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Kein Ladezwang vor der Langstrecke

Bei früheren Langstreckentests haben wir immer darauf geachtet, mit möglichst vollem Akku die Fahrt anzutreten. Auf der üblichen 750 km langen Teststrecke wollten wir wenig Ladepausen einlegen.

Mit dem CLA war es kein Problem, die Rückfahrt mit nur 32 Prozent Akkukapazität beziehungsweise 170 km Reichweite anzutreten. Dadurch wurde am Aufenthaltsort der zeitaufwendige Besuch eines Wechselstromladers nicht notwendig. Zwar waren unterwegs zwei Ladestopps von zusammen 29 Minuten erforderlich, aber auf einer achtstündigen Fahrt ist das vertretbar und ohnehin nicht verkehrt.

Zuverlässige Assistenzsysteme

Die Fahrt selbst verlief mittels der eingebauten Assistenzsysteme angenehm. Der Abstandsregeltempomat mit Lenkassistent funktioniert zuverlässig. Das gilt auch für den Spurwechselassistenten. Allerdings ist es bei der Nutzung des Assistenten empfehlenswert, im Fahrerdisplay den Assistenzmodus einzustellen. Dann ist an den grünen Pfeilen erkennbar, ob der Assistent tatsächlich gestartet ist.

Während des Spurwechsels müssen sich die Hände am Lenkrad befinden. Ist das nicht der Fall, wird der Vorgang gleich zu Beginn abgebrochen. Werden die Hände vor dem Abschluss des Spurwechsels vom Lenkrad entfernt, gibt es nur eine Warnung, so dass das Fahrzeug den Spurwechsel abschließt. Die kapazitive Freihanderkennung ist komfortabel. Wird das Lenkrad nur mit einer Hand festgehalten, leuchtet der Warnhinweis dennoch häufig auf.

Verkehrszeichenerkennung unbefriedigend

Im Gegensatz zur Testfahrt in Kopenhagen hat uns die Verkehrszeichenerkennung im deutschen Verkehr nicht so gut gefallen. Es gab oft falsch hinterlegte Tempolimits in der Karte. Zudem wurde mehrfach ein nächtliches Tempolimit für Lkw von 60 km/h übernommen. Auch witterungsbedingte Limits wurden falsch erkannt. Das führt dazu, dass man im Tempomat hektisch die Geschwindigkeit wieder nachjustieren muss.

Bei einem Assistenzsystem nach Level 2 ist das nervig, aber noch beherrschbar. Doch wie soll das funktionieren, wenn es schon ab dem Jahr 2027 autonome Level-4-Systeme gibt? Es ist kaum nachvollziehbar, dass nach der langjährigen Entwicklung und den immer besser werdenden KI-Systemen diese Erkennung alles andere als zuverlässig funktioniert.

Es ist zumindest zu begrüßen, dass Mercedes auf dem linken Lenkradbedienfeld wieder die Wippe für die Distronic zurückbringt. Denn Fahrer müssen den Daumen stark spreizen, um auf dem kapazitiven Bedienfeld das Limit zu erhöhen. Das geht mit der Wippe intuitiver. Das gilt auch für die Drehwalze für die Lautstärkeeinstellung. Allerdings ließ sich das kapazitive Bedienfeld auf unserer Testfahrt besser bedienen als noch vor einem Jahr in Dänemark.

Keine Tasten für die Klimatisierung

Was weiterhin fehlt: Am Lenkrad gibt es keine Tasten, um zwischen Musiktiteln und Radiosendern hin- und herzuspringen. Beim Drücken der Pfeiltasten werden kontextbezogene Menüs aufgerufen, etwa das Abbrechen der Navigation. Praktisch wäre auch eine Taste zur Aktivierung des Sprachassistenten. Den gibt es sogar bei Tesla.

Haptische Elemente für die Klimasteuerung gibt es ebenfalls nicht. Der Zentralbildschirm zeigt direkte Felder für Temperatur an. Für die Einstellung des Gebläses muss aber das Menü aufgerufen werden. Selbst beim neuen VW ID.Polo gibt es dafür wieder eigene Tasten in der Mittelkonsole.

Inzwischen wird der CLA gegen Aufpreis mit zusätzlichem Beifahrerbildschirm ausgeliefert.


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