Auf der 650 km langen Route schlug der CLA eine Ladepause von nur acht Minuten vor. Dabei zeigte sich jedoch ein Problem, das wir in der elektrischen Mittelklasse bislang nicht kannten: Bis zur Ladepause waren es 400 km oder rund vier Stunden Fahrtzeit. Das war weiter, als wir bis zur ersten Pause fahren wollten.
Das bedeutet: Bei neueren E-Autos wie dem CLA oder iX3 muss man sich nicht mehr nach den vorgeschlagenen Ladestopps richten. Stattdessen ist es sinnvoller, dort eine gute Lademöglichkeit zu finden, wie es die Blase, der Hunger oder die Konzentration diktieren. Doch darauf ist die aktuelle Software von Mercedes mit integriertem Chatbot noch nicht eingerichtet.
Nervig ist zum einen, dass Mercedes die Ladestopps erst nach zweimaligem Klicken auf dem Zentraldisplay anzeigt. Erst dann lässt sich ein Ladestopp durch eine andere Station ersetzen. Schon beim Test in Dänemark fiel uns auf, dass nach dem erneuten Berechnen der Route fast immer der ursprüngliche Ladestopp wieder auftauchte. Daher haben wir den virtuellen Assistenten konkret nach Ladestationen von Ionity auf der Route gefragt.
Ladeleistung bricht bei Aral unerwartet ein
Das ging ziemlich schief. Das System plante nach unserer Anfrage auf der Strecke von Frankfurt am Main nach Berlin einen Ladestopp in Aachen ein. Meist wurden nur Ladestopps am aktuellen Standort oder am Ziel angezeigt. Eine solche Funktionalität wäre jedoch sinnvoll. Das gilt nicht nur für Ionity, sondern auch für andere Anbieter wie EnBW.
Bild 1/42: Der CLA ist eine sparsame und effiziente Elektrolimousine von Mercedes-Benz. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 2/42: Der CLA ist derzeit das mit Abstand am meisten verkaufte Elektroauto von Mercedes-Benz in Deutschland. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 3/42: Mit einer Länge von 4,72 Metern und einer Breite ohne Spiegel von 1,86 Metern ist der CLA fast genauso groß wie das Tesla Model 3. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 4/42: Der CLA ist aerodynamisch optimiert und hat einen cw-Wert von 0,21. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 5/42: Neben der Limousine gibt es den CLA inzwischen auch als Kombi (Shooting Brake). (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 6/42: Die Türgriffe fahren automatisch ein und aus. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 7/42: An den Außenspiegeln befinden sich zwei Kameras. Das reicht aber nicht für Level 2++. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 8/42: Die Limousine ist in den Versionen CLA 200, CLA 250, CLA 250+ und CLA 350 4Matic bestellbar. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 9/42: Der Kofferraum ist mit einem Volumen von 405 Litern nicht besonders groß. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 10/42: Mit umgeklappten Rücksitzen erhöht sich das Volumen auf 760 Liter. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 11/42: Da der Kofferraum recht tief ist, lassen sich dennoch etliche Gepäckstücke unterbringen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 12/42: Der Stauraum mit unter der Fronthaube reicht sogar für ein weiteres Gepäckstück. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 13/42: Bei einem Radstand von 2,79 m ist wenig Platz zum Ausstrecken der Beine, für groß gewachsene Person könnte der Abstand zum Panoramadach eng werden. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 14/42: Bis zu drei individuelle Sitzpositionen lassen sich speichern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 15/42: Die Lordose lässt sich positionieren. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 16/42: Es gibt nur wenige haptische Bedienelemente in der Mittelkonsole. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 17/42: Nur für ein einzelnes Handy gibt es eine induktive Lademöglichkeit. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 18/42: Mercedes ersetzt die kapazitiven Bedienelemente für die Distronic und die Lautstärke wieder durch eine Wippe und einen Drehsteller. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 19/42: Über den Fahrwahlhebel lässt sich auch die Rekuperation einstellen. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 20/42: In der Fahrertür gibt es keine separaten Schalter für die hinteren Fensterheber. (Foto: Martin Wolf/Golem)
