Bei früheren Langstreckentests haben wir immer darauf geachtet, mit möglichst vollem Akku die Fahrt anzutreten. Auf der üblichen 750 km langen Teststrecke wollten wir wenig Ladepausen einlegen.
Mit dem CLA war es kein Problem, die Rückfahrt mit nur 32 Prozent Akkukapazität beziehungsweise 170 km Reichweite anzutreten. Dadurch wurde am Aufenthaltsort der zeitaufwendige Besuch eines Wechselstromladers nicht notwendig. Zwar waren unterwegs zwei Ladestopps von zusammen 29 Minuten erforderlich, aber auf einer achtstündigen Fahrt ist das vertretbar und ohnehin nicht verkehrt.
Die Fahrt selbst verlief mittels der eingebauten Assistenzsysteme angenehm. Der Abstandsregeltempomat mit Lenkassistent funktioniert zuverlässig. Das gilt auch für den Spurwechselassistenten. Allerdings ist es bei der Nutzung des Assistenten empfehlenswert, im Fahrerdisplay den Assistenzmodus einzustellen. Dann ist an den grünen Pfeilen erkennbar, ob der Assistent tatsächlich gestartet ist.
Während des Spurwechsels müssen sich die Hände am Lenkrad befinden. Ist das nicht der Fall, wird der Vorgang gleich zu Beginn abgebrochen. Werden die Hände vor dem Abschluss des Spurwechsels vom Lenkrad entfernt, gibt es nur eine Warnung, so dass das Fahrzeug den Spurwechsel abschließt. Die kapazitive Freihanderkennung ist komfortabel. Wird das Lenkrad nur mit einer Hand festgehalten, leuchtet der Warnhinweis dennoch häufig auf.
Bild 1/42: Der CLA ist eine sparsame und effiziente Elektrolimousine von Mercedes-Benz. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 2/42: Der CLA ist derzeit das mit Abstand am meisten verkaufte Elektroauto von Mercedes-Benz in Deutschland. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 3/42: Mit einer Länge von 4,72 Metern und einer Breite ohne Spiegel von 1,86 Metern ist der CLA fast genauso groß wie das Tesla Model 3. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 4/42: Der CLA ist aerodynamisch optimiert und hat einen cw-Wert von 0,21. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 5/42: Neben der Limousine gibt es den CLA inzwischen auch als Kombi (Shooting Brake). (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 6/42: Die Türgriffe fahren automatisch ein und aus. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 7/42: An den Außenspiegeln befinden sich zwei Kameras. Das reicht aber nicht für Level 2++. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 8/42: Die Limousine ist in den Versionen CLA 200, CLA 250, CLA 250+ und CLA 350 4Matic bestellbar. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 9/42: Der Kofferraum ist mit einem Volumen von 405 Litern nicht besonders groß. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 10/42: Mit umgeklappten Rücksitzen erhöht sich das Volumen auf 760 Liter. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 11/42: Da der Kofferraum recht tief ist, lassen sich dennoch etliche Gepäckstücke unterbringen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 12/42: Der Stauraum mit unter der Fronthaube reicht sogar für ein weiteres Gepäckstück. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 13/42: Bei einem Radstand von 2,79 m ist wenig Platz zum Ausstrecken der Beine, für groß gewachsene Person könnte der Abstand zum Panoramadach eng werden. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 14/42: Bis zu drei individuelle Sitzpositionen lassen sich speichern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 15/42: Die Lordose lässt sich positionieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 16/42: Es gibt nur wenige haptische Bedienelemente in der Mittelkonsole. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 17/42: Nur für ein einzelnes Handy gibt es eine induktive Lademöglichkeit. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 18/42: Mercedes ersetzt die kapazitiven Bedienelemente für die Distronic und die Lautstärke wieder durch eine Wippe und einen Drehsteller. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 19/42: Über den Fahrwahlhebel lässt sich auch die Rekuperation einstellen. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 20/42: In der Fahrertür gibt es keine separaten Schalter für die hinteren Fensterheber. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 21/42: Wichtige Fahrzeugfunktionen lassen sich die direkt über ein Schnellmenü einstellen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 22/42: Auf einer ersten Autobahnetappe von 300 km über die A9 und A4 lag der Verbrauch bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 103 km/h bei 16,2 kWh pro 100 km. