400-Volt-Lader nur gegen Aufpreis
Das Head-up-Display kostet zusätzlich 892,50 Euro. Die Anzeige im Blickfeld ist praktisch, dennoch lassen sich die Navigationshinweise auch im Fahrerdisplay darstellen. Der Preis für den MB.Drive Assist mit Spurwechsel- und Lenkassistent liegt bei 1.785 Euro. Ein sinnvolles Extra, vor allem auf längeren Fahrten.
Gegen Aufpreis von 654,50 Euro gibt es ein zusätzliches Ladesystem für 400-Volt-Säulen. Ohne dieses System ist es nur möglich, an 800-Volt-Säulen zu laden. Daher werden nur solche Stationen in der Navigation berücksichtigt. Ganz ohne Aufpreis ist es beim CLA inzwischen möglich, den Akku manuell vorzukonfigurieren. Auf unserer Probefahrt zeigte das System aber meist an, dass der Akku ohnehin schon warm genug war. Dafür reichte eine Batterietemperatur von 22 °C.
Zusätzliche 803,25 Euro kostet der MB.Drive Parking Assist, der automatisch in Parklücken rangiert. Inklusive 360-Grad-Kamera kostet dieses Extra 1.398,25 Euro. In der Regel funktioniert das System gut. In einer Tiefgarage wurde der Parkvorgang jedoch regelmäßig abgebrochen, obwohl die Lücke erkannt worden war. Das lag vermutlich daran, dass bestimmte Mindestabstände zu Säulen oder anderen Fahrzeugen nicht unterschritten werden dürfen.
Fazit und Verfügbarkeit
Insgesamt hat der Praxistest des CLA unsere positiven Eindrücke der Probefahrt bestätigt. Damals hatten wir für den Sommer realistische Reichweiten von 550 km erwartet. Nun hat sich gezeigt, dass selbst bei einem hohen Durchschnittstempo von fast 120 km/h rund 500 km möglich sind.
Die Ladeleistung von mehr als 300 kW konnten wir nicht erzielen. Dennoch war die Ladegeschwindigkeit sehr hoch. Allerdings nur dann, wenn der Schnelllader konstant bis zu 300 kW liefern kann. Dieses Kriterium dürfte bei der Routenplanung künftig eine größere Rolle spielen.
Eher enttäuscht waren wir von der Routenplanung, die bei Mercedes bislang vorbildlich war. Die Anzeige von Ladestationen hat nur wenige Filtermöglichkeiten, aktuell nur für das Mercedes-Benz-Ladenetzwerk und für Ionity. Es wäre sinnvoll, auf der Strecke gezielt nach zuverlässigen Schnellladern weiterer Anbieter suchen zu können. Noch besser wäre es, wenn der virtuelle Assistent dies per Sprachbefehl erledigen könnte. Auf Anfrage von Golem teilte ein Mercedes-Sprecher mit: "Eine Erweiterung auf zusätzliche Anbieter ist geplant und in Arbeit, zudem arbeiten wir an der Integrationsmöglichkeit von eigenen Ladeverträgen, die die Kunden dann bei der Routenführung filtern können." Der Testwagen verfügte über die Softwareversion MB.OS 1.3.7*.
Vier Antriebsversionen verfügbar
Der Einstiegspreis des CLA 250+ liegt bei 52.941,32 Euro. Mit allen Extras kostete unser Testauto 70.638,40 Euro. Günstiger sind die Modelle CLA 200 mit einem 58-kWh-LFP-Akku sowie der CLA 250 mit 71-kWh-NMC-Akku. Das dürfte jedoch die realistische Reichweite um 170 beziehungsweise 90 km reduzieren. Der allradgetriebene CLA 350 4Matic startet bei etwas mehr als 60.000 Euro. Die Reichweite mit 85-kWh-Akku beträgt 770 km.
Der CLA 250+ lässt die Reichweitenangst als ein Relikt der Vergangenheit erscheinen. Wer zu Hause lädt, kann zudem für rund fünf Euro Stromkosten eine Strecke von 100 km bewältigen. Es war sicherlich kein Zufall, dass uns auf der Fahrt bei 140 km/h nur noch wenige Verbrenner überholt haben. Auch das ist eine neue Erfahrung der E-Mobilität.
Nachtrag vom 19. Juni 2026, 14:03 Uhr
Wir haben Angaben von Mercedes zu den Filtereinstellungen der Ladeplanung und zur maximal erreichbaren Ladeleistung ergänzt.
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