Bild 21/42: Wichtige Fahrzeugfunktionen lassen sich die direkt über ein Schnellmenü einstellen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 22/42: Auf einer ersten Autobahnetappe von 300 km über die A9 und A4 lag der Verbrauch bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 103 km/h bei 16,2 kWh pro 100 km. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 23/42: Auf einer 225 km langen Etappe auf der A4 und A5 - mit Maximaltempo 140 und einem Durchschnitt von 117 km/h - stieg der Verbrauch nur unwesentlich auf 17,1 kWh pro 100 km an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 24/42: Auch längere Autobahnabschnitte mit noch geringerem Verbrauch sind möglich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 25/42: Insgesamt legten wir in dem Praxistest eine Strecke von 1.553 km zurück. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 26/42: Im Sommer wird nur wenig Energie für die Klimatisierung aufgewendet. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 27/42: Wegen des geringen Verbrauchs sind auf langen Strecken nur kurze Ladestopps erforderlich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 28/42: Um die Details der Route zu sehen, sind mehrere Klicks nötig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 29/42: Man kann sich mit dem CLA auch mit niedrigen Ladestand auf die Langstrecke trauen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 30/42: Das System gibt die mögliche Ladeleistung mit bis zu 350 kW an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 31/42: Erreicht wurden in unserem Test 272 kW. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 32/42: Ein Ladevorgang von 14 auf 71 Prozent dauerte dennoch nur 16 Minuten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 33/42: Nicht alle 400-kW-Säulen können die hohe Ladeleistung tatsächlich liefern. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 34/42: Das System gab eine realistische Reichweite von 520 bis 530 km bei vollem Akku an. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 35/42: Inzwischen ist beim CLA wieder eine manuelle Vorkonditionierung möglich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 36/42: Für die Auswahl der Ladestationen gibt es nur wenige Filtermöglichkeiten bezüglich der Ladenetzbetreiber. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 37/42: Die Reichweite lässt sich erhöhen, falls nötig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 38/42: Auf dem Beifahrerbildschirm können Videos verschiedener Anbieter angeschaut werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 39/42: Internetseiten können ebenfalls aufgerufen werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 40/42: Der Beifahrer kann während der Fahrt E-Vignetten kaufen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 41/42: An einem der Testtage gab es offenbar Probleme mit der Internetverbindung. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Bild 42/42: Die Route wurde zwar angezeigt, war aber mit kryptischen Hinweisen versehen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem)
Denn nicht bei allen Ladenetzbetreibern kann man sich darauf verlassen, dass die versprochenen 350 oder 400 kW der Ladesäule tatsächlich geliefert werden. Bei Aral Pulse in Wiesbaden(öffnet im neuen Fenster) startete ein Ladevorgang zunächst vielversprechend mit 270 kW, um dann plötzlich auf 136 kW einzubrechen. Der Grund: Ein anderes E-Auto hatte sich an einer weiteren Ladesäule angeschlossen. Wenn für sechs Ladepunkte zusammen aber nur 400 kW vorgesehen sind, bringt es wenig, mit einem CLA eine solche Station anzufahren.
320 kW wurden nicht erreicht
Die von Mercedes versprochenen 320 kW wurden bei keinem unserer Ladevorgänge erzielt. Zwar zeigte das System bei einem Ladestand von 14 Prozent eine maximale Ladeleistung von 350 kW an. Erreicht wurden mit vortemperiertem Akku an der Ionity-Säule, die für 350 kW ausgelegt war, jedoch nur 272 kW. Möglicherweise muss der Ladestand noch niedriger sein, um eine höhere Leistung zu erzielen.
Der Ladevorgang von 14 auf 71 Prozent dauerte 16 Minuten. Die geladene Energie von 55 kWh entspricht einer durchschnittlichen Ladeleistung von 206 kW und einer Reichweite von fast 350 km, was ein sehr guter Wert bei einem 85-kWh-Akku ist. Ein von uns befragter Besitzer eines CLA 250+, der an derselben Station lud, bestätigte unsere Erfahrung. Ladeleistungen von mehr als 300 kW seien zwar möglich, aber selten.
Auf Nachfrage teilte ein Sprecher von Mercedes mit: "Die maximale Ladeleistung wird im Fahrzeug von verschiedensten Faktoren beeinflusst, darunter Außentemperatur, Ladezustand der Batterie, Vortemperierung. Die maximal mögliche Ladeleistung wird auf Basis dieser Faktoren im Fahrzeug angezeigt. Beschränkt werden kann diese maximale Ladeleistung aber auch durch Faktoren im Bereich der Ladeinfrastruktur – dazu können wir uns aber nicht äußern."
Bei der Routenplanung haben uns weitere Dinge nicht gefallen.