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 23/42: Auf einer 225 km langen Etappe auf der A4 und A5 - mit Maximaltempo 140 und einem Durchschnitt von 117 km/h - stieg der Verbrauch nur unwesentlich auf 17,1 kWh pro 100 km an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 24/42: Auch längere Autobahnabschnitte mit noch geringerem Verbrauch sind möglich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 25/42: Insgesamt legten wir in dem Praxistest eine Strecke von 1.553 km zurück. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 26/42: Im Sommer wird nur wenig Energie für die Klimatisierung aufgewendet. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 27/42: Wegen des geringen Verbrauchs sind auf langen Strecken nur kurze Ladestopps erforderlich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 28/42: Um die Details der Route zu sehen, sind mehrere Klicks nötig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 29/42: Man kann sich mit dem CLA auch mit niedrigen Ladestand auf die Langstrecke trauen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 30/42: Das System gibt die mögliche Ladeleistung mit bis zu 350 kW an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 31/42: Erreicht wurden in unserem Test 272 kW. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 32/42: Ein Ladevorgang von 14 auf 71 Prozent dauerte dennoch nur 16 Minuten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 33/42: Nicht alle 400-kW-Säulen können die hohe Ladeleistung tatsächlich liefern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 34/42: Das System gab eine realistische Reichweite von 520 bis 530 km bei vollem Akku an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 35/42: Inzwischen ist beim CLA wieder eine manuelle Vorkonditionierung möglich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 36/42: Für die Auswahl der Ladestationen gibt es nur wenige Filtermöglichkeiten bezüglich der Ladenetzbetreiber. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 37/42: Die Reichweite lässt sich erhöhen, falls nötig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 38/42: Auf dem Beifahrerbildschirm können Videos verschiedener Anbieter angeschaut werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 39/42: Internetseiten können ebenfalls aufgerufen werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 40/42: Der Beifahrer kann während der Fahrt E-Vignetten kaufen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 41/42: An einem der Testtage gab es offenbar Probleme mit der Internetverbindung. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 42/42: Die Route wurde zwar angezeigt, war aber mit kryptischen Hinweisen versehen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Verkehrszeichenerkennung unbefriedigend
Im Gegensatz zur Testfahrt in Kopenhagen hat uns die Verkehrszeichenerkennung im deutschen Verkehr nicht so gut gefallen. Es gab oft falsch hinterlegte Tempolimits in der Karte. Zudem wurde mehrfach ein nächtliches Tempolimit für Lkw von 60 km/h übernommen. Auch witterungsbedingte Limits wurden falsch erkannt. Das führt dazu, dass man im Tempomat hektisch die Geschwindigkeit wieder nachjustieren muss.
Bei einem Assistenzsystem nach Level 2 ist das nervig, aber noch beherrschbar. Doch wie soll das funktionieren, wenn es schon ab dem Jahr 2027 autonome Level-4-Systeme gibt? Es ist kaum nachvollziehbar, dass nach der langjährigen Entwicklung und den immer besser werdenden KI-Systemen diese Erkennung alles andere als zuverlässig funktioniert.
Es ist zumindest zu begrüßen, dass Mercedes auf dem linken Lenkradbedienfeld wieder die Wippe für die Distronic zurückbringt. Denn Fahrer müssen den Daumen stark spreizen, um auf dem kapazitiven Bedienfeld das Limit zu erhöhen. Das geht mit der Wippe intuitiver. Das gilt auch für die Drehwalze für die Lautstärkeeinstellung. Allerdings ließ sich das kapazitive Bedienfeld auf unserer Testfahrt besser bedienen als noch vor einem Jahr in Dänemark.
Keine Tasten für die Klimatisierung
Was weiterhin fehlt: Am Lenkrad gibt es keine Tasten, um zwischen Musiktiteln und Radiosendern hin- und herzuspringen. Beim Drücken der Pfeiltasten werden kontextbezogene Menüs aufgerufen, etwa das Abbrechen der Navigation. Praktisch wäre auch eine Taste zur Aktivierung des Sprachassistenten. Den gibt es sogar bei Tesla.
Haptische Elemente für die Klimasteuerung gibt es ebenfalls nicht. Der Zentralbildschirm zeigt direkte Felder für Temperatur an. Für die Einstellung des Gebläses muss aber das Menü aufgerufen werden. Selbst beim neuen VW ID.Polo gibt es dafür wieder eigene Tasten in der Mittelkonsole.
Inzwischen wird der CLA gegen Aufpreis mit zusätzlichem Beifahrerbildschirm ausgeliefert.