funktioniert, aber in anderen zehn Straßen überhaupt nicht. Bei Level 3 geben wir das am Anfang auch nicht für jede Art von Straße und jedes Land frei, sondern starten in Deutschland, Schritt für Schritt in Zusammenarbeit mit den Behörden.

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Golem.de: Ist das nicht sehr aufwendig und komplex, jede Straße einzeln für das autonome Fahren freigeben zu wollen? Das kann auch für die Kunden verwirrend werden.

Khan: Man hat immer diese zwei Arten von Überlegungen: Willst du das ganze Meer zum Kochen bringen oder nur einen Topf mit Wasser? Wir fangen im Kleinen an und überlegen dann, wie wir es erweitern. Wo sind die meisten Anwendungsfälle und die Kundenbedürfnisse? Für die Kunden dürfte es am Anfang in Ordnung sein, wenn das Auto nicht bei extremem Schnee oder Regen automatisiert fährt. Wenn es bei besserem Wetter die täglichen Fahrten übernehmen kann, nimmt man immer noch einen Großteil der Anstrengungen vom Kunden weg.

Golem.de: Beim neuen Drive Pilot von Mercedes wird die eigentliche Fahrentscheidung noch nicht von einem neuronalen Netz, sondern von einem Expertensystem übernommen. Wie soll das bei den höheren Automatisierungsstufen funktionieren?

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Khan: Auch unser Level-3-System nutzt bei der Fahrentscheidung nicht nur herkömmliche Expertensysteme, sondern schon neuronale Netzwerke. Diese kommen vor allem in der Sensor-Vorverarbeitung zum Einsatz, wodurch wir jeden Sensor optimal trainieren. Die optimierten Ergebnisse jedes einzelnen Sensors werden dann in einer präzisen Fusion zusammengebracht. Das hilft uns beispielsweise, Objekte wie Fußgänger und Fahrzeuge zuverlässiger zu erkennen und klassifizieren zu können.

Golem.de: Dennoch stellt sich die Frage, ob mit diesem Konzept auch schwierigere Fahraufgaben bewältigt werden können.

Khan: Es gab immer zwei Denkrichtungen beim autonomen Fahren. Die eine hat gesagt, man muss Level 3 auf herkömmlichem Weg entwickeln und Level 5 völlig separat. Die andere Denkrichtung lautete immer: Man muss beides inkrementell zusammen entwickeln.

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 Mercedes-Benz-CTO Sajjad Khan: "Bei Automotive sind wir besser als Google und Apple"Auch Level 4 basiert nicht nur auf neuronalen Netzen 
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thinksimple 27. Aug 2021 / Themenstart

Zumindest können dies Fahrerlos. Ohne das jemand Hände am Lenkrad haben muss. Man kann...

NoGoodNicks 26. Aug 2021 / Themenstart

Ich war seit 20 Jahren in keiner Firma, wo die Kernarbeitszeit für Ingenieure vor 9:00...

Hallonator 26. Aug 2021 / Themenstart

Ich würde mal sagen dieser eine aus 30 bekommt um die 100k und die anderen 29 suchen...

thinksimple 26. Aug 2021 / Themenstart

+1 So ist es. KI funktioniert in streng umgrenzten Bereichen. Nur Kameras anbauen um...

KGJD 26. Aug 2021 / Themenstart

hier mal Probs an Friedhelm, der das Thema Elektromobilität kompetent und...

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